Firmenkunden Banking Portal

Was muss ein Banking-Portal Firmenkunden bieten?

Im vorigen Blogbeitrag habe ich erklärt, warum Firmenkunden-Banking ein eigenes Portal verdient. Falls Sie noch glauben, EBICS, DTA und Lastschriften reichten doch aus, lesen Sie am besten erst den vorigen Beitrag.

Dort habe ich auch schon ein Phänomen angedeutet: Jahrelang wurde Firmenkunden-Banking als das „nächste große Ding“ bei der Digitalisierung von Banken angekündigt. Studie um Studie stieß ins selbe Horn – leider ohne dass die Studien konkret gesagt hätten, was ein digitalisiertes Angebot für Firmenkunden denn nun an Funktionen bieten soll.

Ich glaube, es hat deshalb so lange gedauert, bis dieses „nächste große Ding“ Realität wurde, weil schlichtweg jahrelang die Ideen fehlten, mit was man ein neues Firmenkunden-Portal hätte füllen können. Solange man auf Rechnungen, Zahlungen und Cash-Management fixiert bleibt, fällt einem auch nichts Originelles ein. Das wird durch die oben genannten Standards alles schon gut abgedeckt, ohne dass sich eine Bank damit besonders profilieren könnte. Die Konkurrenz unterstützt die Standards ja auch.

Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach. Man muss nur mal kurz das Thema Zahlungsverkehr beiseitelassen und sich anschauen, wie Banken und Firmen in anderen Bereichen zusammenarbeiten. Dann fällt sofort auf, dass es an allen Ecken und Enden an digitaler Unterstützung mangelt.

Es fängt bei der Frage an, wie Unternehmen Verfügungsberechtigte ändern können. Geht weiter über fehlende Antragsstrecken, weil das Firmenkundengeschäft nun mal nicht so standardisiert ist wie das Retail Banking. Und endet bei der Frage, welchen Nutzen die bestehenden digitalen Angebote dem Firmenkundenberater in seiner täglichen Arbeit bieten.

Geht man nur mal von den Aufgaben eines Firmenkundenberaters aus, dann findet man genügend Dinge, die ein Firmenkunden-Portal bieten kann. Die offensichtlichsten:

  • Sichere Kommunikation und sicherer Dateiaustausch im Bank-Portal.
  • Verwaltung von Verfügungsberechtigungen inklusive Video-Legitimation neuer Berechtigter.

Das erspart schon eine Menge unverschlüsselter eMails mit angehängten eingescannten Dokumenten.

Sobald man in diese Richtung denkt, fällt einem auf, was ein gutes Firmenkundenportal vom Online-Banking aus dem Retail-Bereich unterscheidet: Das Retail-Banking ist Web 1.0, ein Firmenkunden-Portal muss Web 2.0 sein.

Ein furchtbar altmodischer Begriff, dieses Web 2.0. Aber er trifft den Kern. Mehr Interaktion, mehr Zusammenarbeit zwischen Kunden-Mitarbeitern und Bank-Mitarbeitern. Weniger fix und fertige Formulare, die direkt ins System eingespeist werden.

Es braucht einen echten Web 2.0-Baukasten, mit dem Kundenberater bequem individuelle Formulare erstellen können, die Kunde und Bank durch einen Finanzierungsprozess führen. Das schafft Transparenz, wer eigentlich noch welche Dokumente bereitstellen muss und wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Und lässt den nötigen Freiraum, den individuelle Finanzierungen benötigen.

Schon erstaunlich, wie lange es gedauert hat, bis solche Ansätze ihren Weg in die Praxis finden. Und in den Studien der großen Beratungsunternehmen findet sich dazu bis heute nichts. (Wenn Sie gute Studien dazu kennen, freue ich mich über eine Nachricht. Gerne können Sie einen Link in den Kommentaren posten.) Bei Interesse teilen wir unsere Erfahrung in der Entwicklung von Firmenkunden-Portalen gerne mit Ihnen.

