IEX

Geschäftschance für Europa: Fair Trade. An der Börse.

Das Ab und Auf der letzten Börsentage ist ein guter Anlass, darauf hinzuweisen, dass Next Generation Finance auch Beiträge zur Stabilisierung des Handels leisten kann. Mit den gleichen Prinzipien wie immer: Durch Einfachheit und Transparent zum fairen Angebot für alle.

Vorbild ist die junge amerikanische Handelsplattform IEX. Über IEX werden bereits etwa 1,5% des US-Aktienhandels abgewickelt, gerade wird die Zulassung als offizielle Börse beantragt. IEX unterbindet Handelstricks durch einfache Maßnahmen, etwa:

  • Der Zugang für alle Händler wird absichtlich mit einer Latenz von 350 Microsekunden versehen. Damit kann sich niemand relevante Informationsvorsprünge durch schnellere Börsenanbindung verschaffen.
  • Die Börse erlaubt nur wenige, einfache Auftragsarten.
  • Der Börsenalgorithmus ist offen gelegt.

Die Entschleunigung des Handels ist geradezu banal umgesetzt: Das Bild oben zeigt zu Spulen gewickeltes Fiberglaskabel, durch das alle Anfragen geleitet werden. Diese zusätzlichen Netzwerk-Meilen im Zugangsweg reichen, um Hochgeschwindigkeitshandel auszubremsen.

Die Gründungsgeschichte von IEX liest sich hier wie ein Krimi (oder hier noch ausführlicher, in Englisch). Die Geschichte ist ein Auszug aus Michael Lewis Buch “Flash Boys“. Das Buch macht aus dem Thema Hochfrequenzhandel (HFT) einen Skandal, schießt leider in seiner reißerischen Art über das Ziel hinaus.

Wie steht es in Europa um den Hochfrequenzhandel (HFT)?

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Denkfallen

3 Mythen, die Digital Banking blockieren

„Annahmen sind Dinge, von denen man nicht merkt, dass man sie macht“ sagte schon Douglas Adams. Unser Denken wird geprägt von unbewussten Annahmen, die sich in unsere Entscheidungen mischen. Was die Entscheidungen sicher nicht besser macht. Der digitalen Transformation des Bankings machen es in meiner Wahrnehmung vor allem die folgenden 3 Mythen schwer:

Mythos 1: Digital ist unpersönlich.

Dem persönlichen Gespräch in der Filiale wird oft unterstellt, dass sich Kunden damit deutlich besseres emotional abgeholt und aufgehoben fühlen. Die digitalen Kanäle gelten demgegenüber als kalt und unpersönlich. So pauschal ist das Unsinn. Einerseits werden digitale Medien längst als soziale Medien wahrgenommen, in denen es genauso menschelt wie in anderen Gesprächen. Die „Born Mobiles“ sehen keinen qualitativen Unterschied mehr zwischen einem Telefonat und einem Chat.

Anderseits unterschätzen Banker gern, wie fremd und abweisend eine Bank wirken kann: Ein Kreditgespräch in der ungewohnten Umgebung einer Bank zu führen, ist eben nicht angenehm. Das Smartphone ist persönlicher, als es eine Institution je sein kann. Und: digitalen Kanäle stören nicht den Eindruck von emotionaler Nähe, der über Marketing erzeugt wurde.

Durch die Spots mit Dirk Nowitzki erscheint die ING DiBa doch vertrauter als jeder echte Banker. TDBank fährt seit längerem eine Kampagne mit dem Namen #BankHuman . Der Hashtag ist von Anfang an Teil der Kampagne. Sie soll zeigen, dass die Bank sich auf die überschaubaren, alltäglichen Geldthemen ihrer Kunden einstellt, und kein abweisender Hort der großen Finanzen ist. „Twitter“ und „Menschlich“ sind hier eben gerade keine Gegensätze. Da die Kampagne mehrfach erneuert wurde, darf man wohl annehmen, dass das Konzept funktioniert.

