FIS Alexa Banking

Vergessen wir heute mal Google. Blicken wir auf FIS.

Wieder mal beherrscht Googles I/O Konferenz die Netz-Nachrichten zu digitaler Innovation. Mit die meiste Aufmerksamkeit bekommt die neue Fähigkeit des Sprachassistenten, selbständig Telefonate zu führen.

Selbst von deutschen Bankern wurde ich schon darauf angesprochen. Was ja insofern gut ist, als es zeigt, dass wenigstens die wichtigsten ausländischen Entwicklungen auch wahrgenommen werden. Manchmal konnte in den letzten Jahren schon der Eindruck entstehen, dass in der hiesigen Bankbranche nichts als nutzbare Innovation gilt, was nicht von einem unterfinanzierten deutschen FinTech-Startup kommt.

Traurig ist allerdings, wieviel mehr Aufmerksamkeit der branchenfremde Riese Google im Verhältnis zu den Größen der Finanzbranche bekommt. Warum starren wir wie das Kaninchen auf die Schlange, während wir fertig zubereitetes Futter verschmähen, das aus der eigenen Branche stammt?

Schauen wir zum Beispiel mal auf FIS. Zusammen mit den Eigenentwicklungen der Sparkassen und Volksbanken gehört das Kernbanksystem der FIS zu den drei wichtigsten Banksystemen in Deutschland. Das weiß man. Da hört das Wissen aber oft auch schon auf – selbst bei Banken, die FIS-Software nutzen.

Erstaunlich wenig beachtet wird, dass FIS Deutschland längst stark von der Mutter FIS Global profitiert. Und dabei handelt es sich immerhin um ein Fortune-500-Unternehmen mit über fünfzigtausend Mitarbeitern.

FIS wurde auf der PYMNTS.COM-Konferenz für die Finanz-Dialogführung mit Alexa ausgezeichnet.

Schauen Sie sich das Video einfach mal an, das ist schon verdammt cool: Video-Link. Im Endeffekt ist die Umsetzung nah dran an der neuen Google-Telefonsoftware, oder? Ein fließend sprechender digitaler Assistent. Nur eben einer, der tatsächlich auch über Finanzen sprechen kann und nicht bloß Tische in Restaurants reserviert. Und das Beste: Wenn Sie es live sehen wollen, müssen Sie nicht nach Mountain View fliegen. Ein Trip zu FIS Germany reicht.

Fazit: Es gibt eben nicht nur GAFA und BAT auf der einen Seite, und frisch geschlüpfte deutsche FinTechs auf der anderen. Inzwischen gehören die Lösungen der klassischen Anbieter für Finanz-IT zu den spannendsten Entwicklungen am Markt. Man darf sie nur nicht aus dem Blick verlieren.

FIS Alexa mit Award

Digitale Antragsstrecken

Die nächste Generation digitaler Antragsstrecken steht in den Startlöchern

Digitale Antragsstrecken werden gerne unterschätzt. Immer noch, leider. Sie sind nicht so bunt wie der Rest der Website und nicht so umfangreich wie das große Kundenportal – und gerade darin liegt die Chance. Denn wer digitale Antragsstrecken als einen separaten digitalen Kanal begreift, wird sie unabhängig von Website und Online Banking aktualisieren. Das ist lohnender als ein Relaunch der Website, weil Antragsstrecken zentral sind fürs Neukundengeschäft. Und es ist weit kostengünstiger als eine Erneuerung des Kundenportals, in dem viel mehr Funktionen zusammenlaufen.

Dementsprechend haben viele Banken in den letzten Jahren in Antragsstrecken investiert. Oft gleich mehrfach: Klassische Strecken rein für Desktop-Auflösungen wurden durch Responsive Design abgelöst, das auch auf dem Smartphone brauchbar war. Die Betonung liegt auf „auch“ – optimiert waren diese Anwendungen in der Regel noch für den Desktop. Seitdem Aufrufe vom Smartphone aus die Zugriffszahlen dominieren, wurde noch einmal nachgeschärft im Sinne eines Mobile First Ansatzes.

Manche, aber noch längst nicht alle Anbieter haben dabei auch den Technologiesprung hin zu Single Page Applications vollzogen, die vollständig im Browser der Nutzer ablaufen. Diese Anwendungen können auf Eingaben schneller reagieren und somit von Haus aus bessere Usability bieten.

Auch 2018 stehen wieder wesentliche nächste Schritte ins Haus, die eine Überarbeitung von Antragsstrecken nahelegen. Dabei kann man einen eher fachlichen und einen eher technischen Aspekt unterscheiden.

