PFM Sparkasse Chemnitz

Elektronisches Haushaltsbuch bei der Sparkasse Chemnitz und in der Zeit

Bisher hatten die Sparkassen vor allem das gedruckte Papier-Haushaltsbuch im Angebot. Den traditionellen Zettel-Look hat die Sparkasse Chemnitz beibehalten. Aber sonst ist alles anders, denn sie bietet jetzt ein ausgewachsenes Online Personal Finance Management (PFM), das den Vergleich mit den Angeboten anderer deutschen First Mover nicht scheuen muss: Einnahmen und Ausgaben-Visualisierungen, Kategorien-Tortendiagramm und individuelle Budgets. Es fehlen eigentlich nur Sparziele.

Ob der niedliche Papier-Look wirklich praktisch ist, kann ich anhand der Screenshots nicht beurteilen. Die Post-Its sehen eigentlich zu klein aus, um darauf wirklich Listen von Einzelbuchungen anzuzeigen. Schön aufgeräumt wirkt das Ganze aber auf jeden Fall.

Leider gibt es die moderne Lösung nicht unbedingt schon bald bei jeder Sparkasse. Die Chemnitzer sind nämlich „Enfant terrible“ im Verband und setzen IT auch mit ihrer eigenen Tochter um. So auch hier. Sparkassen, die rein auf die vom DSGV vorangetriebenen Lösungen setzen, bleibt bis auf weiteres der Verweis auf das gedruckte Haushaltsbuch. Aber vielleicht gelingt die Provokation ja und der Verband startet eine Multichannel-Initiative, die neben Papier und Bleistift auch Maus und Touchscreen unterstützt?

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Paypal bei DKB

DKB integriert Paypal

Was auf den ersten Blick wie eine Kapitulation vor der Konkurrenz aussieht, könnte einer der schlauesten Schachzüge einer etablierten Bank im Umgang mit Next Generation Finance Anbietern sein: Die DKB integriert Paypal in ihr Online-Banking.

Ausgerechnet die DKB, die ihre Kreditkarte als zentrales Kundenbindungsinstrument einsetzt und sie dafür auch mit bemerkenswerten Features ausstattet. Müsste sie nicht alles tun, um die Kunden zum Bezahlen mit der DKB-Kreditkarte zu motivieren? Warum andere Zahlungsdienste ins Boot holen?

Der entscheidende Punkt dürfte sein, dass Paypal seinerseits ja auf etablierten Zahlungsverfahren aufsetzt – unter anderem auf Kreditkarten. Und so gehört die Verknüpfung der DKB-Visa-Karte als Zahlungsverfahren in Paypal gleich mit zum Leistungsumfang.

Warum sollten Kunden auch nicht die Kreditkarte als Zahlungsmittel verwenden? Klar, bei Kreditkarten fallen Gebühren an. Die zahlt aber der Handel. Die Kunden sammeln Bonus-Punkte für den DKB-Club. Das ist für sie attraktiver als eine Lastschrift. Weiterlesen

Main Incubator

SLAM, Main Incubator, Trumpf: Das Ende des Branchendenkens

Normalerweise geht’s hier ja um Wandel in der Bankbranche durch die digitale Transformation. Aktuell ist aber ein anderer Wandel mal wieder augenfällig: Die zunehmende Auflösung des Konzepts „Branche“, auch in Bezug auf die Bankbranche. Hier mal ein paar aktuelle Meldungen:

