Firmenkunden Banking Portal

Was muss ein Banking-Portal Firmenkunden bieten?

Im vorigen Blogbeitrag habe ich erklärt, warum Firmenkunden-Banking ein eigenes Portal verdient. Falls Sie noch glauben, EBICS, DTA und Lastschriften reichten doch aus, lesen Sie am besten erst den vorigen Beitrag.

Dort habe ich auch schon ein Phänomen angedeutet: Jahrelang wurde Firmenkunden-Banking als das „nächste große Ding“ bei der Digitalisierung von Banken angekündigt. Studie um Studie stieß ins selbe Horn – leider ohne dass die Studien konkret gesagt hätten, was ein digitalisiertes Angebot für Firmenkunden denn nun an Funktionen bieten soll.

Ich glaube, es hat deshalb so lange gedauert, bis dieses „nächste große Ding“ Realität wurde, weil schlichtweg jahrelang die Ideen fehlten, mit was man ein neues Firmenkunden-Portal hätte füllen können. Solange man auf Rechnungen, Zahlungen und Cash-Management fixiert bleibt, fällt einem auch nichts Originelles ein. Das wird durch die oben genannten Standards alles schon gut abgedeckt, ohne dass sich eine Bank damit besonders profilieren könnte. Die Konkurrenz unterstützt die Standards ja auch.

Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach. Man muss nur mal kurz das Thema Zahlungsverkehr beiseitelassen und sich anschauen, wie Banken und Firmen in anderen Bereichen zusammenarbeiten. Dann fällt sofort auf, dass es an allen Ecken und Enden an digitaler Unterstützung mangelt.

Es fängt bei der Frage an, wie Unternehmen Verfügungsberechtigte ändern können. Geht weiter über fehlende Antragsstrecken, weil das Firmenkundengeschäft nun mal nicht so standardisiert ist wie das Retail Banking. Und endet bei der Frage, welchen Nutzen die bestehenden digitalen Angebote dem Firmenkundenberater in seiner täglichen Arbeit bieten.

Geht man nur mal von den Aufgaben eines Firmenkundenberaters aus, dann findet man genügend Dinge, die ein Firmenkunden-Portal bieten kann. Die offensichtlichsten:

  • Sichere Kommunikation und sicherer Dateiaustausch im Bank-Portal.
  • Verwaltung von Verfügungsberechtigungen inklusive Video-Legitimation neuer Berechtigter.

Das erspart schon eine Menge unverschlüsselter eMails mit angehängten eingescannten Dokumenten.

Sobald man in diese Richtung denkt, fällt einem auf, was ein gutes Firmenkundenportal vom Online-Banking aus dem Retail-Bereich unterscheidet: Das Retail-Banking ist Web 1.0, ein Firmenkunden-Portal muss Web 2.0 sein.

Ein furchtbar altmodischer Begriff, dieses Web 2.0. Aber er trifft den Kern. Mehr Interaktion, mehr Zusammenarbeit zwischen Kunden-Mitarbeitern und Bank-Mitarbeitern. Weniger fix und fertige Formulare, die direkt ins System eingespeist werden.

Es braucht einen echten Web 2.0-Baukasten, mit dem Kundenberater bequem individuelle Formulare erstellen können, die Kunde und Bank durch einen Finanzierungsprozess führen. Das schafft Transparenz, wer eigentlich noch welche Dokumente bereitstellen muss und wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Und lässt den nötigen Freiraum, den individuelle Finanzierungen benötigen.

Schon erstaunlich, wie lange es gedauert hat, bis solche Ansätze ihren Weg in die Praxis finden. Und in den Studien der großen Beratungsunternehmen findet sich dazu bis heute nichts. (Wenn Sie gute Studien dazu kennen, freue ich mich über eine Nachricht. Gerne können Sie einen Link in den Kommentaren posten.) Bei Interesse teilen wir unsere Erfahrung in der Entwicklung von Firmenkunden-Portalen gerne mit Ihnen.

Corporate Banking Portal

Stoppt kontraproduktives Corporate Banking!

Digital Corporate Banking, also die digitalen Kanäle für Firmenkunden, werden oft noch grundlegend falsch gedacht. Doch mehr und mehr verbreitet sich eine neue Sichtweise.