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Fintura

Jetzt auch in Deutschland: FinTech für Firmenkunden

Auf der diesjährigen Finovate in London war es bereits ein klarer Trend: Nach den Privatkunden rücken jetzt Firmenkunden ins Visier der Anbieter von Next Generation Finance. Die Zielgruppe reicht vom Freiberufler bis zum Mittelstand.

Auch in Deutschland gibt es bereits entsprechende Anbieter. Drei davon stelle ich heute vor:

  • Rechnung 48 – Factoring für Freiberufler
  • Holvi – Banking und eCommerce vereint
  • Fintura – Vergleichsportal für Investitionskredite für den Mittelstand

Rechnung 48

Die Elbe Factoring GmbH bietet unter der Marke Rechnung 48 seit einem Jahr auch Freiberuflern Factoring an. Gerade große Kunden mit entsprechend aufwändigen Einkaufsprozessen brauchen gerne mal länger, bis sie Rechnungen zahlen. Wenn die Rechnung die persönliche Lebenshaltung tragen muss, kann das ein Problem sein. Rechnung 48 heißt so, weil sie versprechen, die Rechnung innerhalb von 48 Stunden vorzufinanzieren (gegen einen Abschlag, natürlich).

Ganz neu ist die passende App, mit der auch Zeitnachweise und Rechnungen erstellt werden. Und natürlich können die Rechnungen auch mit einem Klick vorfinanziert werden.

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WorldeconomicForum

Nützliche Studie: Die Zukunft der Finanzbranche

Das Weltwirtschaftsforum hat eine Studie zur „Future of Financial Services“ veröffentlicht (Link). Der umfangreiche (178 Seiten) und gut lesbare Text bietet nichts revolutionär Neues, aber eine sehr brauchbare Klassifikation der absehbaren Disruptionen.

Untersucht werden 6 Geschäftsbereiche des Finanzsektors, in denen 11 „Innovation Cluster“ identifiziert wurden. Gerade in den Bereichen, die man selbst nicht gut kennt, lohnt es sich, die Detailanalysen anzuschauen. Die Analysen sind fundiert, übersichtlich dargestellt und verzichten auf große Marktschreierei.

Wenn Sie also prüfen wollen, ob Sie in Ihrem Innovationsprozess mit den richtigen Suchfeldern unterwegs sind, sind Sie mit der Studie gut bedient. Wenn in Ihrem Innovationsprozess noch gar keine Suchfelder sauber abgegrenzt sind, können Sie die Einteilung der Studie als Ausgangspunkt nehmen, und einfach Ihre Spezialthemen weiter verfeinern.

Weltbewegend neue Erkenntnisse wird man beim Lesen nicht gewinnen, wohl aber ein besseres Verständnis für Breite und Tiefe der Veränderung, in der wir uns befinden. Mir ist die neue Unübersichtlichkeit noch nie so bewusst geworden wie ausgerechnet beim Lesen dieser gut strukturierten Untersuchung.

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Transparenz930

Kein Paradox: So schafft mehr Transparenz mehr Sicherheit

Im Artikel „Wie digitale Transparenz die Welt verändert“ zieht das Magazin “Spektrum der Wissenschaft” eine hübsche Parallele: Als die Ozeane sich von trüben Gewässern zu klaren, sonnendurchfluteten Meeren wandelten, war das eine enorme Herausforderung für das Leben im Meer. Plötzlich konnten Raubtier und Beute sich sehen. Innerhalb (geologisch gesehen) kurzer Zeit entstand ein Vielzahl von Arten, die auf die neue Transparenz der Meere ganz unterschiedlich reagierten. Muscheln bilden harte Schalen, andere setzen auf Tarnung, gute Augen oder einfach Schnelligkeit.

Die Digitalisierung schafft heute Transparenz über Menschen, Verhalten, Institutionen und Diskussionen. Die Deutschen nehmen vor allem wahr, dass ihre Privatsphäre transparent wird. Aber selbst die NSA, die so geheim ist, dass sie vor wenigen Jahren kaum jemand in Deutschland kannte, muss sich dank Edward Snowdon heute für ihre Tätigkeit öffentlich rechtfertigen.

