Mobile_Banking_Usage_2017

Warum bankomo, Yomo und N26 eher neue Kulturen des Bankings sind

Zuerst haben die großen Sparkassen mit yomo eine Antwort aufs Smartphone-Banking von N26 gegeben, jetzt ziehen die Genossen nach: bankomo ist die „Bank auf dem Smartphone“ von der Reisebank.

Im Mittelpunkt stehen bei allen einfache Produkte wie Girokonto und Debitcard, verpackt in ein wirklich modernes App-Design, bankomo bietet auch P2P-Transfers.

Die Frage ist: Ist App-Banking nur was für bestimmte Zielgruppen oder wird es zum Vorbild, an dem sich die mobile Banking Apps aller Banken messen lassen müssen?  N26 hat Push-Nachrichten so populär gemacht, dass inzwischen kein Mobile Banking mehr ohne sie auskommen will. Anderseits sagt die Reisebank, bankomo sei konkret für die unbanked in Deutschland gedacht.

Tatsächlich ist es bisher noch nicht so, dass mobile banking Apps der etablierten Banken als primärer Zugang zu Bankleistungen genutzt werden. Aus den USA kommt frisch eine Studie, die über 400 Banken berücksichtigt und die Erfahrungen aus Deutschland bestätigt: Die meisten Menschen nutzen Mobile Banking vor allem, um den Kontostand und die letzten Umsätze zu checken. Etwas mehr als 3 von 4 Logins machen nur das. Schön, dass die App auch P2P-Zahlungen kann – durchgesetzt haben sie sich bei den Kunden der etablierten Banken noch nicht.

Aus meinen persönlichen Nutzerbefragungen komme ich derzeit zum Schluss, dass es schlicht unterschiedliche Kulturen der Nutzung von Bankfunktionen gibt – und die sind eher kontextabhängig als zielgruppenabhängig.

Man kennt das vom Bezahlen: In vielen Situationen könnte ich bar bezahlen, mit der girocard oder der Kreditkarte. Im Web ist die Auswahl an Zahlverfahren noch größer. Ich denke aber nicht lange nach, wie ich bezahlen will. Für bestimmte Kontexte habe ich mir längst einen Standard-Weg angewöhnt. Bäcker? Bar. Flugbuchung? Kreditkarte. Abo? Lastschrift. Teures Restaurant? Girocard. Die verschiedenen Bezahlsysteme existieren nebeneinander, weil sich für jedes eine Nutzungskultur herausgebildet hat, über die ich gar nicht mehr nachdenke.

Mein Eindruck ist: Genau das passiert jetzt auch beim Banking. Die große Altersvorsorgeplanung? Hausbank mit Filiale. Die kleine Anlageoptimierung mit 0,2% mehr Zins? Direktbank. Das praktische Konto auf dem Smartphone? N26, yomo oder bankomo.

Es ist nicht so, dass nur unbanked und Teenager die Bank auf dem Smartphone zu schätzen wissen. Ein Kollege nutzt sein sein N26-Konto etwa für sein „Freizeit-Geld“, das er vom anderen Girokonto dahin überweist. Ja, das ist dann noch eine Bankverbindung und noch ein Konto – aber es kostet ja nichts und ist gefällig, also warum nicht?

Es scheint mir realistisch, dass sich langsam eine Nutzungs-Kultur für unterschiedliche Banking-Typen herausbildet. Die Menschen werden alle Banking-Typen nutzen, die ihnen passend erscheinen – und das können durchaus mehrere parallel sein, je nach Situation.

CIBI2017

CIBI Innovationstag 2017: Mittendrin statt nur dabei

Der Innovationstag CIBI des ibi research Instituts ist seit Jahren sowas wie das Fitbit-Armband für die Banken: Ein Schrittzähler, nah am Puls der Zeit, der zeigt, wo die Branche steht.