Wie sah Firmenkundenbanking in der Vergangenheit aus?

Firmen arbeiten mit ihrer betriebswirtschaftlichen Software wie SAP oder Datev. Natürlich haben sie es gern, wenn die regelmäßigen Banking-Aufgaben gleich in diese Software integriert werden. Firmenkundenbanking besteht daher zu einem Großteil aus Schnittstellen. Vor allem EBICS, von kleineren Kunden werden aber auch DTA und das gute alte HBCI/FinTS genutzt.

Damit ist der Zahlungsverkehr abgedeckt – Gehaltszahlungen, Lastschriften und Rechnungseingänge. Multibankfähige Schnittstellen unterstützen beim Cashmanagement über mehrere Banken hinweg.

Was bringen die FinTechs ein?

FinTechs unterstützen in diesem Segment oft weniger die Banken als direkt die Firmen (bei der Integration von Bankdaten in ihre Systeme). Oder sie bieten Vergleichsplattformen für Kredite und andere Produkte. Solche Plattformen können neue Vertriebswege darstellen, führen aber dazu, dass die Kundenbeziehung indirekt wird, mit zwischengeschaltetem neuem Vermittler.

Warum ist der bisherige Zustand kontraproduktiv?

Die aktuelle Studie „Corporate Banking 2020“ von Roland Berger zeigt, dass der intensive Wettbewerb Banken dazu zwingt, sich im Firmenkundenbanking auf ihre Stärken zu konzentrieren. Einige wenige werden sich als erfolgreich als Plattformanbieter positionieren können. Bei einzelnen Produkten kann man zu den besten Anbietern im Markt gehören. Aber viele Banken werden insbesondere auch die Kundenbeziehung selbst zu ihren Stärken zählen. Und was trägt die bisherige Digitalisierung zur Stärkung der Kundenbeziehung bei? Nichts, ist die nur leicht überspitzte Antwort. Denn:

  • Schnittstellen wie EBICS verstecken die Bank in den internen Systemen der Firmen. Die Bank wird für ihre Kunden unsichtbar.
  • Marktplätze von Drittanbietern verändern die Kundenbeziehung hin zu einer indirekten Beziehung. Die Kontrolle über den Kundenzugang wandert von der Bank zum Marktplatz.

Die Situation kann eigentlich gar nicht klarer sein: Banken sehen ihre Stärke im Firmenkundenbanking in der Kundenbeziehung. Die Digitalisierung des Corporate Banking hat bisher genau diese Kundenbeziehung effektiv untergraben.

Wie sieht die Lösung aus?

Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass es einen eigenen digitalen Kanal für den direkten, persönlichen Kontakt zu Firmenkunden braucht. Ein Firmenkundenportal für den CFO und seine Mitarbeiter. Die bestehenden Angebote für den Zahlungsverkehr können beibehalten werden. Das neue Kundenportal ergänzt sie um bisher fehlende Funktionen:

  • Firmenkundenberater bekommen hiermit ein Werkzeug an die Hand, Kunden einfacher, moderner und transparenter zu betreuen. In Vertriebs- und After Sales-Situationen.
  • Kommunikation und Datei-Austausch erfolgen bequem im sicheren Bankkanal.
  • Kundenstrukturen werden abgebildet und handhabbar: Tochtergesellschaften und Verfügungsberechtigungen.
  • Vertriebsprozesse für Firmenkundenprodukte werden adäquat unterstützt.

Auf die Funktionen werde ich in einem kommenden Blogbeitrag noch näher eingehen. Hier möchte ich nur betonen, dass die digitalen Kanäle der Strategie folgen müssen. Und wenn die Strategie auf starke Kundenbeziehungen setzt, müssen die digitalen Kanäle das auch abbilden. Ein eigenes Webportal, dass direkt und nicht über Schnittstellen genutzt wird und mit dem auch die Kundenberater arbeiten, ist dafür essentiell.

Die Landesbank Hessen und Thüringen zeigt hier in zwei Videos, wie ein solches Portal die Zusammenarbeit mit den Firmenkunden unterstützt.

