IBM Watson Financial Consulting

Sind Watson, Gabriel und der Mensch das neue Dreamteam der Finanzberatung?

IBM hat die DBS Bank in Singapur überzeugt, Watson einzusetzen. Watson ist ein System, das sehr große Datenmengen durchforsten und daraufhin Fragen beantworten kann. Berühmt wurde es, als es menschliche Spieler der US-Qizsendung „Jeopardy!“ deklassierte.

Einen anderen Ansatz, aber dasselbe Ziel verfolgt Advice Games mit ihrer Software Gabriel, die als „Finanzieller Schutzengel“ agieren soll.

Werden Bankberater durch Künstliche Intelligenz ersetzt?

Zumindest vorläufig zeichnet sich ein anderes Bild ab: Mensch und Software werden zu Teamplayern, die gemeinsam Kunden unterstützen. Dabei wächst die Software aber über ihre bisherige Rolle als reines Werkzeug hinaus und wird zum echten Partner: Einfache Fragen beantwortet sie direkt selbst, bei komplexen Aufgaben unterstützt sie die menschlichen Experten. Schauen wir uns die Ansätze mal an:

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Main Incubator

SLAM, Main Incubator, Trumpf: Das Ende des Branchendenkens

Normalerweise geht’s hier ja um Wandel in der Bankbranche durch die digitale Transformation. Aktuell ist aber ein anderer Wandel mal wieder augenfällig: Die zunehmende Auflösung des Konzepts „Branche“, auch in Bezug auf die Bankbranche. Hier mal ein paar aktuelle Meldungen:

  • Die Commerzbank gründet „Main Incubator“ zur Förderung von Startups im FinTech-Bereich. Büroräume, Experten, Fördergelder, Kooperationen mit der Commerzbank werden angeboten. Damit verschafft sich eine Großbank Zugang zum Markt der „Angreifer“. (siehe auch den Bericht in der „Gründerszene“ ). Ich bin sehr gespannt, was Main Incubator zur deutschen FinTech Landschaft beitragen wird!
  • Der Maschinenbauer Trumpf gründet seine eigene Bank. Bereits seit 2001 verfügt Trumpf über eine eigene Leasinggesellschaft. Das gab es bei anderen Maschinenbauern auch. Jetzt hat das Unternehmen aber eine Vollbanklizenz bekommen – ein Novum in der Branche. Ziel ist die Finanzierung des eigenen Absatzes. Trumpf sieht sich gegenüber klassischen Banken dabei im Vorteil, weil sie das Geschäft und damit die Risiken ihrer Kunden besser verstehen.
  • SLAM („Schnellladenetz für Achsen und Metropolen“) ist ein Kooperationsprojekt zum Aufbau einer Ladesäuleninfrastruktur für Elektroautos.  Neben den üblichen Verdächtigen wie Automobilherstellern und Forschungsinstituten engagieren sich auch der Energieversorger EnBW und der DG Verlag. Genossenschaftliches Tanken, das ist doch mal was Neues! Zitat:

„Wir sehen hier Chancen für die genossenschaftliche Finanzgruppe, sich als Innovator für das Zukunftsthema Energiewende, hier speziell der Elektromobilität, zu positionieren. Durch unser Engagement im Projekt SLAM erhalten wir exklusiven Zugang zu neuen Entwicklungen im Bereich Elektromobilität, der unseren Beratungsleistungen für die Volksbanken Raiffeisenbanken zu Gute kommt“ (Peter Erlebach, Vorstandsvorsitzender des DG Verlags)

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Brett King Small Data and context

Brett King über Moven: Small Data, weniger Friktionen

Vor zwei Wochen habe ich hier ja schon von Brett Kings Vortrag beim FI-TS-Forum berichtet. Beim Blogger Lunch ging es anschließend dann um die Ansätze, die er mit Moven umsetzt.

Bei Moven dreht sich alles ums Smartphone. Brett King prophezeit, dass wir in der Rückschau das Smartphone als die technische Erfindung identifizieren werden, die Retail Banking veränderte. Nicht den Computer, nicht das Internet, nein, Smartphones.

Bis 2020 würden wir die kleinen Helferlein auch als alltägliche Finanzberater akzeptiert haben:

„Advice ist better given in context. Smart devices don’t give you all information but the right data at the right time. How can a branch consultant you see once a year compete to that?”

Selbst wenn man die für Brett King typische Zuspitzung mal weglässt: Der Trend lässt sich nicht ignorieren. Er zitierte Studien, nach denen der direkte Kontakt zur Bank auch in Deutschland rückläufig ist. 2014 werden die Bankkunden ihre Bank voraussichtlich noch zweimal im Monat besuchen, nächstes Jahr noch einmal im Monat (wenn man die Trends fortschreibt).