Gestern fand er wieder statt. Und wenn diesmal eins deutlich wurde, dann war es das: Die Digitalisierung des Bankings ist ein Crosslauf in Marathonlänge, und wir sind erst mitten drin.

Warum Crosslauf? Weil immer neue Hindernisse auftauchen, die überwunden werden wollen. PSD2 und Instant Payments waren ein wesentliches Thema – leider weitgehend nur mit vorläufigen Antworten. Wie werden die Instant Payments funktionieren? Wird sich die EBA mit ihrem Clearing etablieren können? (Sie war mit einem eigenen Vortrag vertreten.) Welche Rolle wird die EZB mit TIPS spielen? Finale Antworten gab es nicht, aber den Teilnehmern war anzumerken, dass sie keine Lust auf weitere Matschgräben und Irrgärten auf dem Parkour dieses Cross-Laufs haben.

Und PSD2? Nun, da wollte der Gesetzgeber zwei konträre Dinge – mehr Offenheit und mehr Sicherheit. Je konkreter die Ausarbeitungen werden, desto offensichtlicher wird der Zielkonflikt. Sind nicht auch Kontoauszugsdrucker ein Kontoinformationszugriff? Und wenn die Banken sich selbst nicht besser stellen dürfen als Drittanbieter, müssen sie dann alle Kontoauszugsdrucker auf starke Authentisierung umstellen? Und ist es wirklich das, was der Gesetzgeber an „Fortschritt“ bewirken wollte?

Neben den regulatorischen Themen war es auch wieder spannend, den Kulturwandel der Digitalisierung zu beobachten – beziehungsweise zu sehen, wie zäh dieser Wandel immer noch ist, wie weit das Denken immer noch auseinander liegt.

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Blockchain

Zwei kritische Erfolgsfaktoren für Blockchain bei Banken

Die Experimentierfreude der Banken in Sachen Blockchain ist ungebrochen. Das ist auch gut so, schließlich haben die Verfahren für Transaktionen und Settlement in der Finanzbranche schon viel zu viele Jahre auf dem Buckel. Der Blockchain-Hype bietet die Chance, an der einen oder anderen Stelle radikal neue und effizientere Verfahren zu etablieren. Das ist die Stärke eines Hypes: Er bringt alle in Bewegung. Da geht was.

Die Schwäche ist: Es laufen keineswegs alle in dieselbe Richtung. Im Gegenteil, viele Banken experimentieren gleichzeitig in verschiedenen Konstellationen mit verschiedenen Einsatzfällen auf Basis verschiedener Technologien. Die Financial Times hat hier schon darauf hingewiesen, dass es langsam unübersichtlich wird mit den diversen Cryptowährungen der Banken.

Welche Blockchain wird sich durchsetzen? Worauf kommt es an? Zwar wird über alle möglichen Aspekte diskutiert: eher offene oder eher geschlossene Systeme, eher zentrale oder dezentrale, Alternativen zum Proof of Work, Geschwindigkeit der Finalisierung von Transaktionen, … Accenture hat sogar eine editierbare Blockchain vorgeschlagen. Das wäre so etwas wie ein nachträglich änderbarer Rechnungsabschluss – eine sehr schräge Idee.

Im Moment sehe ich zwei Faktoren, die darüber entscheiden dürften, welches Blockchain-Konzept breite Akzeptanz finden kann:

  1. Der Charakter der verwendeten Token („Währung“) in der Blockchain
  2. Hinreichende organisatorische Regeln zum Umgang Ausnahmen und technischem Versagen

Charakter der Token

Die deutsche Bank,  Santander, BNY Mellon und ICAP machen mit jetzt mit beim Blockchain-Projekt der UBS. Der verwendete USC („Utility Settlement Coin“) wird hier an die jeweilige Landeswährung gebunden, also zum Beispiel Euro oder Dollar.