FIS Alexa Banking

Vergessen wir heute mal Google. Blicken wir auf FIS.

Wieder mal beherrscht Googles I/O Konferenz die Netz-Nachrichten zu digitaler Innovation. Mit die meiste Aufmerksamkeit bekommt die neue Fähigkeit des Sprachassistenten, selbständig Telefonate zu führen.

Selbst von deutschen Bankern wurde ich schon darauf angesprochen. Was ja insofern gut ist, als es zeigt, dass wenigstens die wichtigsten ausländischen Entwicklungen auch wahrgenommen werden. Manchmal konnte in den letzten Jahren schon der Eindruck entstehen, dass in der hiesigen Bankbranche nichts als nutzbare Innovation gilt, was nicht von einem unterfinanzierten deutschen FinTech-Startup kommt.

Traurig ist allerdings, wieviel mehr Aufmerksamkeit der branchenfremde Riese Google im Verhältnis zu den Größen der Finanzbranche bekommt. Warum starren wir wie das Kaninchen auf die Schlange, während wir fertig zubereitetes Futter verschmähen, das aus der eigenen Branche stammt?

Schauen wir zum Beispiel mal auf FIS. Zusammen mit den Eigenentwicklungen der Sparkassen und Volksbanken gehört das Kernbanksystem der FIS zu den drei wichtigsten Banksystemen in Deutschland. Das weiß man. Da hört das Wissen aber oft auch schon auf – selbst bei Banken, die FIS-Software nutzen.

Erstaunlich wenig beachtet wird, dass FIS Deutschland längst stark von der Mutter FIS Global profitiert. Und dabei handelt es sich immerhin um ein Fortune-500-Unternehmen mit über fünfzigtausend Mitarbeitern.

FIS wurde auf der PYMNTS.COM-Konferenz für die Finanz-Dialogführung mit Alexa ausgezeichnet.

Schauen Sie sich das Video einfach mal an, das ist schon verdammt cool: Video-Link. Im Endeffekt ist die Umsetzung nah dran an der neuen Google-Telefonsoftware, oder? Ein fließend sprechender digitaler Assistent. Nur eben einer, der tatsächlich auch über Finanzen sprechen kann und nicht bloß Tische in Restaurants reserviert. Und das Beste: Wenn Sie es live sehen wollen, müssen Sie nicht nach Mountain View fliegen. Ein Trip zu FIS Germany reicht.

Fazit: Es gibt eben nicht nur GAFA und BAT auf der einen Seite, und frisch geschlüpfte deutsche FinTechs auf der anderen. Inzwischen gehören die Lösungen der klassischen Anbieter für Finanz-IT zu den spannendsten Entwicklungen am Markt. Man darf sie nur nicht aus dem Blick verlieren.

FIS Alexa mit Award

Digitale Antragsstrecken

Die nächste Generation digitaler Antragsstrecken steht in den Startlöchern

Digitale Antragsstrecken werden gerne unterschätzt. Immer noch, leider. Sie sind nicht so bunt wie der Rest der Website und nicht so umfangreich wie das große Kundenportal – und gerade darin liegt die Chance. Denn wer digitale Antragsstrecken als einen separaten digitalen Kanal begreift, wird sie unabhängig von Website und Online Banking aktualisieren. Das ist lohnender als ein Relaunch der Website, weil Antragsstrecken zentral sind fürs Neukundengeschäft. Und es ist weit kostengünstiger als eine Erneuerung des Kundenportals, in dem viel mehr Funktionen zusammenlaufen.

Dementsprechend haben viele Banken in den letzten Jahren in Antragsstrecken investiert. Oft gleich mehrfach: Klassische Strecken rein für Desktop-Auflösungen wurden durch Responsive Design abgelöst, das auch auf dem Smartphone brauchbar war. Die Betonung liegt auf „auch“ – optimiert waren diese Anwendungen in der Regel noch für den Desktop. Seitdem Aufrufe vom Smartphone aus die Zugriffszahlen dominieren, wurde noch einmal nachgeschärft im Sinne eines Mobile First Ansatzes.

Manche, aber noch längst nicht alle Anbieter haben dabei auch den Technologiesprung hin zu Single Page Applications vollzogen, die vollständig im Browser der Nutzer ablaufen. Diese Anwendungen können auf Eingaben schneller reagieren und somit von Haus aus bessere Usability bieten.

