Budgets im PFM

PFM: Budgets helfen nicht weiter

Zugegeben, ich stand dem Budget-Feature im Personal Finance Management schon immer skeptisch gegenüber. Jetzt habe ich ihm doch eine Chance gegeben. Ergebnis: Mehr denn je halte ich Budgets im Privathaushalt für Unsinn. Meine Erfahrungen sehen so aus:

Die großen monatlichen Ausgaben etwa für die Immobilie und die Krankenkasse sind sowieso fix. Um sie zu kennen, muss ich keine Budgets anlegen. Wenn sich also in den Budgets für „Wohnen“ oder „Gesundheit“ etwas tut, dann wegen eines Rohrbruchs oder eines Unfalls. Anders gesagt: da entscheidet dann nicht mehr der Budgetplaner über die Priorität der Ausgaben. Das musste dann sein.

Die übrigen großen Ausgaben fallen nicht monatlich, sondern viel seltener an: Neues Auto, neue Möbel, neues Smart-Dings. Da helfen mir weder Monats- noch Quartalsbudgets weiter. Selbst bei Urlauben sind die Kosten so unterschiedlich, dass man sie dann doch besser einzeln einplant, anstatt mit einem pauschalen Quartalsbudgets zu arbeiten.

Dann bleiben noch ein paar Bereiche übrig, in denen wirklich monatlich wechselnde Kosten anfallen: Haushalt, Kleidung, Restaurants, Ausgehen, Hobby. Hier kann und muss ich wirklich entscheiden, wofür ich mein Geld denn nun ausgeben will.

Aber nicht einmal dabei fand ich Budgets pro Kategorie sinnvoll: Wenn ich in einem Monat mein Budget für Restaurants überschritten habe, was bedeutet das dann? Zunächst einmal gar nichts. Denn wenn ich gleichzeitig die Budgets für Hobby und Kleidung nicht ausgereizt habe, passt es womöglich doch wieder. Um zu wissen, wo ich stehe, muss ich dann wieder alles anschauen.

Da kann ich auch gleich auf den Indikator zurückgreifen, den wir in Wirklichkeit alle verwenden: den Kontostand. Wenn es zuerst Budgets gegeben hätte, dann wäre die Erfindung des Kontostands als großer Fortschritt gefeiert worden: Endlich nicht mehr einzelne Budgets abgleichen müssen, stattdessen gleich die „Bottom Line“  anschauen. Da ist die Information in eine einzige Zahl verdichtet.

Natürlich hat der Kontostand gravierende Nachteile. Er erklärt nicht, wie er zustande gekommen ist. Bei dieser Analyse hilft Kategorisierung (auch ohne Budgets). Vor allem berücksichtigt der Kontostand die Zukunft nicht. Weder die unmittelbare Zukunft, also was diesen Monat noch von meinem Konto abgeht, noch ein Ansparen für zukünftige größere Anschaffungen.

Wir bräuchten also durchaus einen besseren Indikator, wo wir finanziell stehen. Die Kombination aus aktuellem Kontostand und Prognose des Kontostands zum Monatsende ist schon ein wesentlicher Fortschritt. Wenn man noch Rücklagen für größere Ausgaben in kommenden Monaten einbezieht, hat man einen wirklich sinnvollen Indikator. Dann weiß man, wieviel Geld man für „Nice to have“-Themen raushauen kann.

Und mehr muss ich als Privatmensch auch gar nicht im Blick haben. Anders als bei Unternehmen ist die wirtschaftliche Optimierung ja kein Selbstzweck. Ich muss nur den Spielraum kennen, den ich für die Optimierung meiner Lebensqualität habe. Die ja letztlich das Ziel ist.

Instant Payment Schema des EPC

Instant Payments kommen – gestalten Sie jetzt mit!

Die Älteren unter uns können sich noch an Zeiten erinnern, in denen eine Überweisung gerne mal drei Tage im Zahlungsverkehrssystem der Banken herumlümmelte, bis sie auf dem Zielkonto eintraf. Inzwischen kommt das Geld zwar innerhalb eines Tages an, inzwischen sind wir aber auch daran gewöhnt, dass selbst weltweite Transaktionen in Sekunden abgeschlossen werden. Warum elektronische Überweisungen länger dauern, als man brauchen würde, um den Betrag in Form von Bargeld von einer Bank zur anderen zu tragen, versteht wirklich kein Mensch mehr.