Digitalisierung schafft Transparenz und gleichzeitig die Frage, wie man damit umgeht. Will ich die Vorteile der Transparenz nutzen? Wie die ersten Fische mit Augen, die ihre Feinde früher sehen konnten? Oder will ich mich vor Transparenz schützen, wie Muscheln in ihren Schalen?

Für die Finanzbranche stellt sich die Frage besonders deutlich. Banken sind klassische Orte der Sicherheit und Verschwiegenheit – wer an Banken denkt, hat immer noch den gepanzerten Tresorraum vor Augen. Und Versicherungen verkaufen Schutz, das ist ihr Kerngeschäft.

Wie reagieren Banken und Versicherungen auf die Möglichkeiten, die digitale Transparenz schafft? Vielleicht ist dies eine der zentralen Fragen für die zukünftige Ausrichtung der Institute. Es wird unterschiedliche Antworten geben, und je nachdem, wie die Antwort ausfällt, entstehen unterschiedliche Arten von Finanzinstituten. So, wie das Leben im Meer sich in unterschiedliche Arten aufteilte.

Dabei sind Transparenz und Sicherheit keine Gegensätze. Transparenz ist nämlich auch das beste Mittel, Betrug zu vermeiden. Dazu zwei Beispiele:

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drogerien

Was Banken von Drogerien lernen können

Neulich habe ich einen Vortrag zur Zukunft von Personal Finance Management (PFM) auf der INNOVATIONSforBANKS 2015 gehalten. Dabei habe ich am Rande die Kritik geäußert, viele Angebote seien zu austauschbar. Thorsten Hahn hat die Frage gestellt, ob es denn wirklich einen Unterschied geben müsse zwischen den Angeboten der Banken. Ob die Leistungen nicht tatsächlich weitgehend gleich seien?

Das hätte mich vor die schwierige Aufgabe stellen können, kurz und präzise über Markenbildung zu sprechen, den Charakter einer Bank und wie er sich in den elektronischen Angeboten ausdrückt. Zum Glück musste ich aber nur auf meine Vorrednerin verweisen, die bereits ein optimales Beispiel geliefert hatte:

Tanja Zimmermann von der BNY Mellon hat dort über die Rolle von Werten gesprochen. Ihr Denkanstoß: „Stellen Sie sich vor, Sie sind auf Dienstreise in einer fremden Stadt und merken, dass Sie noch Duschgel brauchen. In ihrer Straße gibt es einen dm, eine Müller- und eine Rossmann-Drogerie. Wohin gehen Sie?“ Es gab schnell etliche Wortmeldungen mit klarem Votum für die eine oder andere Kette. Frau Zimmermann fasste die Beiträge so zusammen: „Sehen Sie, Sie haben klare Präferenzen. Und niemand von Ihnen hat gesagt: Ich gehe zu X, weil die das größte Sortiment haben. Oder: Ich gehe zu Y, weil die am billigsten sind. Tatsächlich haben die Drogerien es geschafft, für etwas zu stehen. Eine Firmenkultur zu haben, die sich den Kunden vermittelt. Und die unsere Präferenzen prägt, jenseits von Angebot und Konditionen.“

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Payment ist das nächste Internet! Und warum das eine verdammt schlechte Nachricht für die Payment-Branche ist.

Das Internet hat jenen Riesengeschäfte ermöglicht, die früh darauf gesetzt haben. Google, Facebook, Apple. Nur nicht denjenigen, die tatsächlich das Netz aufgebaut haben, den Providern, die teure Kabel verlegen und dauernd neue Mobilfunk-Standards umsetzen mussten. Die sind von Hype-Unternehmen zu Zulieferern mit langweiligen Eigenkapitalrenditen geworden.

Genau das passiert gerade mit der Payment-Branche. Payment boomt, ja. Apple, Facebook, Samsung, Google, alle integrieren Payment in ihre Plattformen. Gleichzeitig müssen sich die Payment Provider selbst mit sinkenden Margen zufrieden geben. Die EU limitiert Interchange-Gebühren drastisch, Apple hat mit Visa und Mastercard Gebühren von 15 bis 25 Basispunkten vereinbart, und Facebook bekommt offenbar Klein-Transaktionen ganz umsonst abgewickelt.