Auch 2018 stehen wieder wesentliche nächste Schritte ins Haus, die eine Überarbeitung von Antragsstrecken nahelegen. Dabei kann man einen eher fachlichen und einen eher technischen Aspekt unterscheiden.

Fachlich getrieben ist der Übergang zu volldigitalen, echtzeitfähigen Antragsstrecken. Soll heißen: Alle nötigen Angaben können direkt online gemacht werden, der Benutzer muss (im Rahmen des Antrags) kein Papier einsenden. Dabei kommen mehrere Aspekte zusammen:

  • Bekannt und oft schon eingeführt ist die gesetzeskonforme digitale Signatur, die sich direkt aus der Video-Legitimation ableiten lässt (und die von den bekannten Video-Ident-Anbietern leider immer noch sehr unterschiedlich gut unterstützt wird).
  • Hinzu kommt der digitale Gehaltscheck, den etwa SYNGENIO über FinTS anbietet. Der kommt immer dann ins Spiel, wenn wie beim Kredit das Einkommen eine Rolle spielt. Statt Gehaltszettel einzusenden, kann der Antragsteller der Bank einen Live-Blick auf sein Konto gewähren, wo sich die benötigte Information direkt ablesen lässt.
  • Die Fidor-Bank setzt bei Krediten neuerdings nicht nur Entscheidungen, sondern auch Auszahlungen in Echtzeit um.  Klar, das geht nur für Bestandskunden. Aber für eine bestimmte Klientel ist der sofortige Zugriff auf Geld eine wesentliche Leistung der Bank.

Auch technologisch stehen spannende Weiterentwicklungen an. Das Schlagwort des Jahres sind Progressive Web Apps. Das sind Webanwendungen, die in der Handhabung hinter einer „echten“ App nicht mehr zurückstehen. Das ist gerade für Antragsstrecken sinnvoll – denn die richten sich ja an Neukunden, die noch keine App des Anbieters installiert haben. Deshalb macht eine „echte“ App kaum Sinn, der Zugriff übers Web wird bleiben. Aber der Komfort wird steigen: Die neuen Web-Apps speichern Daten lokal, so dass auch ein vorübergehender Verlust der Online-Verbindung nicht dazu führt, dass man das Formular wieder von vorn ausfüllen muss. Sie lassen sich wie eine App auf dem Homescreen des Smartphones ablegen, um später (weiter) genutzt zu werden.

Sicher, noch nicht alle Browser unterstützen alle Funktionen, die zum Konzept der Progressive Web Apps gehören. Das ist auch nicht verwunderlich: Google liebt alles, was über URL durchsuchbar ist. Apple hingegen verdient gutes Geld mit der geschlossenen Ökonomie des App-Stores. Dementsprechend wird Google Progressive Web Apps puschen, Apple wird zögern. Aber unterschiedliche Unterstützung durch die Browser ist im Konzept bereits berücksichtigt. Auch wo Komfort-Funktionen fehlen, funktioniert die Antragsstrecke immer noch. Sie verhält sich dann nur nicht ganz so komfortabel – sondern so, wie es die heutigen Antragsstrecken auch tun. Und so schlecht ist das ja nun auch nicht.

Bank-API

Mach mehr aus Deiner API!

Wer als Bank mehr von der PSD2 haben will als nur Kosten, der sollte über Mehrwertdienste in Form erweiterter API-Funktionen nachdenken. Das raten derzeit praktisch alle Berater den Banken, unter anderem auch wir bei SYNGENIO.

Das Gerangel der Regulatoren um die Technischen Spezifikationen zur PSD2 scheint sich ja dem Ende zuzuneigen: Wenn das Europaparlament im Februar 2018 der finalen Fassung zustimmt, wie sie die Europäische Kommission inzwischen veröffentlicht hat, dann laufen die 18 Monate, nach deren Ablauf alle Banken die Spezifikation umgesetzt haben müssen.

