Brett King FI-TS Talk

Brett King: „Banking wird sich in den nächsten 10 Jahren stärker ändern als es sich in den letzten 100 Jahren geändert hat.“

Brett King hat eine bemerkenswerte Fähigkeit: Er vermittelt, wie sich die Zukunft anfühlen wird. Er erreicht Zuhörer emotional, man spürt die Andersartigkeit der neuen Kultur, die bereits entstanden ist und die sich ausbreitet. Er zeigt das Video eines Live-Konzerts des virtuellen Popstars Hatsune Miku. Und blendet dann das Bild einer mäßig gelaunten Bankberaterin mit einem Stapel Antragsformulare ein. Jeder im Auditorium spürt den Kulturschock. „Glauben Sie wirklich, dass diese Leute, die Live-Konzerte eines Avatars besuchen, dass die also in eine Filiale gehen und Papiere unterschreiben?“

Selbst ein Vordenker wie Thorsten Hahn vom Banking Club kam da ins Nachdenken. Mit einigen anderen Bloggern zusammen waren wir heute nämlich beim 13. Management Forum der FI-TS (mehr im FI-TS Blog). Neben dem sehr guten Vortragsprogramm in der BMW Welt in München konnten wir Brett King beim „Blogger Lunch“ treffen. Mehr zum Gespräch folgt in einem späteren Beitrag. Zuerst möchte ich berichten, wie Brett King in seinem mitreißenden Vortrag den gesamten Marketing- und Vertriebs-Antritt der Finanzbranche in Frage stellte:

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Delphi-Studie

Delphi-Studie zur Digitalisierung in der Finanzbranche

ibi research hat im Auftrag von plenum eine Delphi-Studie zur Digitalisierung in der Finanzbranche durchgeführt, die gestern veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse sind ein interessanter Blick darauf, wie die Branche selbst ihre Zukunft wahrnimmt. Zum anstehenden Jahreswechsel ist das eine interessante Alternative zu den üblichen Prognosen von Gartner und Co.

Omnichannel, Individualisierung der Digitalisierung und auch technische Innovationen sieht die Mehrzahl der Experten als gesetzt an. Über die Zukunft der Beratung besteht Uneinigkeit, in branchenfremden Anbietern sieht bisher nur eine Minderheit eine Bedrohung.

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PFM

Die fundamental neue Qualität des PFM

Von Elmar Borgmeier, Birte Pampel, Martin van Lessen

Mit Personal Finance Management (PFM) stellen Banken den Sinnzusammenhang bisher rein finanzieller Buchungen her: Ausgaben werden zu persönlichen Investitionen in Wohnen, Bildung, Familie, Gesundheit, Vergnügen. Das ist eine fundamental neue Auseinandersetzung der Bank mit der Lebenswirklichkeit ihrer Kunden. Darin steckt die enorme Chance, dass Kunden ihre Bank von einer ganz neuen Seite erleben: Als eine Bank, die den Widerspruch zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft überwindet. Die sich dem realen Leben der Kunden widmet. Genau darüber kann das zerrüttete Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Banken wieder aufgebaut werden: dass Banken sich auf die Lebensgestaltung ihrer Kunden einlassen und dass Kunden die Bank als Berater für die Finanzierung der Lebensgestaltung erleben.

Nur: Sind die Produktmanager und Multichannel-Manager der Banken darauf vorbereitet, mit dieser Perspektive umzugehen? Statt Prozenten, Laufzeiten und Ausfallwahrscheinlichkeiten steht plötzlich  der Lebensstil ihrer Kunden im Zentrum. Und Lifestyle-zentriertes Produktmanagement ist „a different beast“. Wie kann Produktmanagement für PFM funktionieren?

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NPS_Ertragsrelevanz

Wer Kunden begeistert, begeistert auch die Controller

500 Mio. € zusätzlicher Ertrag. Das ist die Summe, die laut einer Berechnung von Bain & Company eine deutsche Großbank verdienen könnte, wenn sie ihre Kritiker zu Fans macht. Keine schlechte Idee, das mal so platt darzustellen. Denn in den letzten Tagen musste ich wieder erleben, dass die Finanzbranche sich immer noch schwer tut mit dem betriebswirtschaftlichen Nutzen von Kundenzufriedenheit. „Ja, sicher, bessere Online-Services, Joy of Use, alles sehr schön, aber wo ist der Business Case?“ Dabei ist längst definitiv bewiesen: Kundenzufriedenheit rechnet sich. Und Kundenzufriedenheit wird zunehmend durch IT bestimmt.

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Sylvia Eberhard auf dem Hello Bank Workshop

Co-Creation: Kunden gestalten die Bank von morgen

Meine syngenio-Kollegin Sylvia Eberhard hat in einem Tagesworkshop in Berlin das Banking von morgen mit skizziert. Wie es war, was dabei herauskam – hier im Interview:

Sylvia, was war das für eine Veranstaltung?

Ich war auf dem „Hello Bank Co-Creation Workshop“.

