Wizzio_App

Berater sind die neuen Kunden. Besonders im Private Banking.

Ein klarer Trend der Finovate war moderne Software für Bankberater. Mit der sie sich schnell auf Kundentermine vorbereiten können, die sie aber auch im Kundengespräch sinnvoll einsetzen können.

Während die FinTechs in den letzten Jahren primär Endkunden im Visier hatten, stehen also jetzt Berater im Fokus. Das passt ins Gesamtbild, nämlich dass FinTechs nicht mehr in Konkurrenz zu Banken gehen, sondern an Banken verkaufen.

Nun ist die Finovate immer der Spielplatz des technisch Möglichen, nicht des revisionsfähig Ausgereiften. Es gab sehr attraktive Interfaces zu sehen, MiFID-konform dürfte keine einzige davon gewesen sein. (Das haben die Anbieter auf Nachfrage auch nicht behauptet, mit denen ich gesprochen habe.)

Trotzdem kann man daraus eine Richtung ableiten, in die es bei der Weiterentwicklung der Software für Bankberater gehen wird:

  • „Tablet-First“ Design: Das Tablet wird zum Lieblingswerkzeug für alles, was nicht viele Eingaben erfordert. Insbesondere kann es im Kundengespräch zwanglos eingesetzt werden. Deshalb muss die Software zuallererst für das Tablet und Touchbedienung optimiert sein.
  • Verbindung von CRM und Diensten im Web: Zu den Kundeninformationen wird auch gleich die Anfahrt per Google Maps angezeigt,  die Anfahrtszeit im Kalender geblockt.
  • Verbindung von Kundendaten, Market Research und automatischen Empfehlungen: In der Vermögensberatung wird das Portfolio des Kunden zusammen mit den Meinungen der Bank zu den Positionen angezeigt. Das System generiert mögliche Handlungsoptionen mit unterschiedlicher Risikostruktur. Der Berater kann das dem Kunden auch zeigen, sie können gemeinsam eine der Handlungsoptionen auswählen.

Wizzio_Simulation

Weiterlesen

Finovate2015-fancy

Brauchen wir “Kernvertriebsbanksysteme”?

Man kann die Veränderungen im Banking fundamental in zwei Gruppen einteilen:

  • Disruption der Produktionsbank: Ersatz der branchenspezifischen Systeme und Protokolle durch offene, internet-basierte Ansätze. Beispiele sind Bitcoin (internetfähiges Geld), Ripple (internetbasierter Zahlungsverkehr in Echtzeit) und P2P-Kredite (Plattform statt Bank als Risikotransformierer).
  • Disruption/Evolution der Vertriebsbank: Weiterentwicklung der digitalen Kundenschnittstelle. Die reine Verbesserung ist zunächst einmal evolutionär, sie kann aber eine Qualität erreichen, durch die sie klassische Vertriebsstrategien in Frage stellt. Dann sind auch diese zunächst vergleichsweise harmlos aussehenden Apps und Websites disruptiv. In dem Sinne, dass sie bestehende Vorteile der Banken zunichte machen. In diesem Fall sind es eben die Vertriebsprozesse, die disrupted werden.

Die Einteilung leuchtet unmittelbar ein, scheint fast trivial. Trotzdem habe ich sie bei meinen Recherchen so nicht finden können – für sachdienliche Hinweise, ob schon mal jemand diesen Blickwinkel auf Next Generation Finance publiziert hat, bin ich dankbar.

Was folgt nun daraus? Die Banken müssen ihre IT in die Lage versetzen, die Veränderungen mit zu gehen, ohne bestehende Investitionen vorschnell zu entwerten. Auf der Finovate gab es mehrere Anbieter, die neue, zentrale Middleware-Plattformen als Lösungsansatz propagiert haben. Die Einsatzzwecke waren unterschiedlich:

  • Omnichannel: Middleware als zentrale “Kanalbündelung” zur übergreifenden Speicherung von Interaktionen, insbesondere Anträgen.
  • Bank als Plattform: Auch wenn man die Bank öffnet für externe Innovationen, kann eine Middleware Sinn machen, die eine konsolidierte Schnittstelle (“API”) zur Verfügung stellt. (Fidor macht das aktuell mit den “Pirates of Banking”, )
  • Neue Protokolle wie Ripple: Würde man radikal andere Zahlungsverkehrsverfahren in die bestehenden Systeme aufnehmen wollen? Wohl er nicht. Die “Altlasten” befruchten das Neue nicht, behindern es aber. Dann lieber an einer neuen Middleware andocken.