Wobei „Technische Spezifikation“ vielleicht keine gute Übersetzung für „RTS“ ist, denn wie eine konkrete Schnittstelle aussehen soll, wird ja gar nicht vorgegeben, sondern nur, was sie leisten muss. Inwieweit sich die Banken auf eine einheitliche API verständigen, bleibt ihnen also selbst überlassen. Relevante Vorschläge mit dem Ziel einer Vereinheitlichung sind die NextGenPSD2-Initiative der Berlin Group sowie OpenBanking aus UK. Wobei der Brexit die Position des vereinigten Königreichs in der europäischen Diskussion nicht gerade stärkt. Ein Vergleich der beiden Initiativen findet sich zum Beispiel hier.

Spannender als die Diskussion um die Standards ist aber die Frage, was sich denn praktisch darüber hinaus an Mehrwerten anbieten lässt. Die Deutsche Bank hat gerade ihre „db api“ öffentlich bekannt gegeben, die über vorgeschriebene Standards hinausgeht. Deshalb ist es auch zulässig, dass diese API kostenpflichtig sein soll.

Mit ihrer API stellt die Deutsche Bank unter anderem Funktionen bereit, die der Gesetzgeber eigentlich mal selbst über den neuen Personalausweis anbieten wollte: Eine Altersverifikation und Adress- bzw. Kontaktdaten. Da Banken ohnehin gezwungen sind, eine starke Identitätsprüfung ihrer Kunden vorzunehmen, können sie solche Daten in hoher Qualität anbieten.

Ich würde mir wünschen, der Gesetzgeber würde diese Initiative aufgreifen und Identitätsprüfungen durch Bank-APIs offiziell als starke Identifikation anerkennen! Denn wenn ich Neukunde bei einer Bank werden oder einen neuen Mobilfunkvertrag abschließen kann, ohne jedes Mal Video-Ident oder noch Umständlicheres machen zu müssen, würde das den Wettbewerb im Markt sicher befeuern – und das wäre doch positiv.

Auch für andere Anwendungsfälle sieht die Deutsche Bank passende API-Funktionen vor. Volldigitale Kreditanträge und Immobilienportale arbeiten heute schon mit Zugriffen aufs Onlinebanking (meist per FinTS), um die Zahlungsfähigkeit von Konsumenten und Mietern zu prüfen. Wenn eine spezielle API dies datensparsam tun kann, ist das allemal im Interesse des Verbrauchers. Schließlich muss der Vermieter nicht genau wissen, was ich verdiene, sondern nur, dass ich mindestens X€ verdiene und daher die Miete zahlen kann.

Bei der Kreditwürdigkeit wird die Sache schnell komplizierter – die DB sagt bei diesem Feature auch, es sei noch in der Erprobung. Verbraucher reagieren sehr empfindlich auf jedes Scoring, bisher ist es in Deutschland noch niemandem gelungen, das Thema ins Positive zu drehen.

Damit liegen konkrete Vorschläge für erweitere API-Funktionen vor, die sich an bereits etablierten Geschäftsmodellen orientieren. Erweiterungen kann man sich leicht vorstellen, etwa das zeitlich begrenzte Sperren eines Geldbetrages auf dem eigenen Konto zugunsten eines Dritten, um eine Zahlungsfähigkeit zu garantieren. (Nützlich bei Zug-um-Zug-Geschäften oder Wertpapier-Kaufaufträgen zu Lasten des Kontos.)

Der Gesetzgeber könnte der Digitalisierung erheblich auf die Sprünge helfen, wenn er den API-Auskünften von Banken jenen Stellenwert einräumen würde, den sie verdienen. Im Gegenzug könnte die Öffentlichkeit den Mantel des Schweigens über all die Steuergelder hüllen, mit denen die erfolglose Einführung entsprechender Features beim neuen Personalausweis finanziert wurde. Deal?

JBF One 2017

Digitalisierung. Komplett.