Von jedem 1€-InApp-Kauf bekommt Apple also 30 Cent und zahlt für die Abwicklung 1 bis 2 Cent. Krass. (Und alle lieben Apple und meckern über die Banken, aber das ist ein anderes Thema.)

Warum ist das so? Weil mit dem Verkauf von Produkten mehr Geld verdient wird als mit der Abrechnung des Bezahlens. Payment ist nur das kleine Anhängsel am Verkaufsprozess. Es ist wichtig, weil die Zahlung belegt, dass tatsächlich ein Verkauf stattgefunden hat. Wenn also ein Unternehmen, dass sein Geld mit Werbung verdient, den gesamten Entscheidungsprozess des Kunden von der ersten Werbeeinblendung bis zum tatsächlichen Kauf verfolgen kann, dann kann es ganz neue Erlösmodelle umsetzen. Dann wird es nicht mehr fürs Anzeigen von Werbung bezahlt, sondern bekommt eine Provision für den Verkauf. Der Unterschied ist gigantisch, von der Sache her und von den Einnahmen. Darum ist Payment so wichtig für die Werbekönige Google und Facebook.

Wie reagiert die Payment-Branche? Wie in jedem Multisided-Platform-Geschäftsmodell liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Verbreitung. Bei den Kunden und den Acquirern (sprich: Händlern). Wohl deswegen sind Visa und MasterCard bereit, im Moment schlechte Konditionen zu akzeptieren. Um zum Standard der großen Plattformen zu werden. Und dadurch ihr Geschäftsmodell auszuweiten. Strategisch gesehen ist das nachvollziehbar. Kurzfristig wird es aber die Margen reduzieren.

Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass die deutschen Banken gerade in diese Marktsituation hinein ihre neue Paymentlösung platzieren werden. Besser spät als nie, sicher, aber verdammt nicht einfach. Wenn schon Visa Facebook-Zahlungen umsonst ausführt, was soll dann ein ganz neues Verfahren den Händlern bieten, damit sie es akzeptieren? Was drauflegen?
Ich hoffe mal, dass mir da irgendwas entgeht. Dass es einen anderen, kreativen Ansatz gibt, das neue Verfahren im Markt zu platzieren. Vorteile für deutsche Händler, die das Verfahren einsetzen gegenüber Global Playern, die ihre Plattform für einen Nischenmarkt wie Deutschland nicht anpassen wollen. Einfachere Nutzbarkeit etwa.

Der Königsweg wäre sicher, wenn es gelänge, die Lagerbildung aufzubrechen: Banken, Handel, Telkos, Internetdienste – alle stehen sich gegenseitig im Weg. Leider sehe ich keine Anzeichen, dass sich daran etwas ändert.

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Smartwatch-Banking: Faszination wichtiger als Funktion

Alle beschäftigen sich mit der Smartwatch. Die einen befragen noch ihre Kunden, die anderen sind schon live: Finanzblick stellt aktuell Banking für die Apple Watch vor. Macht das Sinn? Gute Frage.

Einerseits. BITKOM ermittelt in einer aktuellen Umfrage, dass 40% der Deutschen sich für smarte Uhren interessieren. Bei den 14 – 29 Jährigen sind es sogar 56%. Und immerhin jeder Siebte (14%) will “in jedem Fall” eine Smartwatch haben. Das Ding hat offenbar Potenzial.

Anderseits. Apple selbst ist eher zurückhaltend, was den Erfolg der Uhr angeht. Absatzzahlen werden nicht genannt, in der Bilanz versteckt man die Uhr unter “sonstige Umsätze”. Es gibt Forscher, die der Ansicht sind, mit dem Smartphone hätten wir einen “Sweet Spot” gefunden. Einen guten Kompromiss zwischen klein, handlich und mobil einerseits, ordentlicher Displaygröße und Akkulaufzeit anderseits. Google Glass wurde dann ja auch der nicht der Erfolg, den der erste Hype versprochen hatte.