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Postbank_BestSign_App

Endlich: Mobile Banking ohne TAN-Gerät

Das SMS-TAN-Verfahren ist bei Bankkunden beliebt, aber für mobile Banking leider keine Lösung. Seine einzige Sicherheitsfunktion besteht in der Kanaltrennung zwischen Online und Mobile. Und die ist ja nun nicht wirklich gegeben, wenn beides auf dem Smartphone zusammenläuft.

Die Alternative bestand bisher in zusätzlicher Hardware zur Erzeugung von TANs – “eTAN”, “Smart-TAN” und wie sich die Geräte alle nennen. Das ist die sicherste Lösung, aber natürlich hat man den Generator nicht immer dabei.  Das hat die mobilen Transaktionen bisher stark limitiert. Nicht umsonst berichten Banken gern die Anzahl der Logins in ihr mobile Banking, aber kaum je die Anzahl der Transaktionen.

Die Postbank hat jetzt ein mobile TAN-Verfahren eingeführt, das ganz ohne Zusatzgerät auskommt. Es basiert auf dem bereits im Postbank Online Banking eingesetzten BestSign-Verfahren.

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CIBI Innovationstag 2014

CIBI Innovationstag 2014: Erfahrungsberichte zu PFM in Deutschland

Unter der Überschrift „Eine neue Welle von Innovationen bei Finanzdienstleistern“ schickte der Veranstalter ibi Research heute in München den CIBI Innovationstag 2014 ins Rennen.

Nach den Keynotes bot die sehr gut besuchte Veranstaltung drei Tracks zu PFM, „Von SEPA zu PSD2“ und Bankinnovationen. Ich war im PFM-Track, dort gaben ibi, Volksbank Bühl, comdirect und figo spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Akzeptanz von PFM in Deutschland. Endlich Erfahrungswerte zu PFM! (Mehr dazu weiter unten.)

Vorher wurde aber erst einmal die Revolution ausgerufen. Und zwar in den Keynotes. Dabei war Martin Kölsch von Fidor noch am Zurückhaltendsten. Er hatte seinen Vortrag mit „Web 2.0“ betitelt (erinnern Sie sich? So hat man es damals genannt, als Interaktivität und User Experience ins Web kamen …) und spannte dann auch den großen Bogen über die Zeit von DAB-Gründung bis heute. Seine Kernaussage:

„Es geht um eine Revolution in der Kunde-Bank-Beziehung. Es geht um Augenhöhe. Die gibt es im Strukturvertrieb nicht, und sie entsteht auch nicht einfach durch Digitalisierung. Das ist eine Kulturfrage.“

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Brett King FI-TS Talk

Brett King: “Banking wird sich in den nächsten 10 Jahren stärker ändern als es sich in den letzten 100 Jahren geändert hat.”

Brett King hat eine bemerkenswerte Fähigkeit: Er vermittelt, wie sich die Zukunft anfühlen wird. Er erreicht Zuhörer emotional, man spürt die Andersartigkeit der neuen Kultur, die bereits entstanden ist und die sich ausbreitet. Er zeigt das Video eines Live-Konzerts des virtuellen Popstars Hatsune Miku. Und blendet dann das Bild einer mäßig gelaunten Bankberaterin mit einem Stapel Antragsformulare ein. Jeder im Auditorium spürt den Kulturschock. „Glauben Sie wirklich, dass diese Leute, die Live-Konzerte eines Avatars besuchen, dass die also in eine Filiale gehen und Papiere unterschreiben?“

Selbst ein Vordenker wie Thorsten Hahn vom Banking Club kam da ins Nachdenken. Mit einigen anderen Bloggern zusammen waren wir heute nämlich beim 13. Management Forum der FI-TS (mehr im FI-TS Blog). Neben dem sehr guten Vortragsprogramm in der BMW Welt in München konnten wir Brett King beim „Blogger Lunch“ treffen. Mehr zum Gespräch folgt in einem späteren Beitrag. Zuerst möchte ich berichten, wie Brett King in seinem mitreißenden Vortrag den gesamten Marketing- und Vertriebs-Antritt der Finanzbranche in Frage stellte:

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Top Ten Post Next Gen Finance

Trendbarometer: Top-Themen im Blog

Seit gut einem Jahr berichten meine Co-Autoren und ich hier über Next Generation Finance. Die Blogbeiträge decken inzwischen ein breites Themenspektrum ab. Eine gute Gelegenheit, zu schauen, was Sie, die Leser, tatsächlich interessiert. Hier die Top Ten der bisherigen  Beiträge:

  1. Fiducia Volksbanken starten integriertes Multichannel PFM
  2. „Paradigmenwechsel im Finanzdienstleistungsmarkt“
  3. Finance 2.0: Zürich zeigt die Zukunft
  4. Die Digitalisierung der Versicherung findet statt
  5. JAX 2013: „Kinect und Touch bringen den Wow-Faktor in die Filiale“
  6. Personal Finance Management jetzt online
  7. comdirect integriert Personal Finance Management ins Online Banking
  8. Mobile Payment: Löst sich der gordische Knoten jetzt?
  9. Personal Finance Management: Erfolg durch Wandel
  10. Interview: kesh prescht vor bei Mobile Payment