Von Seiten des Konkurrenten Ripple kam schnell die Kritik, dass diese Kopplung den Charakter der internen Währung fundamental ändert: Aus einem Asset wird eine Verbindlichkeit. Originellerweise wird Ripple selbst wiederum von den BitCoin-Anhängern dafür kritisiert, dass es in seinen Gateways mit Verbindlichkeiten („IOUs“) arbeite statt mit tatsächlichen Assets wie BitCoins.

Warum ist die Diskussion wichtig? Weil es um die Frage geht, wer aus dem Nichts neue Werte schaffen kann – und wem diese Werte dann gehören. Natürlich will jeder seine eigene Währung schaffen und besitzen. Das ermuntert andere aber nicht unbedingt zum Mitmachen. Warum sollte ich durch meine Mitwirkung eine Währung aufwerten, die überwiegend jemand anderem gehört?

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Galaxy Note 7

Galaxy Note 7 und PSD2 – Bei Biometrie geht mehr als nur Fingerabdruck

Ein Beitrag von Michael Maleika, SYNGENIO AG.

Schade, dass Samsung solche Probleme mit den Akkus des Galaxy Note 7 hat. Für digitales Banking wäre insbesondere der integrierte Iris-Scan sehr spannend. Doch nicht nur wegen der neuen Technik ist Authentifizierung aktuell im Fokus, sondern vor allem auch wegen der derzeit viel diskutierten Zahlungsdiensterichtlinie PSD2. Ein Novum in der PSD2 ist die Verpflichtung zur starken Kundenauthentifizierung, die durch gleichzeitige Verwendung von 2 der 3 bekannten Authentifizierungsverfahren erreicht wird.

Neben den zwei bereits etablierten Faktoren Wissen und Besitz kann ein dritter Faktor genutzt werden, die sogenannte Inhärenz. Diese wird üblicherweise mit der Messung biometrischer Merkmale wie dem Fingerabdruck abgedeckt. Aber was genau steckt eigentlich hinter den biometrischen Verfahren und welche Alternativen zum Fingerabdruck gibt es?

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Payment_PSD2_SCA

PSD2 bringt uns fließendes Vertrauen bei Authentisierungen

Mit der PSD2 wird Authentisierung nicht mehr gleich Authentisierung sein. In Zukunft kommt es auf die Abfolge der Authentisierungen an, die ich bereits hinter mir habe. Je nachdem reicht dann eine einfache Identifikation, oder es ist eine starke Authentisierung gefordert, also eine Erkennung anhand von zwei separaten Faktoren.

Klingt kompliziert? Das zu vermeiden, wird die Kunst bei der Nutzung der neuen Rollen sein, die mit PSD2 eingeführt werden.

Alles in Allem hat die EBA hier einen guten Job gemacht. Angesichts der Vorgabe aus Brüssel hatte ich ja bereits befürchtet, dass zukünftig jeder Kontozugriff und jede Zahlung eine starke Authentisierung braucht. Selbst Kleinstzahlungen. Immerhin definierte die Richtlinie, dass auch reine Informationszugriffe stark authentisiert sein müssen. Wie sollte man da die üblichen Bagatellgrenzen für kleinere Zahlungen rechtfertigen?

Aber die EBA hat es geschafft. Sie beruft sich darauf, dass es Ziel der Richtlinie sei, die Entwicklung innovativer benutzerfreundlicher Bezahlverfahren zu fördern. Das rechtfertige die Einführung von Ausnahmen. Ich finde das ja wirklich ausgesprochen gut und richtig, frage mich allerdings, ob die EBA genauso entspannt sein wird, wenn die beaufsichtigten Banken die gleiche Interpretationsfreiheit auf Regeln der EBA anwenden.

Selbst für die reinen Informationszugriffe gibt es jetzt eine Bagatellregelung. Beim ersten Mal und nach einer Pause von mehr als einem Monat muss man sich stark authentisieren, ansonsten reicht die einfache Identifikation. Das hilft allen, die regelmäßig ihre Kontodaten über denselben Weg abrufen.