Zu Ende gedacht, entsteht bei mir das Bild eines “Kernvertriebsbanksystems”. Klassische Kernbanksysteme bündeln klassische Bankfunktionen und stellen gerade durch ihre hohe Kohärenz die Konsistenz der Buchungen sicher. Denkt man über Omnichannel, APIs etc. nach, merkt man schnell: genau diese Zusammenführung von Daten in einen einheitlichen Stand, eine einheitliche Sicht, benötigt man hier auch.

Weiterlesen

Finovate2015

Die paradoxe Botschaft der Finovate Europe Konferenz 2015

Soeben endet die Finovate Europe 2015 in London. Sie ist immer noch die wichtigste Konferenz für FinTech, sendet aber diesmal eine paradoxe Botschaft:

Einerseits boomt der FinTech-Markt. Allein in Großbritannien wurden 2014 über 340 Millionen Pfund in FinTech Firmen investiert. Der Markt für Finance Technologie insgesamt wird auf ein Volumen von 20 Milliarden geschätzt (Sunday Times von letztem Sonntag). Auch die Finovate selbst war so ausgebucht wie nie, und es waren auch wieder etliche Venture Capitalists vor Ort.

Anderseits stehen die Banken im Fokus. Die deutliche Mehrzahl der Präsentatoren zeigte Angebote für Banken, keine Revolutionen gegen den Bankensektor mehr. Selbst Bitcoin kam primär vor in Form von Portalen, die Banken eine einfache Integration ermöglichen. FinTechs sehen Banken heute als Kunden oder als Exit Strategie, nicht mehr als Gegner.

Was bedeutet das? Der Kampf um Kunden, um bessere Angebote und neue Dienste ist nicht vorbei. Er wird aber vor allem Bank gegen Bank stattfinden, weniger Bank gegen IT-Startups. (Wobei die Finovate natürlich den Blick insofern verzerrt, als die IT-Riesen wie Apple erst gar nicht vor Ort sind.)

Weiterlesen

DisruptionProduktionsbank

Digitalisierung ist ein alter Hut. Banking in freier Wildbahn, das ist disruptiv.

Man könnte behaupten, die Digitalisierung ihres Produktes habe der Musikbranche das Genick gebrochen. Und niemand würde widersprechen. Genau besehen stimmt das aber nicht:

Die Digitalisierung der Musikbranche fand Anfang der 80er statt. Digitale Aufnahmetechnik im Studio und digitales Abspielen auf dem CD-Player etablierten sich. Das war kein Problem für die Musikindustrie, sondern ein Riesengeschäft. Weil sie alte Platten nochmal als CDs verkaufen konnte.

Kritisch wurde es erst, als die Konsumenten die digitale Musik selber erstellen (CD-Brenner) und verteilen (MP3, Web) konnten. Digitalisierung ist überhaupt kein Problem, solange sie unter Kontrolle der Anbieter steht. Das Problem entsteht durch die Öffnung, durch die Verlagerung des Geschäfts in öffentliche Netze, in Standardformate, durch den Machtzuwachs der Konsumenten, die zu Prosumenten werden (oder schlicht zu Raubkopierern).

Auch die Banken haben ihr Produkt „Geld“ längst digitalisiert. Giralgeld ist genau das: Digitales Geld. Die Virtualisierung von Geld ist sogar noch viel älter: Zu den ersten Leistungen von Banken gehörte das Ausstellen von Wechseln. Damit Händler vor Wegelagerern geschützt waren, führten sie statt Geld nur den Wechsel mit. Als virtuelles Geld. Banken haben auch ihr eigenes Netz geschaffen, in dem sie das digitale Geld bewegen können.

Nur: Das alles ist auf dem Stand, den die Musikindustrie Mitte der 80er erreicht hatte. Es ist eine rein brancheninterne Digitalisierung unter Kontrolle der Anbieter (und deren Aufsichtsbehörden). Was hindert denn eine Bank daran, zum Raubkopierer zu werden und ihr Giralgeld zu vermehren? Die Bilanz würde nicht mehr stimmen und die Aufsicht würde hoffentlich einschreiten. Also die systeminternen Kontrollen, mehr nicht.