Edward Snowden. Roboter. Künstliche Intelligenz. Abwehr von Cyberattacken. Eigene Start Ups. Das waren nur einige Highlights der diesjährigen Entwicklerkonferenz der Fiducia GAD namens JBFOne. Obwohl die Konferenz unter dem Motto „Future. Now.“ stand, hätte man auch sagen können: „Digitalisierung. Komplett.“ Denn was besonders beeindruckte, war die Bandbreite an Themen, die die Fiducia GAD nicht nur auf dem Radar hat, sondern wirklich aktiv bearbeitet. Das geht von eher noch spekulativen Themen wie den Robotern über ganz konkrete neue Geschäftsmodelle eigener Start Ups bis zur dunklen Seite der Digitalisierung, nämlich der Abwehr von Hackern und Betrügern.

Ich habe in meinem Vortrag zum Thema UX vor allem Digitale Assistenten anhand der entsprechenden SYNGENIO-App diskutiert – vor allem aber habe ich sehr viele hochspannende Vorträge gehört. Deren Inhalte sind zum großen Teil vertraulich, aber einiges gibt es doch zu berichten:  Weiterlesen

Foto source: Scene from "Novgorod Marketplace", a painting by Appolinary Vasnetsov (1856-1933).

CNP@POS: the next big step … after the dematerialized goat

For years – if not centuries – we have been tokenizing in commerce:

First, the goat herder at the market square had to trade his goat for a piece of parchment and twenty eggs at one vendor so that he could then trade the parchment for some cloth and the eggs for vegetables at another vendor – one that needed no goat, but had use for parchment.

Then came money.

Coins that allowed faster trade because the goat herder didn’t have to worry about vegetarian cloth dealers.

Coins became the token for the goat… and the cloth … and the vegetables.

Then trade boomed, and cash registers were needed – that’s where progress basically stopped, but I’ll get to that later.

Customers stood in lines, waiting to trade their tokenized goats for vegetables… the register queue was born on that day as well.

As too many coins became annoying, paper bank notes were created as tokens for the money… And, with too many paper bank notes, cards were created as tokens for notes – or if you will, as tokens for the tokens for the tokens for the goat and the cloth and the vegetables.

They called is progress – but did it get rid of the register queues? Nope.

Shortened them a bit … maybe.

A tiny bit.

Now, these cards became easy to counterfeit – much easier than the coins (and much, much easier than the goat) – so technology provided the wonderful world of commerce with little tiny EMV chips, which tokenized the cards that tokenized the notes that tokenized the coins that tokenized the goats, the cloth and the vegetables. The registers had meanwhile been augmented by tiny black boxes called POS terminals … making that side more complex instead of less… and we still had those register queues.

Then we went contactless.

Oh! The joys sung around the world for this brave giant step in progress!

Only took ten years of singing before a handful of people were willing to try it, but such is the price for progress nobody wants.

So where are we now?

We have dematerialized the goat.

We have demateiralized the bank note.

We have dematerialized the coin.

We have dematerialized the card,

And have even dematerialized its little chip.

We have a token for the token of the token for the token of the token for the token.

And we still have cash registers, POS terminals, and register queues.

Maybe it’s time to start work on the other side of the counter?

Until we have dematerialized the cash register – and it’s annoying little black box called POS terminal – we will never get rid of the one thing that really annoys the customer – the need to stand in a line to make a purchase.

Commerce is screaming for the abolition of the register queue –

It is time for CNP@POS!!

 

Foto source: Scene from „Novgorod Marketplace“, a painting by Appolinary Vasnetsov (1856-1933).

Finance Life

Finance Life: Diese App sagt mir, was ich wirklich wissen will

Ein Beitrag von Mark Spiessl, SYNGENIO AG.

Kunden erhalten regelmäßig Kontosalden von Ihrer Bank. Mit dem Einzug der digitalen Kundenzugänge über Web und Mobile mittlerweile jederzeit, 24 mal 7. Kontosalden sind auch unheimlich beliebt – viele nutzen Mobile Banking für nichts anderes, als die Salden- und Umsatz-Abfrage.

Doch ist der Saldo wirklich so hilfreich, wie man denkt?

Ist der Saldo wirklich die Information, die Kunden haben wollen? Oder haben sie sich nur damit abgefunden, dass ihnen der Saldo reichen muss? Weil sie keine bessere Kennzahl bekommen, die ihren Finanzstatus zusammenfasst?