Corporate Banking Portal

Stoppt kontraproduktives Corporate Banking!

Digital Corporate Banking, also die digitalen Kanäle für Firmenkunden, werden oft noch grundlegend falsch gedacht. Doch mehr und mehr verbreitet sich eine neue Sichtweise.

Wie sah Firmenkundenbanking in der Vergangenheit aus?

Firmen arbeiten mit ihrer betriebswirtschaftlichen Software wie SAP oder Datev. Natürlich haben sie es gern, wenn die regelmäßigen Banking-Aufgaben gleich in diese Software integriert werden. Firmenkundenbanking besteht daher zu einem Großteil aus Schnittstellen. Vor allem EBICS, von kleineren Kunden werden aber auch DTA und das gute alte HBCI/FinTS genutzt.

Damit ist der Zahlungsverkehr abgedeckt – Gehaltszahlungen, Lastschriften und Rechnungseingänge. Multibankfähige Schnittstellen unterstützen beim Cashmanagement über mehrere Banken hinweg.

Was bringen die FinTechs ein?

FinTechs unterstützen in diesem Segment oft weniger die Banken als direkt die Firmen (bei der Integration von Bankdaten in ihre Systeme). Oder sie bieten Vergleichsplattformen für Kredite und andere Produkte. Solche Plattformen können neue Vertriebswege darstellen, führen aber dazu, dass die Kundenbeziehung indirekt wird, mit zwischengeschaltetem neuem Vermittler.

Warum ist der bisherige Zustand kontraproduktiv?

Die aktuelle Studie „Corporate Banking 2020“ von Roland Berger zeigt, dass der intensive Wettbewerb Banken dazu zwingt, sich im Firmenkundenbanking auf ihre Stärken zu konzentrieren. Einige wenige werden sich als erfolgreich als Plattformanbieter positionieren können. Bei einzelnen Produkten kann man zu den besten Anbietern im Markt gehören. Aber viele Banken werden insbesondere auch die Kundenbeziehung selbst zu ihren Stärken zählen. Und was trägt die bisherige Digitalisierung zur Stärkung der Kundenbeziehung bei? Nichts, ist die nur leicht überspitzte Antwort. Denn:

  • Schnittstellen wie EBICS verstecken die Bank in den internen Systemen der Firmen. Die Bank wird für ihre Kunden unsichtbar.
  • Marktplätze von Drittanbietern verändern die Kundenbeziehung hin zu einer indirekten Beziehung. Die Kontrolle über den Kundenzugang wandert von der Bank zum Marktplatz.

Die Situation kann eigentlich gar nicht klarer sein: Banken sehen ihre Stärke im Firmenkundenbanking in der Kundenbeziehung. Die Digitalisierung des Corporate Banking hat bisher genau diese Kundenbeziehung effektiv untergraben.

Wie sieht die Lösung aus?

Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass es einen eigenen digitalen Kanal für den direkten, persönlichen Kontakt zu Firmenkunden braucht. Ein Firmenkundenportal für den CFO und seine Mitarbeiter. Die bestehenden Angebote für den Zahlungsverkehr können beibehalten werden. Das neue Kundenportal ergänzt sie um bisher fehlende Funktionen:

  • Firmenkundenberater bekommen hiermit ein Werkzeug an die Hand, Kunden einfacher, moderner und transparenter zu betreuen. In Vertriebs- und After Sales-Situationen.
  • Kommunikation und Datei-Austausch erfolgen bequem im sicheren Bankkanal.
  • Kundenstrukturen werden abgebildet und handhabbar: Tochtergesellschaften und Verfügungsberechtigungen.
  • Vertriebsprozesse für Firmenkundenprodukte werden adäquat unterstützt.