Bei Zahlungen kann man auf die starke Authentisierung verzichten, wenn sie unter den üblichen Grenzen liegen (10€ bei Online-Zahlungen, 50€ an der Kasse). Aber neben diesen Limits für die einzelne Zahlung gibt es noch Limits für den kumulierten Betrag aller Zahlungen: Ab 100€ online oder 150€ an der Kasse greift dann doch wieder die starke Authentisierung.

Es kommt nicht immer starke Authentisierung zum Einsatz, dass schafft etwas Spielraum. Trotzdem entstehen für die Nutzer neue und erst einmal ungewohnte Situationen. Man weiß jetzt nämlich vorher nicht mehr, wie man sich authentisieren muss. Man muss sich daran gewöhnen, ab und zu nach einem zusätzlichen Identifikationsmerkmal neben dem Üblichen gefragt zu werden. Je nachdem, ob man gerade einen Schwellwert bei den kumulierten Zahlungen überschreitet.

Gerade bei den reinen Informationszugriffen „fließt“ das Vertrauen in die Korrektheit einer Anmeldung sozusagen von einem Login zum anderen. Solange die Kette der Zugriffe nicht abreißt, ist alles in Ordnung. Erst bei einer längeren Pause reißt der Fluss ab, das Vertrauen in den Zugriff muss erst wieder durch die starke Authentisierung hergestellt werden.

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PSD2 Artikel97

PIN/TAN mit PSD2: Klarheit oder neue Unsicherheit?

Was geht mit PIN und TAN? Schafft die PSD2 hier mehr Klarheit oder eben nicht? Derzeit sieht es für mich so aus, als würden Zahlungsauslösedienste (wie SOFORT) profitieren, während Kontoinformationsdienste (wie figo.io  oder finapi.de) erst mal verunsichert werden.

Aktuell ziehen die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) und das Kartellamt ihren Streit um die Sofortüberweisung gnadenlos durch: Das Kartellamt hält die AGBs der Banken für wettbewerbswidrig, wogegen die DK wiederum gerichtlich vorgehen wird. Dabei würden auch etliche deutsche Banken selber gern Multibanking anbieten, wofür sie die Zugangsdaten zu anderen Banken speichern müssten. Da machen ihnen jetzt die eigenen Verbände mit den starren AGB einen Strich durch die Rechnung.

Und zumindest das Kartellamt weist in seiner Pressemitteilung wenigstens darauf hin, dass die PSD2 das Thema Sofortüberweisung ja einer neuen Regulierung zuführt, durch die sich der ganze Streit erledigen wird. Zahlungsauslösedienste sind in der PSD2 ausdrücklich vorgesehen. Wenn sich SOFORT an die Spielregeln hält, können die Banken sie nicht mehr stoppen. Das ganz Hin und Her zwischen DK und Kartellamt ist also ohnehin nur noch ein Spiel auf Zeit. Haben wir wirklich nichts Wichtigeres zu tun?

Was mich aber noch viel mehr irritiert, sind die Vorgaben der PSD2 zum Thema starke Authentisierung. Artikel 97 Absatz (1) sagt eindeutig, dass eine starke Authentisierung nötig ist, wenn ein Kunde online auf sein Zahlungskonto zugreift. Starke Authentisierung heißt: Zwei verschiedene Authentisierungsverfahren, etwa Wissen (z.B. PIN), Besitz (z.B. Karte, TAN-Generator) oder Biometrie (z.B. Fingerabdruck).

Das wird lästig für die Kunden, wenn sie zukünftig schon beim reinen Zugriff aufs Konto zwei Merkmale liefern müssen. Nur PIN alleine geht dann dann wohl nicht mehr. Gut, die technische Richtlinie ist noch nicht fertig. Man könnte hoffen, dass hier wieder mal Bagatellgrenzen eingezogen werden, so dass man erst bei Zahlungen ab 50 € wirklich stark authentisieren muss.