Fachlich getrieben ist der Übergang zu volldigitalen, echtzeitfähigen Antragsstrecken. Soll heißen: Alle nötigen Angaben können direkt online gemacht werden, der Benutzer muss (im Rahmen des Antrags) kein Papier einsenden. Dabei kommen mehrere Aspekte zusammen:

  • Bekannt und oft schon eingeführt ist die gesetzeskonforme digitale Signatur, die sich direkt aus der Video-Legitimation ableiten lässt (und die von den bekannten Video-Ident-Anbietern leider immer noch sehr unterschiedlich gut unterstützt wird).
  • Hinzu kommt der digitale Gehaltscheck, den etwa SYNGENIO über FinTS anbietet. Der kommt immer dann ins Spiel, wenn wie beim Kredit das Einkommen eine Rolle spielt. Statt Gehaltszettel einzusenden, kann der Antragsteller der Bank einen Live-Blick auf sein Konto gewähren, wo sich die benötigte Information direkt ablesen lässt.
  • Die Fidor-Bank setzt bei Krediten neuerdings nicht nur Entscheidungen, sondern auch Auszahlungen in Echtzeit um.  Klar, das geht nur für Bestandskunden. Aber für eine bestimmte Klientel ist der sofortige Zugriff auf Geld eine wesentliche Leistung der Bank.

Auch technologisch stehen spannende Weiterentwicklungen an. Das Schlagwort des Jahres sind Progressive Web Apps. Das sind Webanwendungen, die in der Handhabung hinter einer „echten“ App nicht mehr zurückstehen. Das ist gerade für Antragsstrecken sinnvoll – denn die richten sich ja an Neukunden, die noch keine App des Anbieters installiert haben. Deshalb macht eine „echte“ App kaum Sinn, der Zugriff übers Web wird bleiben. Aber der Komfort wird steigen: Die neuen Web-Apps speichern Daten lokal, so dass auch ein vorübergehender Verlust der Online-Verbindung nicht dazu führt, dass man das Formular wieder von vorn ausfüllen muss. Sie lassen sich wie eine App auf dem Homescreen des Smartphones ablegen, um später (weiter) genutzt zu werden.

Sicher, noch nicht alle Browser unterstützen alle Funktionen, die zum Konzept der Progressive Web Apps gehören. Das ist auch nicht verwunderlich: Google liebt alles, was über URL durchsuchbar ist. Apple hingegen verdient gutes Geld mit der geschlossenen Ökonomie des App-Stores. Dementsprechend wird Google Progressive Web Apps puschen, Apple wird zögern. Aber unterschiedliche Unterstützung durch die Browser ist im Konzept bereits berücksichtigt. Auch wo Komfort-Funktionen fehlen, funktioniert die Antragsstrecke immer noch. Sie verhält sich dann nur nicht ganz so komfortabel – sondern so, wie es die heutigen Antragsstrecken auch tun. Und so schlecht ist das ja nun auch nicht.

Finance Life

Finance Life: Diese App sagt mir, was ich wirklich wissen will

Ein Beitrag von Mark Spiessl, SYNGENIO AG.

Kunden erhalten regelmäßig Kontosalden von Ihrer Bank. Mit dem Einzug der digitalen Kundenzugänge über Web und Mobile mittlerweile jederzeit, 24 mal 7. Kontosalden sind auch unheimlich beliebt – viele nutzen Mobile Banking für nichts anderes, als die Salden- und Umsatz-Abfrage.

Doch ist der Saldo wirklich so hilfreich, wie man denkt?

Ist der Saldo wirklich die Information, die Kunden haben wollen? Oder haben sie sich nur damit abgefunden, dass ihnen der Saldo reichen muss? Weil sie keine bessere Kennzahl bekommen, die ihren Finanzstatus zusammenfasst?

Alle Kunden haben unterschiedliche Fragen, die sie eigentlich beantwortet haben möchten: Ist die Rate für mein Auto schon vom Konto abgegangen, oder kommt das noch? Werde ich am Ende des Monats noch Geld übrig haben, oder am Ende des Geldes noch Monat?  Wieviel kann ich noch bis zum nächsten Geldeingang pro Tag ausgeben, ohne dass es knallt?

Mit dem Kontosaldo beginnt das Kopfrechnen…

Außer bei der FinanceLIFE App. Mit der FinanceLIFE Produktsuite hat SYNGENIO ein Produkt entwickelt, das Kunden das Kopfrechnen abnimmt. Es zeigt gleich das Ergebnis der Kopfrechnung auf einen Blick – und nicht nur dem Saldo. Und, weil jeder Kunde andere Fragen hat, kann der Kunde auch mit einem Swipe auf seinem Smartphone die Ansichten wechseln und seine persönliche ideale Kennzahl wählen.