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CIBI Innovationstag

CIBI Innovationstag: Digitalisierung zwingt zu differenzierten Strategien

Ein Beitrag von Sylvia Eberhard, SYNGENIO AG

Prof. Penzel eröffnete wie immer sehr charmant den CIBI Innovationstag. In seinem Vortrag  “Finanzdienstleister – durchdrungen von der Digitalisierung” berichtete er von aktuell 200 innovativen Geschäftsmodellen im Banking.  Insbesondere bei Zahlungen und Girokonten tut sich viel.

Das CIBI hat sich zum Ziel gesetzt, einen Innovationsindex  einzuführen. Die Innovationmatrix besteht aus den Achsen „Bedeutung“ und „Umsetzungsgrad“. Folgende Innovationen sind derzeit in der Matrix:

  • Mobile Payment
  • Video Beratung
  • Mobile Banking
  • P2P Trankaktionen und Kredite
  • Crowdfunding
  • PFM (Personal Finance Management)

Kai Friedrich von der Consorsbank stellte “Banking 3.0 – durch Kundenbeteiligung am Puls der Zeit“ vor. Durch den Zukauf der DAB Bank ist Consors jetzt Deutschlands größter Online Broker. Sie setzen voll auf Kundenfeedback. 2014 gab es eine große „Hallo-Bank“ Aktion, bei der  Kunden Fragen an die Bank stellen konnten, die dann in einem aufwändigen Co-Creation Workshop in Berlin bearbeitet wurden. Nun setzt die Consorsbank ausgearbeitete Vorschläge Ihrer Kunden nach und nach um. Sie will eine vollständige Retailbank werden.

Unter Banking 3.0 wurden in dem Vortrag folgende Punkte verstanden:

  • 7/24 Stunden erreichbar
  • Kunden fühlen sich immer connected und informiert
  • Einsatz mobile Technologien
  • Nutzung von Facebook, Twitter, und anderen sozialen Medien
  • die Kunden-Community ist ein wichtiger Berater der Bank.

„Wir nutzen viele A – B Testings. Das setzt uns unter Druck und lässt uns näher am Kunden sein.“ Kai Friedrich, Consorsbank.

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BFM Business Finance Management

Sie suchen ein unbesetztes Marktsegment für Digital Banking? Hier ist es.

Unglaublich, aber wahr: Es gibt noch Marktsegmente, in denen die deutschen Banken praktisch keine Next Generation Finance Lösungen anbieten. Wenn Sie also keine Lust mehr haben, ihre Apps und ihr PFM ständig mit der Bank um die Ecke zu vergleichen, dann begeben Sie sich doch mal auf ein Terrain ohne Konkurrenz: Banking für Freiberufler und kleine Unternehmen.

Zumindest die IT-Anbieter haben die Marktlücke erkannt. Auf der Finovate in London gab es mehrere Präsentationen dazu. Bevor ich darauf eingehe, mal kurz zur Frage: Wie kommt es eigentlich, dass hier ein ganzes Kundensegment unbeackert geblieben ist?

Brett King hat darauf schon vor Jahren eine Antwort gegeben, die vermutlich immer noch gilt: Weil Banken einfach keinen Bezug zu den Bedürfnissen dieser Kundengruppe haben. Ernsthaft verdient wird an den großen Firmenkunden. Denen muss ich aber im digitalen Bereich nicht viel bieten, was eine Benutzeroberfläche hat – die nutzen EBICS und integrieren all ihre Bankverbindungen in ihr ERP-System.

Anders sieht es bei Freiberuflern und Kleinunternehmern aus. Die haben teilweise gar keine Buchhaltungssysteme, oder nur sehr schlichte. Außerdem sind die geschäftlichen Transaktionen überschaubar: Sie kaufen Materialien, laufen Zahlungseingängen ihrer Kunden hinterher und vielleicht zahlen sie sogar Gehälter. Viele Freiberufler wären schon dankbar, wenn sie bei der Abrechnung der Mehrwertsteuer unterstützt würden. Gleichzeitig sind sie flexibel und nehmen Hilfe gern an – siehe hier unsere Erfahrung mit dem Taxiunternehmer, der seine Firma aus dem Auto führt.

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