Allerdings sagt Artikel 97 Absatz (4) noch mal ausdrücklich, dass die starke Authentisierung auch gilt, wenn der Zugriff über einen Kontoinformationsdienstleister erfolgt. Ein solcher Dienstleister führt gar keine Zahlungen aus! Man muss das also wohl so lesen, dass wirklich jeder Kontozugriff mit zwei Authentisierungsmerkmalen erfolgen muss, auch wenn gar keine Zahlung erfolgt.

Das könnte böse Folgen für figo und Co. haben. Eigentlich will die PSD2 ihnen ja helfen, indem sie einen ordentlich regulierten Status als Kontoinformationsdienstleister für diese APIs einführt. Aber in der Praxis könnte sie ihnen das Leben schwer machen: Bisher reichte eine PIN zum Zugriff aufs Konto, die konnte figo speichern. Zukünftig werden Besitz oder Biometrie hinzukommen, was sich beides nicht speichern lässt. Noch schlimmer: Naheliegend ist, dass die Banken jeweils die etablierten TAN-Verfahren als zweiten Faktor nutzen. Dann muss der Kunde womöglich pro Bank einen separaten TAN-Generator herausholen, nur um sich den Kontostand all seiner Konten über figo anzeigen zu lassen. Und figo müsste all diese Verfahren implementieren, um die Authentifizierungsdaten an die Banken weiter zu leiten.

Ist das so wirklich im Sinne des Erfinders? Kann die technische Richtlinie da noch aus der Patsche helfen? Ich weiß es nicht. Immerhin hat die EBA schon selbst eingestanden, dass die Schwierigkeit bei der Umsetzung der PSD2 darin bestünde, die verschiedenen Ziele der Richtlinie in Balance zu halten. In diesem Fall will der Gesetzgeber mehr Sicherheit für den Kunden einerseits (dafür die starke Authentisierung) und er will den Banken ihr Monopol auf die Kontodaten entziehen (dafür die Einführung der Kontoinformationsdienstleister). Es könnte sein, dass sich die beiden Ziele hier gegenseitig so sehr im Wege stehen, dass weder die Kunden noch die Dienstleister das Ergebnis mögen.

Fairwert_Payment

Payment: Fairwert statt Mehrwert

Beim Wettbewerb der Bezahlsysteme rücken die sogenannten Mehrwerte immer stärker in den Fokus: Was bietet ein Verfahren dem Kunden über schnelle und verlässliche Abwicklung hinaus noch?

Das Problem ist: Wenn man von „Mehrwerten beim Payment“ spricht, wedelt der Schwanz mit dem Hund. Wie mein Kollege Mark Spiessl immer sagt: Niemand verabredet sich, am Samstag in der Stadt bezahlen zu gehen. Man verabredet sich zum Shoppen. Bezahlen ist das lästige Anhängsel des Themas Einkaufen, und nicht Einkaufen ein Mehrwert des Bezahlens.

PAYBACK zeigt mit der neuen App, wie man Bezahlen so hinter Angeboten und Punkte sammeln versteckt, dass vor lauter positiven Botschaften das unangenehme Gefühl, Geld auszugeben, fast verschwindet.

Es stellt sich die Frage, wie die Rollenverteilung von Banken und Handel beim Payment zukünftig sein wird. Solange ich mit Karten zahle, bin ich ganz froh, davon nicht zu viele im Portemonnaie mit mir rumzuschleppen. Aber Apps? Die wiegen nichts, nehmen keinen Platz weg, öffnen sich bei Kontakt zum Beacon automatisch – von mir aus kann ich für jeden Händler eine andere Bezahlapp nutzen.

Und wie gesagt: Einkaufen ist schön, bezahlen tut weh. Da habe ich doch lieber eine Einkaufs-App als eine Bezahl-App. Die Frage ist, welche Chance Banken überhaupt haben, eine wichtige Rolle beim mobilen Bezahlen zu spielen? Wenn sie diesen Service an den Handel abgeben, verlieren sie den häufigsten Kontaktpunkt zwischen Kunde und Bank. Bezahlen ist mit Abstand die häufigste Finanztransaktion.