Die meisten Zugriffe an einem Tag aber erreichte ein anderer Beitrag: „Wow! Die Medien verschieben das SEPA-End-Date!“

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Einfach Anlegen statt Minizinsen: Knackt Vaamo die Nuss?

vaamo, das ist das deutsche FinTech-StartUp mit dem süßen Eichhörnchen-Logo.  vaamo tritt an, um den Deutschen Depotsparen in neuem Gewand nahe zu bringen. Dabei verbindet es einen sachlich empfehlenswerten Ansatz zur Geldanlage mit einer sehr gelungen Aufbereitung. Der Kunde, seine Ziele und Erwartungen stehen im Mittelpunkt, die abwicklungstechnischen Aspekte bleiben weitestgehend unsichtbar. So kann Online-Brokerage für die aktienscheuen Deutschen aussehen!

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„Best of Show“ der Finovate Europe 2014

Am 11. Und 12.02. fand die Finovate Europe 2014 in London statt. Zum Glück gab es eine Plattform für Bank-basierte Bitcoin-Zahlungen zu sehen und ein BLE-Payment per Smartwatch. Also auch mal wirklich aktuelle Themen. Ansonsten war Finovate 2014 vor allem ein Update der Entwicklungen, die man schon auf der Finovate 2013 gesehen hat.

Das ist nicht unbedingt schlecht: Es kann bedeuten, dass die wesentlichen Ausrichtungen der Next Generation Finance bekannt und konsensfähig sind. Die Entwicklungen laufen derzeit daraus hinaus, die einzelnen Ansätze valider umzusetzen. Plus: Bausteine wachsen zusammen. Die bessere Umsetzung der bekannten Ideen ist jetzt wichtiger als die bessere Idee.

Die wichtigsten Themen waren:

  • Feature Rich Online / Mobile Banking: Online Banking ändert sein Wesen, seine Gestaltung und erweitert seinen Umfang. Über alle Devices hinweg. Das war Konsens, es geht nur noch darum, wer das besser macht.
  • Sicherheit und Betrugserkennung: Mehrere Lösungen befassen sich mit mobile Security und Fraud Detection im eCommerce.
  • Banking für Kleinunternehmen: Die Integration von Business Intelligence Werkzeugen für Kleinunternehmen direkt ins Banking erleichtert den Firmen ihr eigenes Management und gibt der Bank einen tiefen Einblick ins wirkliche Geschäft. Und damit eine bessere Basis für die Kreditvergabe, die vor allem kurzfristige Liquiditätsprobleme lösen muss.
  • Geld bewegen: Bezahlen und Alternativen zum klassischen Zahlungsverkehr waren auch wieder gut vertreten. Aber oft wieder so, dass sie zum Scheitern verurteilt scheinen, weil die Hürden für eine weite Verbreitung zu hoch sind. Eigentlich schauen wir hier gerade alle auf Apple…

Die wichtigsten Ansätze und Technologien waren:

  • UX! User Experience ist weiterhin das zentrale Thema. Attraktive Interfaces, Responsive, Joy of Use. Da ist ja auch wahrlich noch viel zu holen im Finanzbereich!
  • Big Data: Ob für Sicherheit oder Aktienprognosen: Mehr Daten sammeln und auswerten bietet noch jede Menge Potenzial. Zum Nutzen der Kunden, aber manchmal eben auch zum Nutzen von Banken und Händlern … die Datenschutzaspekte muss man erst mal prüfen.
  • Psychologische Analysen: Motivation und Interessen der Kunden werden betrachtet. Wiederum kann man daraus Security Features bauen, oder Ansätze zur automatischen Beratung, oder einfach nur die richtigen Rabatte im richtigen Moment platzieren.

Insgesamt 8 der 68 Beiträge wurden zur „Best of Show“ gewählt. Hier sind sie:

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Finovate_Europe_2014_Blog

Vorschau Finovate Europe 2014

Nächste Woche findet in London wieder die Finovate Europe 2014 statt, garantiert der coolste Banking Event des Jahres im guten, alten Europa. Wenn Sie auch dabei sind, freue ich mich über eine Mail oder einen Kommentar im Blog, ich würde gern die Vernetzung der deutschen Teilnehmer untereinander fördern, vielleicht gehen wir ja auch auf ein Pint oder einen Tea in die City?

Was gibt es zu sehen? Wie immer führt Finovate in den Demosessions Innovationen live vor, kurz und knackig, und gibt einem genug Zeit, die interessantesten Referenten zwischendrin am Stand zu besuchen. 68 Demos an zwei Tagen! Da lohnt es sich, vorab schon mal einige anzuschauen:

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