Das soll sich jetzt ändern. Das EPC (European Payments Council) hat sein Schema für Instant Payment vorgestellt. Damit sollen zukünftig Zahlungen im SEPA-Raum innerhalb von 10 Sekunden abgewickelt werden, bis zu einem Betrag von 15.000 €. Dabei können die Beteiligten untereinander auch kürzere Fristen oder höhere Maximalbeträge vereinbaren.

Das Zahlungsschema basiert auf dem SEPA Credit Transfer Schema. Man liegt wohl nicht falsch, wenn man Instant Payments auch als eine Form der Entschuldigung der Regulatoren gegenüber den Verbrauchern sieht: Mit viel Aufwand wurde SEPA durchgedrückt, und was haben die Endbenutzer davon? IBAN und BIC. Eine Grausamkeit. Mit Instant Payments kann man jetzt zeigen, dass SEPA auch zu wirklichen Fortschritten in der Customer Experience beitragen kann.

Bis 10. Juli bittet das EPC um Ihr Feedback zum Schema. Lassen Sie Ihre SEPA-Experten drüber schauen. Der Umstieg von 1 Tag auf 10 Sekunden will richtig umgesetzt sein, wenn er die Systeme nicht hoffnungslos überfordern soll. Wobei ja auch nicht alle Überweisungen entsprechend beschleunigt werden, sondern nur Zahlungen über das neue Schema.

Wer sich für eine solche Mitwirkung noch nicht berufen fühlt, sondern erst einmal wissen will, was diese Instant Payment für die Bank bedeuten werden, dem sei das Seminar des ibi research empfohlen: „Instant Payments: eine neue Revolution im Zahlungsverkehr?„, das am 23. Juni 2016 in Frankfurt stattfindet.

EHI Kongress 2016

Payback in der Pole Position bei Mobile Payments

Payback goes Mobile Payment“ ist der Titel eines Vortrags, den Payback Geschäftsführer Dominik Dommick am 26. April 2016 auf dem EHI Kartenkongress halten wird. Zusammen mit Philipp Blome, dem Geschäftsführer von Real Digital Services und Robert Herzig von der Metro AG.

Laut mobilbranche.de sei es sehr wahrscheinlich, dass dort der Start des Mobile Payment Programms bekannt gegeben wird, das Payback bereits 2014 angekündigt hatte.

Dass die Händler Real und Metro mit vortragen, zeigt bereits eine Stärke von Payback: Den Zugang zum Handel haben sie bereits. Das ist ein entscheidender Faktor, denn der Handel muss die Kosten für die technische Aufrüstung in der Fläche tragen – und dafür braucht er ein gutes Argument. Selbst Apple, Paypal und Square kommen da in den USA nur langsam voran.

Payback kann den Händlern ein klares Argument bieten, das über den reinen Bezahlvorgang hinausweist: Die Kundenbindung durch das Bonusprogramm. Natürlich gehören Bonusprogramm und Bezahlvorgang zusammen – die Frage nach der Payback-Karte kann dann entfallen, was den Checkout schneller und bequemer macht, der erhaltene Bonus kann von der App direkt angezeigt werden.

Interessant ist in diesem Kontext auch, dass Payback bereits früh mit Location Based Marketing auf Basis von iBeacons experimentiert hat (siehe hier). iBeacons kommunizieren in der Filiale per Bluetooth mit dem Smartphone des Kunden, zeigen Angebote oder erlauben das Bezahlen direkt am Regal statt an der Kasse. Doch dazu müsste jeder Händler die Kunden erst einmal von seiner App überzeugen. Die Payback-App hingegen wurde bereits über 8 Millionen Mal heruntergeladen. Und zwar vermutlich genau von denjenigen Kunden, die auf Sonderangebote ansprechen. Wenn Payback das Location Based Marketing für die Händler übernehmen würde, könnten diese von heute auf morgen eine enorme Reichweite erzielen.