Das digitale Geld der Banken wäre in der freien Wildbahn des Internet überhaupt nicht überlebensfähig. Wo systeminterne Kontrollen fehlen, wäre es beliebig kopierbar und würde seinen Geldcharakter sofort verlieren.

Auftritt Bitcoin: Ein digitales „Geld“, das für die offenen Netze gemacht ist. Das jeder selbst durchs Netz schicken kann, billiger und schneller, als die Banken es in ihrem internen Netz können. Klar, ich sehe die Schwächen von Bitcoin auch. Bisher bin ich immer noch der Ansicht, dass es eher das Napster der Kryptowährungen ist, noch nicht das iTunes. Aber der Zuspruch wächst, vielleicht bleiben wir wirklich beim Pionier des Internetgeldes hängen.

Es ist auch egal, ob nun Bitcoin oder ein besser eingebundener Nachfolger das Rennen macht. Entscheidend ist, dass die Banken verstehen: Sie sind noch gar nicht im Internet. Sie sind mit ihrer Digitalisierung noch voll in ihrem internen Netz gefangen. Bisher haben sie lediglich Brücken geschlagen ins Internet mit den Websites, mit Online- und Mobile-Banking. Aber ihre Produkte selbst haben den Sprung ins Netz nicht geschafft.

Weiterlesen

bionym2

Wearable Banking kommt tatsächlich

Mit dem iPad hat Apple damals erfolgreich eine ganz neue Gerätekategorie etabliert. Seitdem glauben alle daran, dass weitere Gerätekategorien ebenso erfolgreich sein können. Um Google Glass ist es etwas ruhiger geworden, aktuell stehen andere „Wearable Computing Devices“ im Vordergrund, vor allem Smart Watches. Offenbar ist der Cyborg-Look von Google Glass nicht jedermanns Sache – Armbänder sind da unauffälliger, im besten Fall sogar modische Accessoires. Jetzt starten gleich zwei Initiativen, die solche Armbänder fürs Banking nutzen:

Weiterlesen

consorsbank-design-cut

Consorsbank: Das macht den Relaunch so besonders

Aus Cortal Consors wird die Consorsbank. Das ist aus zwei Gründen eine bemerkenswerte Leistung. Die Gründe sind nicht die einzelnen Features. Schaut man nur auf die einzelnen Neuerungen, wirkt das erst einmal überschaubar:

  • Neue Tonalität der Kundenansprache, neue Bildwelten, aufgeräumtes Design,
  • Kommentare und Ideen der Kunden zu Bank und Apps direkt auf der Website,
  • Neue Produkte: Crowd Investing (durch Kooperation mit Seedmatch) und „Digital Life Protect“,
  • Erweiterter Funktionsumfang der Apps inkl. PFM-Funktionen.

So könnte man das sehen, und dann reißt es keinen vom Hocker. Was aber dahinter steckt:

Erstens. Der Kulturwandel. Es wurden eben nicht einzelne Features hinzugefügt und die Website frisch tapeziert. Sondern man hat ein neues Ganzes geschaffen, bei dem sich die Bestandteile so ergänzen, dass ein neuer Markencharakter sichtbar und spürbar wird. Consorsbank wirkt heute offener, lebendiger, kommunikativer als andere konventionelle Banken – und diese Tonalität dürfte das Lebensgefühl vieler Menschen treffen.

Weiterlesen

Moneyfaktur_Menupunkt_Auto_JPG

„Moneyfaktur“: So muss Online Banking heute aussehen

Moneyfaktur ist eine Referenzimplementierung für modernes Online Banking. Soll heißen: Sie zeigt, was möglich und sinnvoll ist. Weil sich viele Menschen das Neue ja gar nicht vorstellen können, bis sie es gesehen haben.

Warum heißt es Moneyfaktur? Das ist unsere fiktive Bankmarke. In Anlehnung an das Trendwort Manufaktur soll das Gute, Echte, Wahre betont werden. Auch für eine reine Referenzimplementierung brauchten wir eine solche „Marke“, weil wir sagen: Ausgangspunkt unserer Lösungen ist immer die Bankmarke und deren Positionierung. Die Technik setzt das dann in Kundenerlebnisse um.