  • Die Commerzbank gründet „Main Incubator“ zur Förderung von Startups im FinTech-Bereich. Büroräume, Experten, Fördergelder, Kooperationen mit der Commerzbank werden angeboten. Damit verschafft sich eine Großbank Zugang zum Markt der „Angreifer“. (siehe auch den Bericht in der „Gründerszene“ ). Ich bin sehr gespannt, was Main Incubator zur deutschen FinTech Landschaft beitragen wird!
  • Der Maschinenbauer Trumpf gründet seine eigene Bank. Bereits seit 2001 verfügt Trumpf über eine eigene Leasinggesellschaft. Das gab es bei anderen Maschinenbauern auch. Jetzt hat das Unternehmen aber eine Vollbanklizenz bekommen – ein Novum in der Branche. Ziel ist die Finanzierung des eigenen Absatzes. Trumpf sieht sich gegenüber klassischen Banken dabei im Vorteil, weil sie das Geschäft und damit die Risiken ihrer Kunden besser verstehen.
  • SLAM („Schnellladenetz für Achsen und Metropolen“) ist ein Kooperationsprojekt zum Aufbau einer Ladesäuleninfrastruktur für Elektroautos.  Neben den üblichen Verdächtigen wie Automobilherstellern und Forschungsinstituten engagieren sich auch der Energieversorger EnBW und der DG Verlag. Genossenschaftliches Tanken, das ist doch mal was Neues! Zitat:

„Wir sehen hier Chancen für die genossenschaftliche Finanzgruppe, sich als Innovator für das Zukunftsthema Energiewende, hier speziell der Elektromobilität, zu positionieren. Durch unser Engagement im Projekt SLAM erhalten wir exklusiven Zugang zu neuen Entwicklungen im Bereich Elektromobilität, der unseren Beratungsleistungen für die Volksbanken Raiffeisenbanken zu Gute kommt“ (Peter Erlebach, Vorstandsvorsitzender des DG Verlags)

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Zinsfalle_als_Chance

So geht’s : Die Zinsfalle als Chance der Deutschen

Im Handelsblatt vom 03. Januar 2014 erschienen mehrere Artikel zu der Problematik, dass durch das inzwischen langjährige Zinstief das Geschäftsmodell der deutschen Regionalbanken, namentlich Volksbanken/Raiffeisenbanken und Sparkassen in den nächsten Jahren massiv in Bedrängnis geraten kann. Denn diese Häuser nehmen vor allem Spareinlagen entgegen und leihen dieses Geld in Form von Krediten wieder aus. Durch das Zinstief tappen nun diese Banken und Sparkassen in die Zinsfalle, denn die Marge zwischen Einlagenzinsen und Kreditzinsen schrumpft deutlich.

Als wichtigste Lösung wurde in den Artikeln eine Ankurbelung des Provisionsgeschäftes, insbesondere des Wertpapiergeschäftes genannt.

Und in dieser möglichweise bald anstehenden Wandlung des Geschäftsmodells sehe ich eine große Chance für die Sparer in Deutschland!

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PFM Wandel

Personal Finance Management: Erfolg durch Wandel.

2013 hielt Personal Finance Management (PFM) Einzug in deutsche Online Bankings. Postbank, comdirect und Volksbanken mit Fiducia-Anbindung haben PFM gestartet, die Links verweisen auf die jeweiligen Reviews. Damit hat das Thema in kurzer Zeit eine Sichtbarkeit erreicht, die alle anderen Retail Banken zwingt, sich damit auseinander zu setzen. Soll man mitmachen? Wenn ja, wie?

Als Beitrag zur von Boris Janek initiierten Blogparade „Trends für das Jahr 2014“ wage ich hier eine Prognose, wie es mit PFM in Deutschland weitergehen wird und vor allem, wie sich unsere Sichtweise auf PFM verändern wird. Die nächsten faktischen Entwicklungen sind ja noch relativ klar:

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Wow! Die Medien verschieben das SEPA-End-Date!!

 

Heute war in diversen Medien von der Verschiebung der SEPA-Einführung zu lesen und zu hören.

Also: Erst einmal gibt es SEPA seit 2008, allerdings sollen die alten deutschen Zahlungsverkehrssysteme per Gesetz (EU-Verordnungen haben Gesetzescharakter) zum 01.02.2014 abgeschaltet werden.

Wir erinnern uns schmerzlich daran, dass die deutschen Medien das Thema SEPA lange Zeit weitgehend ignoriert haben. So wurden Pressetermine und –Mitteilungen geradezu boykottiert.
„Das Thema sei für die Leser nicht interessant“ war zu vernehmen.