Alle Kunden haben unterschiedliche Fragen, die sie eigentlich beantwortet haben möchten: Ist die Rate für mein Auto schon vom Konto abgegangen, oder kommt das noch? Werde ich am Ende des Monats noch Geld übrig haben, oder am Ende des Geldes noch Monat?  Wieviel kann ich noch bis zum nächsten Geldeingang pro Tag ausgeben, ohne dass es knallt?

Mit dem Kontosaldo beginnt das Kopfrechnen…

Außer bei der FinanceLIFE App. Mit der FinanceLIFE Produktsuite hat SYNGENIO ein Produkt entwickelt, das Kunden das Kopfrechnen abnimmt. Es zeigt gleich das Ergebnis der Kopfrechnung auf einen Blick – und nicht nur dem Saldo. Und, weil jeder Kunde andere Fragen hat, kann der Kunde auch mit einem Swipe auf seinem Smartphone die Ansichten wechseln und seine persönliche ideale Kennzahl wählen.

Das Produkt ist modular aufgebaut und flexibel einsetzbar: Als Stand-Alone App oder integriert in eine vorhandene Banking App, für Kreditkarten oder Girokonten, (jeweils einzelne oder auch mehrere bis hin zu Multibanking).

Der Clou ist: Weniger ist mehr, wenn es das Richtige ist!

ifb17

Von fancy Banks und seriösen Startups

Kennen Sie das? Der Tante-Emma-Laden an der Ecke nennt sich Supermarkt, weil er größer erscheinen will, und die globale Franchise-Kette macht auf Manufaktur, weil sie so gern persönlich wäre.

So ähnlich habe ich mich bei der innovationsForBanks 2017 gefühlt, die am 17. und 18.5. stattfand. Neben wirklich guten Gesprächen gab es dort spannende Vorträge rund um die Hot Spots der Innovation bei Banken. Ich selber habe über die Financial Health Lösung der SYNGENIO berichtet, darüber schreibe ich in einem kommenden Beitrag mal ausführlicher.

Im Fokus stand das Verhältnis von Banken zu FinTechs, weswegen auch beide Gruppen auf dem Podium waren. Und siehe da: Die Banken zeigen sich von ihrer hippen und agilen Seite, die StartUps machen auf seriös. Das liegt zum Teil sicher daran, dass man immer über Dinge berichtet, an denen man gerade aktiv arbeitet. Was man schon so richtig gut beherrscht, erscheint ja alltäglich und nicht berichtenswert. Ich habe aber den Eindruck, dass die Annäherung ernst gemeint ist. Als Beleg jeweils kurz zwei Beispiele. Vorträge von Banken:

Dr. Sven Deglow zeigte unter dem Titel „Ideen entstehen nicht am Schreibtisch“, wie die comdirect ihre Kultur weiterentwickelt hat. Zu den sichtbaren Outputs gehört der Blog, der Alexa-Skill zur Börsenkursabfrage, und der „Robo“ Anlageservice Deutschland-bankt-neu.de, bei dem die Kunden wählen können, wieviel Bankberatung sie für ihre Anlage buchen möchten.

Alexandra Seidel vom Innovationsmanagement der Postbank berichtete fast wehmütig von der Hackathon-Roadshow. Ein wahres Mammut-Event: über 10 Monate verteilt fanden in 7 Städten 3 Meetups und 3 Hackathons sowie das Finale statt. Die Siegerideen könnten jetzt zu Startups werden und die Postbank als Referenzkunden nutzen. Wer seine Idee nicht selber weiterentwickeln will, freut sich am Preisgeld und überlässt sie der Postbank.

Die Startups stellten sich einer Jury und einem Publikumswettbewerb. Letzteren gewann giromatch, die ihre Plattform Banken anbieten: Akquise, Scoring, Vertragsabschluss und Abwicklung von Krediten laufen über die Plattform. Das ist richtig hartes Bank-Kerngeschäft, das hier digitalisiert wird. Da geht’s ans Eingemachte.

Beim Customer Onboarding gab es von ID Now einen schon fast philosophischen Vortrag über Identifikation und Authentifizierung, der dann aber in die Vorstellung harter technologischen Weiterentwicklungen bei der Erkennung von Ausweisen und Gesichtern mündete. Letzteres ist durchaus nötig, um mit der Kreativität der Betrüger mitzuhalten. Wobei die Ganoven derzeit anscheinend eher mit low-tech social engineering arbeiten als mit High-Tech-Angriffsvektoren, wie sie das BSI schon mal vorweggenommen hat (Echtzeit-Video-Manipulation zur Einblendung eines fiktiven Ausweises).