Und so stellt Moneyfaktur reale Werte in den Mittelpunkt. Sogar im Menü: Es ist nach Lebensbereichen der Kunden gegliedert und ordnet die zugehörigen Bankprodukte dort ein. Nicht vergessen: Niemand hat einen Kredit, weil er den Kredit mag, weil der gerade so billig war oder das Poster in der Filiale so toll. Kredite hat man, weil man das haben will, was man sich damit leistet. Bankprodukte sind immer Mittel zum Zweck, und Moneyfaktur organisiert sie  auch nach diesem Zweck.

Nehmen wir mal das Thema „Auto“. Für viele Kunden ein sehr emotionales Thema. Und eine Reihe von Finanzprodukten hängt auch daran: Kredit, Leasing, Versicherung. Die Kunden finden es toll, die Banken finden es toll, warum kommt es in anderen Online Bankings nicht vor?   Weiterlesen

Lärm im Großraumbüro

Wenn Sie nächstes Jahr nur ein einziges Next Generation Finance Projekt machen,

welches wäre das? Nicht für alle, aber doch für viele Banken ergibt sich dieselbe Antwort. Das kann man direkt aus den Argumenten ableiten, die ich hier schon formuliert habe:

Worum geht es? Next Generation Finance stellt den Kundennutzen in den Mittelpunkt. Kunden bezahlen für spürbaren, erlebbaren Nutzen. Bankprodukte sie dann Vehikel, die im Hintergrund die Leistungserbringung strukturieren.

Der Wettbewerb, das sind bei Next Generation Angeboten vor allem Non- und Near-Bank wie FinTechs. Wie können Sie als Bank denen gegenüber Ihre Stärken nutzen? Indem Sie zuerst auf Ihre Bestandskunden setzen. Den Kundenstamm haben sie der neuen Konkurrenz eindeutig voraus. Und da Finanzen Vertrauenssache sind, ist nichts so wertvoll wie Empfehlungen, die Bestandskunden abgeben. Wirkliche Kundenbindung zieht Neukundengewinnung nach sich.

„Den Kunden folgen“ hieß eine weitere Empfehlung. Wenn es nur ein einziges Projekt sein soll, dann nutzen wir als Basis Angebote, die Bestandskunden heute schon nutzen und zukünftig vermehrt nachfragen werden. Die meisten Kunden nutzen heute mehrere Kanäle. Die Filiale aber mit sinkender Frequenz. Online Banking wird breit genutzt. Mobile Banking ist im Aufwind (wenn es gut gemacht ist). Online oder Mobile Banking sind die nahe liegenden Ansatzpunkte, um Next Generation Finance anzubieten. Je nachdem, ob Sie viele Bestandskunden erreichen wollen (dann Online Banking) oder Wertschätzung für die neuen Angebote eher bei Born Mobiles erwarten (dann Mobile Banking). Wobei jedes Online Angebot auch auf Smartphones genutzt wird. Responsive Web Design ist ein Muss, selbst wenn Sie zusätzlich Apps anbieten.

Die meisten Banken unterschätzen den Wert ihres Online Bankings immer noch. Dabei stellt es sicher, dass Kunden auch im digitalen Zeitalter regelmäßig Kontakt zum Anbieter haben. Fragen Sie mal Versicherungen. Oder FinTechs. Was die für einen Aufwand treiben, um Kunden auf Ihre Website zu bekommen. Um überhaupt mal die Möglichkeit zu haben, neue digitale Angebote zu platzieren. Mit Gutscheinen und Preisausschreiben, sogar mit der guten alten Briefpost bekniet meine Versicherung mich, auf ihrer Website vorbei zu schauen. Das ist echtes hartes Brot. Wenn Sie für eine Bank arbeiten: Ich hoffe, Sie wissen zu schätzen, welchen Vorteil Sie da haben.

In Summe: Wenn Sie nur ein Next Generation Finance Projekt machen, dann entwickeln Sie ein kundenzentriertes Online Banking.