Auf der ProfitCard 2016 hat Payback noch nicht viel verraten, sondern auf die EHI-Konferenz verwiesen. Immerhin war beim dortigen Vortrag auffällig, dass alle anderen über Mobile Payment reden, während es Payback um die Total User Experience beim Einkauf geht.

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CIBI2016

CIBI 2016: Schlüsselfaktoren für den Bankerfolg

Der CIBI Innovationstag 2016 des ibi research brachte sie alle zusammen: Die etablierten Banken, die Angreifer und die Regulatoren. Daraus entstand ein spannendes Puzzle, mit vielfältigen, teils auch konträren Antworten.

So wurde einerseits die Kooperation von Banken und FinTechs gelobt, anderseits war mit paydirekt auch der Angriff der Banken gehen die „Mutter aller FinTechs“, paypal, vertreten. Frank Schwab bezeichnete das Thema Payment gar als Entscheidungsschlacht um die Kundenschnittstelle.

Aus den vielen  Ergebnissen der Vorträge sind mir einige Erkenntnisse als Schlüsselfaktoren im Gedächtnis geblieben:

  • Omnichannel und Regulatorik zusammen bringen: Prof. Penzel vom ibi stellte die Anforderungen von Omnichannel-Architekturen einerseits und dem modernen Ansatz der Regulierer anderseits vor. Beide erfordern, dass bisher getrennte Spartensysteme zusammengebracht werden. Dazu wird man auf Dauer nicht separate Aggregationen in Richtung Kunde und in Richtung Aufsicht bauen können, die Logik wird in die einzelnen Systeme selbst einfließen müssen.
  • Agilität und Stabiliät in der IT parallel ermöglichen: Dr. Ralph Müller von der Postbank stellte hier deren Modell vor, Frontend und Backend durch eine API zu entkoppeln. So kann das Frontend agil, das Backend kosteneffizient und skalierbar aufgebaut werden.
  • Kunden beteiligen: Tobias Ehret (ebenfalls von der Postbank) und auch mein eigener Vortrag stellten beide die zentrale Rolle des Kunden bereits bei der Konzeption von Innovationen vor. Mit dem MVP-Ansatz werden Kunden durchgängig während der Entwicklung beteiligt. Die Postbank organisiert ihre Community dazu im Ideenlabor.
  • Mit FinTechs kooperieren, dabei aber die eigene Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten: FinTechs haben derzeit ein durchweg positives Image – sofern sie überhaupt beachtet werden. So das Ergebnis einer Blitzumfrage unter den Teilnehmern. Kooperationen wurden als wesentliche Option gesehen, die alle Banken prüfen sollten. Allerdings darf niemand den Wettbewerbsfaktor unterschätzen: Fidor hat derzeit Kundengewinnungskosten von unter 25 € pro Kunde, Geschäftskunden eingerechnet. Auf diesen Wettbewerber muss man sich einstellen.
ThinkBold 2.0

ThinkBold 2.0: PayDirekt und Instant Payments

Auf der ThinkBold-Konferenz kamen gestern in Frankfurt wieder CIOs und CDOs mit Startups ins Gespräch. Regulatoren waren nicht eingeladen, aber doch sehr präsent, sogar in wechselnden Rollen.

Das Bundeskartellamt scheint laut Teilnehmern der Einzige zu sein, der den deutschen Banken noch eine marktbeherrschende Stellung beim Payment zutraut. Um diese Gefahr abzuwenden, hat es den ja so unglaublich mächtigen Monopolvertrieb von PayDirekt aufgespalten in sieben Konzentratoren.

Allgemein wurde die Einstellung der Behörde als schlechter Witz angesehen, da PayDirekt ja bei null Prozent Marktanteil startet. Tatsächlich liegt laut Prof. Penzel vom ibi research heute die Hälfte der eCommerce-Zahlungen bei den bankfernen Anbietern Paypal und Amazon Pay. Und dabei sind die Paymentlösungen der „neuen Oligarchen des Internet“ wie Apple Pay und Android Pay noch gar nicht Deutschland angekommen.