Auf die Funktionen werde ich in einem kommenden Blogbeitrag noch näher eingehen. Hier möchte ich nur betonen, dass die digitalen Kanäle der Strategie folgen müssen. Und wenn die Strategie auf starke Kundenbeziehungen setzt, müssen die digitalen Kanäle das auch abbilden. Ein eigenes Webportal, dass direkt und nicht über Schnittstellen genutzt wird und mit dem auch die Kundenberater arbeiten, ist dafür essentiell.

Die Landesbank Hessen und Thüringen zeigt hier in zwei Videos, wie ein solches Portal die Zusammenarbeit mit den Firmenkunden unterstützt.

Fintura

Jetzt auch in Deutschland: FinTech für Firmenkunden

Auf der diesjährigen Finovate in London war es bereits ein klarer Trend: Nach den Privatkunden rücken jetzt Firmenkunden ins Visier der Anbieter von Next Generation Finance. Die Zielgruppe reicht vom Freiberufler bis zum Mittelstand.

Auch in Deutschland gibt es bereits entsprechende Anbieter. Drei davon stelle ich heute vor:

  • Rechnung 48 – Factoring für Freiberufler
  • Holvi – Banking und eCommerce vereint
  • Fintura – Vergleichsportal für Investitionskredite für den Mittelstand

Rechnung 48

Die Elbe Factoring GmbH bietet unter der Marke Rechnung 48 seit einem Jahr auch Freiberuflern Factoring an. Gerade große Kunden mit entsprechend aufwändigen Einkaufsprozessen brauchen gerne mal länger, bis sie Rechnungen zahlen. Wenn die Rechnung die persönliche Lebenshaltung tragen muss, kann das ein Problem sein. Rechnung 48 heißt so, weil sie versprechen, die Rechnung innerhalb von 48 Stunden vorzufinanzieren (gegen einen Abschlag, natürlich).

Ganz neu ist die passende App, mit der auch Zeitnachweise und Rechnungen erstellt werden. Und natürlich können die Rechnungen auch mit einem Klick vorfinanziert werden.

Rechnung48 Weiterlesen

BFM Business Finance Management

Sie suchen ein unbesetztes Marktsegment für Digital Banking? Hier ist es.

Unglaublich, aber wahr: Es gibt noch Marktsegmente, in denen die deutschen Banken praktisch keine Next Generation Finance Lösungen anbieten. Wenn Sie also keine Lust mehr haben, ihre Apps und ihr PFM ständig mit der Bank um die Ecke zu vergleichen, dann begeben Sie sich doch mal auf ein Terrain ohne Konkurrenz: Banking für Freiberufler und kleine Unternehmen.

Zumindest die IT-Anbieter haben die Marktlücke erkannt. Auf der Finovate in London gab es mehrere Präsentationen dazu. Bevor ich darauf eingehe, mal kurz zur Frage: Wie kommt es eigentlich, dass hier ein ganzes Kundensegment unbeackert geblieben ist?

Brett King hat darauf schon vor Jahren eine Antwort gegeben, die vermutlich immer noch gilt: Weil Banken einfach keinen Bezug zu den Bedürfnissen dieser Kundengruppe haben. Ernsthaft verdient wird an den großen Firmenkunden. Denen muss ich aber im digitalen Bereich nicht viel bieten, was eine Benutzeroberfläche hat – die nutzen EBICS und integrieren all ihre Bankverbindungen in ihr ERP-System.

Anders sieht es bei Freiberuflern und Kleinunternehmern aus. Die haben teilweise gar keine Buchhaltungssysteme, oder nur sehr schlichte. Außerdem sind die geschäftlichen Transaktionen überschaubar: Sie kaufen Materialien, laufen Zahlungseingängen ihrer Kunden hinterher und vielleicht zahlen sie sogar Gehälter. Viele Freiberufler wären schon dankbar, wenn sie bei der Abrechnung der Mehrwertsteuer unterstützt würden. Gleichzeitig sind sie flexibel und nehmen Hilfe gern an – siehe hier unsere Erfahrung mit dem Taxiunternehmer, der seine Firma aus dem Auto führt.

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