Zu abstrakt? Ok, konkretisieren wir es mal. Weiterlesen

AndersDenken

So bringen Sie mit frischem Denken Schwung in Ihre Next Generation Finance Aktivitäten

Next Generation Finance beginnt im Kopf. Wer in einem etablierten Haus an der neuen Finanzwelt arbeitet, braucht vor allem diese eine Schlüsselqualifikation: Denken wie die Next Generation Anbieter. Tun Sie’s! Alles, was uns hindert, sind Gewohnheiten und Selbstzweifel. Spüren Sie die Lust des Beginnens. Der Aufbruch zu neuen Ufern gibt Kraft und motiviert.

Eine gute Übung ist, altes Denken als solches zu erkennen und es bewusst zu vergessen. Zum Beispiel:

  • Vergessen Sie „Kanäle“. Online und Mobile Angebote sind nicht bloß der Zugang zum eigentlichen Produkt, sie sind selbst die Leistung, die Kunden überzeugt.
  • Vergessen Sie „Online Filiale“. Der beliebte Begriff birgt das Risiko, alte Konzepte gedanklich in die neue Welt zu verlängern. Bekanntlich gilt aber: „The medium ist the message“ – neue Medien bergen in sich ihre eigenen Lösungen. Wir müssen sie aus sich heraus gestalten, nicht als Gegenstück zu etwas anderem.
  • Ersetzen Sie „Produkte“ durch „Services“. Was können wir tun, um das Leben unserer Kunden ein klein wenig zu erleichtern? Das ist die zentrale Differenzierung. Die Produkte sind dann Vehikel im Hintergrund.
  • Vergessen Sie Ihre Angst vor der Regulierung. Der vorauseilende Gehorsam macht vieles noch schwieriger, als es eh schon ist. Zuerst überlegen, was die Kunden wollen. Erst danach prüfen, ob man zum Beispiel wirklich eine Unterschrift braucht, oder ob auch die Zustimmung per Klick reicht.

Spüren Sie schon, wie eine Last von Ihnen abfällt? Dann können wir uns dem neuen Denken widmen: Weiterlesen

zitat-ratlosigkeit-und-unzufriedenheit-sind-die-ersten-vorbedingungen-des-fortschritts-thomas-alva-edison-117540

Drei Dinge, die Banken dringend geregelt bekommen müssen

Zu meinem letzten Beitrag gab’s einigen Widerspruch. Lesen Sie mal die Kommentare dort, es lohnt sich. Kern der Kritik: Man kann den Beitrag lesen als Beruhigungspille für die Fraktion der Veränderungsunwilligen bei den etablierten Banken. Es werde schon alles nicht so schlimm kommen.

Das war wirklich nicht mein Ziel. Ich wollte Mut machen, dass auch traditionelle Banken in einer guten Startposition sind gegenüber den neuen Wilden. Und dass sie den Weg in ihre Zukunft noch finden können. Zur Schockstarre gibt es keinen Anlass. Aber man muss natürlich zu Potte kommen, oder die Einnahmequellen der Zukunft gehen an einem vorbei.

Wobei die Frage berechtigt ist: Warum sind dann so wenige Banken aktiv dabei, die digitale Transformation mit zu gestalten? Was hindert sie, vorweg zu marschieren?

Als Antwort hört man oft die gleichen Phrasen, die aber letztlich nicht ziehen: Die Banken wollten sich eben nicht selbst disrupten – viele Next Generation Initiativen sind aber im Kern nicht disruptiv, sondern erweitern Bestehendes. Die Banken seien nicht IT-affin genug, sie könnten es einfach nicht – na und, fehlende Expertise haben sie schon immer zugekauft, davon lebe ich. Die Banken seien zu gierig – das wäre ja wohl eher ein Grund, bei den neuen Geschäftsmodellen dabei zu sein. Schließlich sind auch die FinTechs wirtschaftliche Unternehmen. Die machen das, weil man damit Geld verdienen kann.

Meiner Erfahrung nach sind es drei Dinge, die Banken geregelt bekommen müssen, damit sie die digitale Transformation ernsthaft umsetzen können:

Erstens. Das Top-Management muss wirklich kapieren, was auf dem Spiel steht.

Zweitens. Die Organisation unterhalb des Top-Managements muss ihre Zusammenarbeit neu justieren.

Drittens. Die Bank-IT (oder Rechenzentrale) muss sich als Treiber des Wandels einbringen.

Weiterlesen

Top