PayDirekt wird es mit seiner heterogenen Eigentümerstruktur ohnehin schwer genug haben wird gegen Paypal und die Internet Oligarchen. Schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen sind bei diesem Unternehmenssetup kaum zu erwarten. Es wäre wirklich nicht nötig, es den Banken und Händlern noch schwieriger zu machen, miteinander ins Geschäft zu kommen. De fakto limitiert das Kartellamt derzeit den Wettbewerb, indem es die Verbreitung von PayDirekt unnötig bremst.

Liebes Kartellamt, sprich doch mal mit der Bankenaufsicht. Frag mal, ob die es gut finden, dass ein immer größerer Teil europäischer Zahlungen über die USA laufen. Schau Dir die realen Marktanteile und deren Entwicklung noch mal an. Und dann spiel den Helden, lauf los und sammle wie in einem Computerspiel die sieben Splitter des PayDirekt-Vertriebes wieder ein. Keine Sorge, auch zusammen wird kein übermäßig mächtiges Artefakt daraus.

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Google Car

Sind wir bereit für fahrerloses Banking?

Die wundervolle Titelfrage stellte der Blogbeitrag „Are you ready for driverless banking?“ , dessen Antwort dann leider nicht überzeugt. Sehr viel hilfreicher ist da schon die Antwort des Finovate-Blogs „Will Consumers put Finances on Autopilot?

Die Kernfrage ist, wie die Balance zwischen Automatisierung einerseits und Kontrolle anderseits gestaltet wird. Sicher bedeutet Digitalisierung immer auch Automatisierung, Kunden können aber auch viel leichter Kontrolle ausüben, wenn sie mit ihren Finanzen über das Smartphone interagieren statt über die Filiale.

Im Idealfall erleichtert mir Automatisierung die Kontrolle, indem sie mich genau im richtigen Moment ins Spiel bringt. Das einfachste Beispiel sind Push-Messages bei größeren oder verdächtigen Transaktionen. Wenn ich mich darauf verlassen kann, dass in wichtigen Fällen solche Nachrichten kommen, bevor die Transaktion unwiderruflich ausgeführt wird, dann muss ich meinen Kontoauszug seltener kontrollieren.

Auf der Finovate Europe gab es einige interessante Beispiele für mehr Automatisierung. Neben neuen Varianten der Robo Advisors wurden Möglichkeiten für die Benutzer gezeigt, sich ihre Automatisierungen selbst zu bauen.

Crealogix zeigte, wie Nutzer mit IFTTT („If this than that“) eigene Funktionen erstellen können. Clever!

Capitali.se erlaubt es, einfache Börsenstrategien als Sätze zu formulieren, die das System ausführen kann. Etwa: Wenn der 50-Tage-Durchschnitt über den 200-Tage-Durchschnitt steigt, dann kaufe 100 Apple Aktien.

capitali.se

Gerade beim Thema Wertpapiere gab es Beispiele für die Balance von Automatisierung und menschlichem Faktor. Investify verbindet automatische Anlagen des Robots mit persönlichen Anlagen in Themen wie Elektromobilität, alternde Gesellschaft, Robotics. Und die Strategie wird nicht nur in Bezug auf ihr Risiko bewertet, sondern auch in Bezug auf die Bequemlichkeit, also die Frage, wie oft ich mich um mein Portfolio kümmern muss.

Und natürlich gab es meetinvest. Dort wird der Robo Advisor genutzt, um Strategien berühmter Investoren umzusetzen. Psychologisch gesehen genial: Wenn ich weiß, dass Computer besser investieren, aber an die Fähigkeiten der Experten glauben will, kann ich hier beides bekommen. Automat und Mensch.

Ich glaube, in der Balance zwischen Automatisierung, Kontrolle und Menschlichkeit liegt ein extrem spannendes Spielfeld, über das sich unterschiedliche Next Generation Finance Lösungen differenzieren werden. Ich bin gespannt, was da noch an Ideen entsteht.

FinovateEurope2016

Finovate Europe 2016: Die wichtigsten Perspektiven

Die Londoner Finovate zeigt, was sie kann: Natürlich gibt es es inzwischen auch in Deutschland genügend FinTech-Konferenzen, aber in dieser Dichte, Internationalität und mit breit gestreutem Publikum ist sie nach wie vor einzigartig in Europa. Immerhin ist London derzeit „King of FinTech“ , die Investitionen in Großbritannien überstiegen in 2015 die im gesamten Rest von Europa.