Das Produkt ist modular aufgebaut und flexibel einsetzbar: Als Stand-Alone App oder integriert in eine vorhandene Banking App, für Kreditkarten oder Girokonten, (jeweils einzelne oder auch mehrere bis hin zu Multibanking).

Der Clou ist: Weniger ist mehr, wenn es das Richtige ist!

Kulturen_Banking

Warum bankomo, Yomo und N26 eher neue Kulturen des Bankings sind

Zuerst haben die großen Sparkassen mit yomo eine Antwort aufs Smartphone-Banking von N26 gegeben, jetzt ziehen die Genossen nach: bankomo ist die „Bank auf dem Smartphone“ von der Reisebank.

Im Mittelpunkt stehen bei allen einfache Produkte wie Girokonto und Debitcard, verpackt in ein wirklich modernes App-Design, bankomo bietet auch P2P-Transfers.

Die Frage ist: Ist App-Banking nur was für bestimmte Zielgruppen oder wird es zum Vorbild, an dem sich die mobile Banking Apps aller Banken messen lassen müssen?  N26 hat Push-Nachrichten so populär gemacht, dass inzwischen kein Mobile Banking mehr ohne sie auskommen will. Anderseits sagt die Reisebank, bankomo sei konkret für die unbanked in Deutschland gedacht.

Tatsächlich ist es bisher noch nicht so, dass mobile banking Apps der etablierten Banken als primärer Zugang zu Bankleistungen genutzt werden. Aus den USA kommt frisch eine Studie, die über 400 Banken berücksichtigt und die Erfahrungen aus Deutschland bestätigt: Die meisten Menschen nutzen Mobile Banking vor allem, um den Kontostand und die letzten Umsätze zu checken. Etwas mehr als 3 von 4 Logins machen nur das. Schön, dass die App auch P2P-Zahlungen kann – durchgesetzt haben sie sich bei den Kunden der etablierten Banken noch nicht.

Aus meinen persönlichen Nutzerbefragungen komme ich derzeit zum Schluss, dass es schlicht unterschiedliche Kulturen der Nutzung von Bankfunktionen gibt – und die sind eher kontextabhängig als zielgruppenabhängig.

Man kennt das vom Bezahlen: In vielen Situationen könnte ich bar bezahlen, mit der girocard oder der Kreditkarte. Im Web ist die Auswahl an Zahlverfahren noch größer. Ich denke aber nicht lange nach, wie ich bezahlen will. Für bestimmte Kontexte habe ich mir längst einen Standard-Weg angewöhnt. Bäcker? Bar. Flugbuchung? Kreditkarte. Abo? Lastschrift. Teures Restaurant? Girocard. Die verschiedenen Bezahlsysteme existieren nebeneinander, weil sich für jedes eine Nutzungskultur herausgebildet hat, über die ich gar nicht mehr nachdenke.

Mein Eindruck ist: Genau das passiert jetzt auch beim Banking. Die große Altersvorsorgeplanung? Hausbank mit Filiale. Die kleine Anlageoptimierung mit 0,2% mehr Zins? Direktbank. Das praktische Konto auf dem Smartphone? N26, yomo oder bankomo.

Es ist nicht so, dass nur unbanked und Teenager die Bank auf dem Smartphone zu schätzen wissen. Ein Kollege nutzt sein sein N26-Konto etwa für sein „Freizeit-Geld“, das er vom anderen Girokonto dahin überweist. Ja, das ist dann noch eine Bankverbindung und noch ein Konto – aber es kostet ja nichts und ist gefällig, also warum nicht?

Es scheint mir realistisch, dass sich langsam eine Nutzungs-Kultur für unterschiedliche Banking-Typen herausbildet. Die Menschen werden alle Banking-Typen nutzen, die ihnen passend erscheinen – und das können durchaus mehrere parallel sein, je nach Situation.

PFM

PFM: Budgets helfen nicht weiter

Zugegeben, ich stand dem Budget-Feature im Personal Finance Management schon immer skeptisch gegenüber. Jetzt habe ich ihm doch eine Chance gegeben. Ergebnis: Mehr denn je halte ich Budgets im Privathaushalt für Unsinn. Meine Erfahrungen sehen so aus:

Die großen monatlichen Ausgaben etwa für die Immobilie und die Krankenkasse sind sowieso fix. Um sie zu kennen, muss ich keine Budgets anlegen. Wenn sich also in den Budgets für „Wohnen“ oder „Gesundheit“ etwas tut, dann wegen eines Rohrbruchs oder eines Unfalls. Anders gesagt: da entscheidet dann nicht mehr der Budgetplaner über die Priorität der Ausgaben. Das musste dann sein.