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Wordles

Koalitionsvertrag: Trend zur Next Generation Finance erkennbar

Bisher konnte man den Gesetzgeber verlässlich unter den Stützen traditionellen Bankings verorten: Die Regulierung der Branche stellte kreative Neueinsteiger vor hohe Hürden. Der aktuelle Koalitionsvertrag ändert das Bild: für die traditionellen Banken hat er kein einziges gutes Wort übrig, aber Crowdfunding und junge Wachstumsunternehmen sollen gefördert werden.

Die Finanzbranche muss dringend ernsthaft an ihrem Verhältnis zur Politik arbeiten, das ist damit dokumentiert. Was bedeutet der Koalitionsvertrag für die Zukunft des Bankings in Deutschland?

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Bitcoin-Ranking

Bitcoin Boom: Auf dem Weg zur echten Währung?

Wieder haben wir eine Gelegenheit verpasst, mühelos reich zu werden: Anfang 2011 notierte die virtuelle Währung Bitcoin erstmals über 1 Dollar. Noch im September 2013 konnte man sie für gut 100$ erwerben, doch aktuell kennen die Kurse kein Halten mehr: Schon wurden mehr als 700$ für einen bitcoin gezahlt. Wer also 2011 mal zehntausend Dollar investiert hat, kann sich heute über sieben Millionen freuen.

Die Titelgrafik zeigt, dass die Bitcoin-Geldmenge insgesamt damit Rang 88 in der Liste der größten Währungen der Welt erreicht hat. Etliche reale Volkswirtschaften kommen also mit weniger Geld aus.

Ausschlaggebend dürften Erwartungen sein, dass Bitcoin sich zumindest in den USA auf dem Weg zur regulären Währung befindet: Das New York State Department prüft die Ausgabe einer „BitLicence“, um den Handel mit bitcoins aus der Schattenwelt zu holen und in einen regulierten Kontext einzubinden. Auch der amerikanische Senat befasste sich aktuell mit Bitcoin. Timothy B. Lee bewertet das in seinem Bericht in der Washington Post so: „This Senate hearing is a Bitcoin lovefest“.

Welche Chancen und Risiken bietet die erste dezentrale Kryptowährung der Welt?

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Colours_in_the_Dark

Ihr gefährlichster Konkurrent: Die NSA

„The NSA means business“ – die NSA meint es ernst oder auch: Die NSA operiert wie ein Konzern. Ein globaler Konzern, der die Interessen seiner Kunden vertritt (ja, die NSA nennt sie tatsächlich „Customers“). Zu den Kunden gehört ganz sicher auch das U.S.-Finanzsystem. Um es zu stärken, wird die NSA ihre Mittel natürlich auch gegen europäische Banken und deren Kunden einsetzen. Aktuelle Berichte in der FAZ und der NY Times belegen den Wirtschaftscharakter der NSA-Aktivitäten. Wir müssen jetzt den Schutz der Banken und Bankkunden verbessern!

Frank Schirrmacher betitelt seinen Weckruf in der FAZ „Europas Sputnik-Schock“. Wenn sogar die FAZ Amerika mit der Sowjetunion des kalten Kriegs vergleicht, dann ist es ernst. Im Wortlaut:

„Die amerikanischen Spähprogramme folgen in ihrer Logik der Markt-Überwachung von Konzernen. […] Wer Terroristen überwacht, will Verluste vermeiden. Wer die Bundeskanzlerin und ganze Gesellschaften abhört, will Profit machen. Auf diese einfache Formel muss man augenblicklich die Moral der Überwachungsaffäre reduzieren. […] Den Maschinen, die die Arbeit der Überwachung organisieren, ist es egal, ob sie Katastrophen voraussagen oder Anlagechancen. Die Ausspähung der Bundeskanzlerin in Zeiten der Euro-Krise ist jedenfalls näher an einem Insider-Geschäft als an einer Terror-Vermeidungsstrategie.

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