Ich glaube nicht, dass Banken den Handel imitieren sollten. Da können sie nur verlieren. Sie müssen sich auf das konzentrieren, was sie besser können als der Handel. Und was ist das?

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Blockchain

Die Blockchain-Revolution findet nicht statt

Blockchain, das war die Technologie, die Banken wirklich tiefgehend disrupten sollte. Die dem etablierten Finanzsystem sein Monopol auf Zahlungsverkehr zu entreißen drohte. Ein offenes Zahlungssystem, im Prinzip ähnlich zu Bitcoin, aber ohne dessen Limitierungen und Kinderkrankheiten. Geld in freier Wildbahn, habe ich das mal genannt.

Der aktuelle Stand: It’s not happening. Die Revolution ist abgesagt.

Um das zu verstehen, schauen wir auf die Banken, die Angreifer, und dann auf die anderen Bereiche, in die sich die Revolution verschoben hat. Es reicht, Gruppen zu betrachten, denn Blockchain und Zahlungsverkehr leben vom großen Netzwerk. Alleingänge sind witzlos.

Die Banken sind vor allem im Konsortium von R3 aktiv. 45 Großbanken sind aktuell dabei, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank, die UBS, JP Morgan, Wells Fargo – alles, was Rang und Namen hat. 60% der systemrelevanten Banken seien an Bord.

R3 hat mit Ethereum experimentiert, später auch mit IBMs OpenLedger / Hyperledger – und schließlich Corda vorgestellt. Corda ist ein verteiltes Buchungssystem (Distributed Ledger), das an die Bedürfnisse der Banken angepasst ist. Es soll die automatisierte Abwicklung von Verträgen zwischen Banken ermöglichen, Clearingstellen überflüssig machen und Kosten des Settlements eliminieren. Sogar „Kontrollknoten“ für die Regulierer sind vorgesehen. Dabei kann Corda wesentlich effizienter sein als Bitcoin, weil Transaktionsdaten nur von den Beteiligten der jeweiligen Transaktion gemeinsam gespeichert werden, nicht von jedem Knoten im Netz. Auch der bei Bitcoin aberwitzig aufwändige „Proof of Work“ kann sehr schlicht geregelt werden.

Nur: Das funktioniert, weil Corda eben keine Blockchain mehr ist. Corda soll den Banken Kosten sparen, indem Jahrzehnte alte Verfahren internationaler Geschäftsabwicklung durch ein neues System ersetzt werden. Das neue System funktioniert aber nur zwischen Anbietern, die sich vertrauen. Sprich: Zwischen den regulierten Anbietern des heutigen Zahlungsverkehrssystems. Alle anderen bleiben schön außen vor.

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Instant Payment Schema des EPC

Instant Payments kommen – gestalten Sie jetzt mit!

Die Älteren unter uns können sich noch an Zeiten erinnern, in denen eine Überweisung gerne mal drei Tage im Zahlungsverkehrssystem der Banken herumlümmelte, bis sie auf dem Zielkonto eintraf. Inzwischen kommt das Geld zwar innerhalb eines Tages an, inzwischen sind wir aber auch daran gewöhnt, dass selbst weltweite Transaktionen in Sekunden abgeschlossen werden. Warum elektronische Überweisungen länger dauern, als man brauchen würde, um den Betrag in Form von Bargeld von einer Bank zur anderen zu tragen, versteht wirklich kein Mensch mehr.

Das soll sich jetzt ändern. Das EPC (European Payments Council) hat sein Schema für Instant Payment vorgestellt. Damit sollen zukünftig Zahlungen im SEPA-Raum innerhalb von 10 Sekunden abgewickelt werden, bis zu einem Betrag von 15.000 €. Dabei können die Beteiligten untereinander auch kürzere Fristen oder höhere Maximalbeträge vereinbaren.