Die übrigen großen Ausgaben fallen nicht monatlich, sondern viel seltener an: Neues Auto, neue Möbel, neues Smart-Dings. Da helfen mir weder Monats- noch Quartalsbudgets weiter. Selbst bei Urlauben sind die Kosten so unterschiedlich, dass man sie dann doch besser einzeln einplant, anstatt mit einem pauschalen Quartalsbudgets zu arbeiten.

Dann bleiben noch ein paar Bereiche übrig, in denen wirklich monatlich wechselnde Kosten anfallen: Haushalt, Kleidung, Restaurants, Ausgehen, Hobby. Hier kann und muss ich wirklich entscheiden, wofür ich mein Geld denn nun ausgeben will.

Aber nicht einmal dabei fand ich Budgets pro Kategorie sinnvoll: Wenn ich in einem Monat mein Budget für Restaurants überschritten habe, was bedeutet das dann? Zunächst einmal gar nichts. Denn wenn ich gleichzeitig die Budgets für Hobby und Kleidung nicht ausgereizt habe, passt es womöglich doch wieder. Um zu wissen, wo ich stehe, muss ich dann wieder alles anschauen.

Da kann ich auch gleich auf den Indikator zurückgreifen, den wir in Wirklichkeit alle verwenden: den Kontostand. Wenn es zuerst Budgets gegeben hätte, dann wäre die Erfindung des Kontostands als großer Fortschritt gefeiert worden: Endlich nicht mehr einzelne Budgets abgleichen müssen, stattdessen gleich die „Bottom Line“  anschauen. Da ist die Information in eine einzige Zahl verdichtet.

Natürlich hat der Kontostand gravierende Nachteile. Er erklärt nicht, wie er zustande gekommen ist. Bei dieser Analyse hilft Kategorisierung (auch ohne Budgets). Vor allem berücksichtigt der Kontostand die Zukunft nicht. Weder die unmittelbare Zukunft, also was diesen Monat noch von meinem Konto abgeht, noch ein Ansparen für zukünftige größere Anschaffungen.

Wir bräuchten also durchaus einen besseren Indikator, wo wir finanziell stehen. Die Kombination aus aktuellem Kontostand und Prognose des Kontostands zum Monatsende ist schon ein wesentlicher Fortschritt. Wenn man noch Rücklagen für größere Ausgaben in kommenden Monaten einbezieht, hat man einen wirklich sinnvollen Indikator. Dann weiß man, wieviel Geld man für „Nice to have“-Themen raushauen kann.

Und mehr muss ich als Privatmensch auch gar nicht im Blick haben. Anders als bei Unternehmen ist die wirtschaftliche Optimierung ja kein Selbstzweck. Ich muss nur den Spielraum kennen, den ich für die Optimierung meiner Lebensqualität habe. Die ja letztlich das Ziel ist.

UniCredit Appathon 2015

André Bajorat zum UniCredit Appathon 2015: „Banking im richtigen Kontext“

Innovationen im Mobile Banking sind Ihr Ding? Dann können Sie jetzt noch beim internationalen „Appathon“ (www.appathon.eu) der UniCredit dabei sein, und am Wochenende vom 6. bis 8. November die Nacht durchcoden. Richtig gehört, die reine Coding-Zeit ist von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 11 Uhr angesetzt. Als Inhalte sind gefragt: Wearables, digitales Private Banking und neue Premium Services.

Das vielleicht Spannendste an der Veranstaltung ist, dass UniCredit ihre eigene API bereitstellt, mit der Apps direkt an die Bank andocken können. UniCredit sieht die Bank-API ganz offen als Baustein ihrer zukünftigen Zusammenarbeit mit FinTechs.

Aber auch die bekannte figo-API steht wieder zur Verfügung, und André Bajorat von figo gehört zu den Juroren der Veranstaltung. Wenn Sie noch Inspiration suchen, mit welchen Inhalten Sie beim Appathon punkten können, hilft ihnen vielleicht mein Kurzinterview weiter:

Herr Bajorat, was sind für Sie die aktuellen Trends bei Banking-Apps? 

Ich sehe mindestens zwei Dinge: Das eine nenne ich immer „Banking im richtigen Kontext“. Darunter verstehe ich, dass Banking in den passenden Use-Case gebracht wird und damit das statische „Online-Banking“ verlässt. Banken müssen sich auf die neuen Kundenbedürfnisse einstellen und entsprechend handeln. Der Smartphone-Boom und das mobile Internet pushen die Entwicklung und spielen für den Verbraucher auch in diesem Segment eine immer zentralere Rolle. Das andere ist, dass Banking und Payment mehr und mehr als ein Thema verstanden werden. Auch hier sind das ganze Mobile Universum und die User Experience mit und innerhalb von Apps entscheidend für die Zukunft des Banking.

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