Statt bahnbrechender Neuerungen gab es vor allem Trends zu entdecken, die sich durch die Veranstaltung zogen. Stark im Fokus stand die Personalisierung und Kontextorientierung des Bankings. Außerdem wurden Gestaltungsprinzipien übertragen, die Nutzer von anderen Apps oder aus dem eCommerce kennen. SwipeStox bezeichnete sich selbst als „Tinder of Social Trading“, eWise als „fitbit of finance“.

Wichtig war immer wieder die Balance zwischen Automatisierung und eigener Kontrolle durch den Kunden. Deutschland FinTech-Szene war stark vertreten unter anderem mit Lendstar, Scalable Capital, Risk Ident und SwipeStox.

Herausheben möchte ich zwei Themen: Neues zum Robo Advisoring und zur Biometrie.
Die Roboter gehen den nächsten Schritt, bei der Biometrie kommen Sprach- und Augen-Erkennung, was insbesondere für die mit PSD II verbundene Zwei-Faktor-Authentisierung spannend ist.

Meetinvest

Meetinvest bietet einen Roboter, der nicht auf Basis von Fonds arbeitet, sondern täglich über 90.000 einzelne Aktien analysiert. Auf Basis der Analysen werden dann Strategien berühmter Anleger umgesetzt (wie Warren Buffet, den das Beitragsbild zeigt). Die Algorithmen der Strategien sind veröffentlicht, hier herrscht Transparenz. Anhand einer Rückwärtsbetrachtung sieht der Kunde, wie die Strategie in der Vergangenheit gewirkt hätte.

Aus meiner Sicht eine spannende Verbindung zwischen voller Automatisierung einerseits und menschlichem Faktor anderseits in Form der der großen Investoren, deren Anlagestrategien den Kern der Plattform bilden.

Scalable Capital

Scalable Capital bietet eine automatisierte Vermögensverwaltung nach dem „Value at Risk“ Prinzip. Roboter arbeiten gerne mit einem schlichten Mix von Aktien und Anleihen entsprechend der Risikoneigung des Kunden. Große Investmentgesellschaften bewerten das tatsächliche Risiko eines Portfolios aber fortlaufend neu und steuern nach, um die Value at Risk im angestrebten Rahmen zu halten. Genau das verspricht Scalable Capital jetzt auch Kunden im mittleren Vermögensbereich. In Deutschland können die die Plattform bereits nutzen, Großbritannien folgt jetzt.

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Prognose FinTech 2016

Finance 2016: Drei ungewöhnliche Prognosen

Der Jahresbeginn ist die hohe Zeit der Prognosen: Was erwartet uns? Inzwischen sind die meisten Blicke un die Glaskugel publiziert, und es findet sich wenig Überraschendes. Blockchain, Mobile Payment, mehr Biometrie (allein schon wegen der zweiten Payment Service Direktive). Auch der Kontowechselservice wird wegen gesetzlicher Vorgabe ein großes Thema sein.

Überraschend war für mich, dass immer noch sehr die Einzelfeatures oder Einzelservices im Vordergrund stehen. Inzwischen sind wir doch an dem Punkt, an dem gerade die intelligente Verknüpfung in ein stimmiges Ganzes die zentrale Herausforderung ist.

Drei neue Begriffe sind bei mir hängengeblieben, die ich Ihnen kurz vorstellen möchte:

  • Unicorpses
  • Internet of Me
  • Life Finance

Unicorpses

In Deutschland war 2015 erst der Durchbruch für Investments in FinTech, international lief der Markt schon heiß. Private Companies wurden höher bewertet als Public Companies – in gutes Indiz, dass da auch viel heiße Luft gehandelt wird, die sich in den Bilanzen der Venture Capitalists gut macht, die aber letztlich nicht realisiert werden kann.

Es gibt ein erhebliches Risiko, dass in 2016 mehr FinTechs den Weg von Yapital gehen werden – ins Aus. Darunter könnte auch mindestens ein Unicorn sein, also ein Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Marktkapitalisierung. Und ein totes Unicorn ist ein eben ein Unicorpse. Das Wortspiel ist so gut, dass es definitiv in den Schlagzeilen auftauchen wird, sobald über dem ersten Einhorn dunkle Wolken auftauchen.