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Zinstief, Altersvorsorge und Win-Win-Situationen…

Deutsche Sparer sparen sich arm angesichts von Minizinsen die nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Zugleich ist zu vernehmen, dass immer noch ein großes Grundvertrauen gegenüber der Hausbank oder –Sparkasse besteht.

Hier beginnen für mich die Chance und auch die gesellschaftliche Verantwortung der deutschen Finanzwirtschaft.

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GeldmitSinn

Nachhaltige Geldanlagen: „Bald so selbstverständlich wie das Bio-Sortiment im Supermarkt“

Wir begrüßen heute Frau Birte Pampel, Mitgründerin der von der UNESCO ausgezeichneten Finanzinitiative „Geld mit Sinn“. [Link: http://www.geldmitsinn.de]

 

Frau Pampel, worum geht es Ihrer Initiative „Geld mit Sinn“?

 

Es geht darum, Dinge, die uns allen am Herzen liegen, durch eine bewusste Geldanlage zu fördern: z.B. ein starkes Bildungssystem, familienfreundliche Unternehmen, gesunde Lebensmittel oder junge Unternehmer mit pfiffigen Ideen. In unserem Netzwerk lernen Anleger und Anlegerinnen, wie sie ihr Geld dort investieren, wo es am meisten Sinn schafft.

 

Welche Bedeutung haben nachhaltige Geldanlagen heute und in Zukunft? Weiterlesen

Tranparenz_bei_Girokonten

EU fördert Wettbewerb: Ende der Hausbank-Illusion?

Nein, ganz so wie beim Telefon wird es nicht sein: Die Kontonummer kann man auch zukünftig nicht mitnehmen, wenn man seine Bank wechselt. Aber sonst hat sich die EU einiges ausgedacht, um den Wettbewerb um günstige Girokonten zu verschärfen: Laut heutigem Bericht in der Stuttgarter Zeitung besagt der Gesetzentwurf:

  • Jeder Staat muss eine Vergleichswebsite der Konditionen für Kontoführung einrichten.
  • Banken müssen zum Jahresende ihren Kunden die abgerechneten Gebühren auflisten.
  • Jede Bank muss den reibungslosen Wechsel der Kontoverbindung zur Konkurrenz garantieren – innerhalb von 15 Tagen, inkl. Umstellung der Lastschriften.

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Handelsblatt_Tagung_Privatkundengeschaeft_2013

Privatkundengeschäft: Klare Markenbildung entscheidet.

Ich komme gerade von der Tagung „Privatkundengeschäft“, die mit vielen Bankvorständen hochkarätig besetzt war. „Viele denken, der Retail Banking Markt sei verteilt und erlaube kaum mehr Bewegung. Das stimmt nicht.“ stellte Dr. Stuska von Moonroc bei der Vorstellung des Retail Banking Kompass 2012 klar. So konnte die DKB ihre Erträge von 2005 bis 2011 vervierfachen! Veränderung findet statt, und natürlich gefällt das nicht jedem. Gelegentlich wurde es emotional: Als comdirect-Vorstandsvorsitzender Dr. Thorsten Reitmeyer eine konzertierte Aktion für mehr Wertpapiersparen vorschlug, kam es zum Zwischenruf: „Das ist schwierig. Sie sind hier der Aggressor im Markt!“

Am Veränderungsbedarf bestand kein Zweifel: Während heute 10% der einfachen Produkte Online verkauft werden, prognostiziert die GfK für 2015 bereits 70% Onlineabschlüsse. Zwischen 15% und 40% der Google-Suchen nach Banknamen kommen heute schon von Smartphones (je nach Institut). Die ING-Diba verzeichnete in 2012 ein Wachstum der Mobile Logins um 149%. Und auch bei der Sparkasse Hanau sieht der durchschnittliche Kunde seinen Berater nur noch einmal im Jahr – aber er loggt sich 8-mal im Monat ins Web-Banking ein und nutzt 16-mal die mobile App.

„Schauen Sie sich die Zinskurve an – das sieht aus wie die Todeslinie des EEG auf der Intensivstation. Der Zins ist tot.“ So brachte Arendt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, es auf den Punkt. Niedrigzinsen erlauben kaum mehr eine Differenzierung über die Konditionen – absolut gesehen sind die Unterschiede zwischen den Anbietern gering. Wie ein roter Faden zog sich die Erkenntnis durch die Veranstaltung, dass die Marke und eine klare Positionierung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Mir ist klargeworden: Bankprodukte erlebt man als Kunde nicht spontan, sondern über die Zeit. Deshalb baut sich Vertrauen in die Marke auch nur über die Zeit auf. Kontinuität ist somit essentiell für die Pflege der Bankmarke. Die Kernfrage im Retail Banking lautet damit heute: „Wie verbindet man die nötige Veränderung mit Markenkontinuität?“ Obwohl es keiner so klar sagte, kreisten viele Vorträge um dieses Thema. Die wichtigsten Vorträge und überraschenden Erkenntnisse zum Thema Marke stelle ich im Folgenden vor.

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