Ein Eindruck blieb definitiv: Die Identifikation durch Algorithmen plus ausgebildete Menschen ist der alleinigen Prüfung durch „Amateure“ in Bank- oder Post-Filialen sicher überlegen. Ich bin mal gespannt, wann das GWG vorschreiben wird, dass eine starke Identifikation eine algorithmische Prüfung enthalten muss.

Kulturen_Banking

Warum bankomo, Yomo und N26 eher neue Kulturen des Bankings sind

Zuerst haben die großen Sparkassen mit yomo eine Antwort aufs Smartphone-Banking von N26 gegeben, jetzt ziehen die Genossen nach: bankomo ist die „Bank auf dem Smartphone“ von der Reisebank.

Im Mittelpunkt stehen bei allen einfache Produkte wie Girokonto und Debitcard, verpackt in ein wirklich modernes App-Design, bankomo bietet auch P2P-Transfers.

Die Frage ist: Ist App-Banking nur was für bestimmte Zielgruppen oder wird es zum Vorbild, an dem sich die mobile Banking Apps aller Banken messen lassen müssen?  N26 hat Push-Nachrichten so populär gemacht, dass inzwischen kein Mobile Banking mehr ohne sie auskommen will. Anderseits sagt die Reisebank, bankomo sei konkret für die unbanked in Deutschland gedacht.

Tatsächlich ist es bisher noch nicht so, dass mobile banking Apps der etablierten Banken als primärer Zugang zu Bankleistungen genutzt werden. Aus den USA kommt frisch eine Studie, die über 400 Banken berücksichtigt und die Erfahrungen aus Deutschland bestätigt: Die meisten Menschen nutzen Mobile Banking vor allem, um den Kontostand und die letzten Umsätze zu checken. Etwas mehr als 3 von 4 Logins machen nur das. Schön, dass die App auch P2P-Zahlungen kann – durchgesetzt haben sie sich bei den Kunden der etablierten Banken noch nicht.

Aus meinen persönlichen Nutzerbefragungen komme ich derzeit zum Schluss, dass es schlicht unterschiedliche Kulturen der Nutzung von Bankfunktionen gibt – und die sind eher kontextabhängig als zielgruppenabhängig.

Man kennt das vom Bezahlen: In vielen Situationen könnte ich bar bezahlen, mit der girocard oder der Kreditkarte. Im Web ist die Auswahl an Zahlverfahren noch größer. Ich denke aber nicht lange nach, wie ich bezahlen will. Für bestimmte Kontexte habe ich mir längst einen Standard-Weg angewöhnt. Bäcker? Bar. Flugbuchung? Kreditkarte. Abo? Lastschrift. Teures Restaurant? Girocard. Die verschiedenen Bezahlsysteme existieren nebeneinander, weil sich für jedes eine Nutzungskultur herausgebildet hat, über die ich gar nicht mehr nachdenke.

Mein Eindruck ist: Genau das passiert jetzt auch beim Banking. Die große Altersvorsorgeplanung? Hausbank mit Filiale. Die kleine Anlageoptimierung mit 0,2% mehr Zins? Direktbank. Das praktische Konto auf dem Smartphone? N26, yomo oder bankomo.

Es ist nicht so, dass nur unbanked und Teenager die Bank auf dem Smartphone zu schätzen wissen. Ein Kollege nutzt sein sein N26-Konto etwa für sein „Freizeit-Geld“, das er vom anderen Girokonto dahin überweist. Ja, das ist dann noch eine Bankverbindung und noch ein Konto – aber es kostet ja nichts und ist gefällig, also warum nicht?

Es scheint mir realistisch, dass sich langsam eine Nutzungs-Kultur für unterschiedliche Banking-Typen herausbildet. Die Menschen werden alle Banking-Typen nutzen, die ihnen passend erscheinen – und das können durchaus mehrere parallel sein, je nach Situation.

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