(aus den Prognosen von bank Innovation übernommen: http://bankinnovation.net/2015/12/top-10-fintech-predictions-for-2016/ )

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Azimo

Drei Trends, die der Geldtransfermarkt verschlafen hat

Neulich habe ich Peter Demidov vom Azimo kennengelernt. Es lohnt sich, aus seinen persönlichen Erfahrungen im internationalen Payment zu lernen. Deshalb hier sein Bericht:

„Mit 2.000 Euro in der Tasche stehe ich in einer langen Schlange vor dem Schalter eines Anbieters von Geldtransfers. Das Geld sollte nach Russland zu meiner Oma. Allein die Tatsache, dass ich als Jugendlicher mit so viel Bargeld durch die Gegend lief, sorgte bei mir schon für Unbehagen. Die Atmosphäre vor Ort verstärkte dieses Gefühl nur noch.

Es war kalt, ungemütlich und alles andere als einladend. Die Fassade des Schalters war genauso veraltet wie die Umgebung, in der er sich befand. Als ich endlich an der Reihe war, musste ich meinen Pass abgeben – was genau damit gemacht wurde, das erklärte mir niemand.

Nachdem ich ein paar Formulare ausgefüllt hatte kam der Knackpunkt: die Kosten. Von meinen 2.000 Euro würden nur 1.750 Euro bei meiner Großmutter ankommen. Sollte ich die Geldsendung trotzdem durchführen? Ob ich es getan habe, verrate ich später.

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JBFOne 2015 bild

JBFOne 2015: Integration und Innovation

Die JBFOne ist die Entwickler-Konferenz der Fiducia und GAD IT – und steht damit für einen sehr großen Teil der Softwareentwicklung im genossenschaftlichen Bereich. SYNGENIO war auch dieses Jahr wieder Teil der JBFOne, die größer denn je zu sein schien.

Und die vor allem eins klar machte: Zwar stehen die Integration der Standorte und die Migration der Banken auf ein einheitliches Bankverfahren auf der Agenda, aber die Fiducia und GAD wird sich nicht darauf beschränken. Sie wird parallel Innovationen vorantreiben, wird ihre Innovations-Kultur und -Methode weiterentwickeln.

Schon in der einleitenden Keynote stellte Gerd Müller heraus, dass Exzellenz und Innovation parallel vorangetrieben werden. „Operative Exzellenz ist wie ein Marathonlauf. Innovation ist ein Sprint. Mit dieser IT der zwei Geschwindigkeiten müssen wir umgehen“, so Gerd Müller.

In meinem Vortrag habe ich noch zwei weitere Aspekte von Innovation betrachtet. Zum einen verlassen wir mit Innovationen bekannte Gewässer. Wir brechen auf zu neuen Ufern. Man spricht gern von Blue Oceans, die zu entdecken sind. Was seltener gesagt wird: Für diese Ozeane gibt es keine Karten, und sie sind elende Nebelmeere. Ja, irgendwo da draußen liegt eine Schatzinsel. Aber die will erst mal gefunden werden.

Und: Unternehmen sind per Gesetz verpflichtet, Risiken zu erkennen und zu steuern. Das Management darf das Schiff nicht einfach auf Grund setzen. Wie aber können wir planen, wenn wir wirklich unterwegs sind in neuen, unkartierten Gewässern?

Es gibt nur einen Weg: Die Kunden entscheiden. Wenn die Kunden gut finden, was wir tun, sind wir auf dem Weg zur Schatzinsel. Deshalb müssen Sie Erfahrungen mit unserem Produkt machen können. So früh wie möglich, und immer wieder. Das ist Produktentwicklung mit Minimum Viable Products.

Auch Gerd Müller sprach in seiner Keynote bereits von validiertem Lernen, mit dem man den Pfeil immer besser ins Zentrum der Zielscheibe justiert. Zum Glück hat er meinen Vortrag dann doch nicht ganz vorweggenommen.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass mit den Genossen zu rechnen ist. Gut so!

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