Das Zahlungsschema basiert auf dem SEPA Credit Transfer Schema. Man liegt wohl nicht falsch, wenn man Instant Payments auch als eine Form der Entschuldigung der Regulatoren gegenüber den Verbrauchern sieht: Mit viel Aufwand wurde SEPA durchgedrückt, und was haben die Endbenutzer davon? IBAN und BIC. Eine Grausamkeit. Mit Instant Payments kann man jetzt zeigen, dass SEPA auch zu wirklichen Fortschritten in der Customer Experience beitragen kann.

Bis 10. Juli bittet das EPC um Ihr Feedback zum Schema. Lassen Sie Ihre SEPA-Experten drüber schauen. Der Umstieg von 1 Tag auf 10 Sekunden will richtig umgesetzt sein, wenn er die Systeme nicht hoffnungslos überfordern soll. Wobei ja auch nicht alle Überweisungen entsprechend beschleunigt werden, sondern nur Zahlungen über das neue Schema.

Wer sich für eine solche Mitwirkung noch nicht berufen fühlt, sondern erst einmal wissen will, was diese Instant Payment für die Bank bedeuten werden, dem sei das Seminar des ibi research empfohlen: „Instant Payments: eine neue Revolution im Zahlungsverkehr?„, das am 23. Juni 2016 in Frankfurt stattfindet.

EHI Kongress 2016

Payback in der Pole Position bei Mobile Payments

Payback goes Mobile Payment“ ist der Titel eines Vortrags, den Payback Geschäftsführer Dominik Dommick am 26. April 2016 auf dem EHI Kartenkongress halten wird. Zusammen mit Philipp Blome, dem Geschäftsführer von Real Digital Services und Robert Herzig von der Metro AG.

Laut mobilbranche.de sei es sehr wahrscheinlich, dass dort der Start des Mobile Payment Programms bekannt gegeben wird, das Payback bereits 2014 angekündigt hatte.

Dass die Händler Real und Metro mit vortragen, zeigt bereits eine Stärke von Payback: Den Zugang zum Handel haben sie bereits. Das ist ein entscheidender Faktor, denn der Handel muss die Kosten für die technische Aufrüstung in der Fläche tragen – und dafür braucht er ein gutes Argument. Selbst Apple, Paypal und Square kommen da in den USA nur langsam voran.

Payback kann den Händlern ein klares Argument bieten, das über den reinen Bezahlvorgang hinausweist: Die Kundenbindung durch das Bonusprogramm. Natürlich gehören Bonusprogramm und Bezahlvorgang zusammen – die Frage nach der Payback-Karte kann dann entfallen, was den Checkout schneller und bequemer macht, der erhaltene Bonus kann von der App direkt angezeigt werden.

Interessant ist in diesem Kontext auch, dass Payback bereits früh mit Location Based Marketing auf Basis von iBeacons experimentiert hat (siehe hier). iBeacons kommunizieren in der Filiale per Bluetooth mit dem Smartphone des Kunden, zeigen Angebote oder erlauben das Bezahlen direkt am Regal statt an der Kasse. Doch dazu müsste jeder Händler die Kunden erst einmal von seiner App überzeugen. Die Payback-App hingegen wurde bereits über 8 Millionen Mal heruntergeladen. Und zwar vermutlich genau von denjenigen Kunden, die auf Sonderangebote ansprechen. Wenn Payback das Location Based Marketing für die Händler übernehmen würde, könnten diese von heute auf morgen eine enorme Reichweite erzielen.

Auf der ProfitCard 2016 hat Payback noch nicht viel verraten, sondern auf die EHI-Konferenz verwiesen. Immerhin war beim dortigen Vortrag auffällig, dass alle anderen über Mobile Payment reden, während es Payback um die Total User Experience beim Einkauf geht.

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