ThinkBold 2.0

ThinkBold 2.0: PayDirekt und Instant Payments

Auf der ThinkBold-Konferenz kamen gestern in Frankfurt wieder CIOs und CDOs mit Startups ins Gespräch. Regulatoren waren nicht eingeladen, aber doch sehr präsent, sogar in wechselnden Rollen.

Das Bundeskartellamt scheint laut Teilnehmern der Einzige zu sein, der den deutschen Banken noch eine marktbeherrschende Stellung beim Payment zutraut. Um diese Gefahr abzuwenden, hat es den ja so unglaublich mächtigen Monopolvertrieb von PayDirekt aufgespalten in sieben Konzentratoren.

Allgemein wurde die Einstellung der Behörde als schlechter Witz angesehen, da PayDirekt ja bei null Prozent Marktanteil startet. Tatsächlich liegt laut Prof. Penzel vom ibi research heute die Hälfte der eCommerce-Zahlungen bei den bankfernen Anbietern Paypal und Amazon Pay. Und dabei sind die Paymentlösungen der „neuen Oligarchen des Internet“ wie Apple Pay und Android Pay noch gar nicht Deutschland angekommen.

PayDirekt wird es mit seiner heterogenen Eigentümerstruktur ohnehin schwer genug haben wird gegen Paypal und die Internet Oligarchen. Schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen sind bei diesem Unternehmenssetup kaum zu erwarten. Es wäre wirklich nicht nötig, es den Banken und Händlern noch schwieriger zu machen, miteinander ins Geschäft zu kommen. De fakto limitiert das Kartellamt derzeit den Wettbewerb, indem es die Verbreitung von PayDirekt unnötig bremst.

Liebes Kartellamt, sprich doch mal mit der Bankenaufsicht. Frag mal, ob die es gut finden, dass ein immer größerer Teil europäischer Zahlungen über die USA laufen. Schau Dir die realen Marktanteile und deren Entwicklung noch mal an. Und dann spiel den Helden, lauf los und sammle wie in einem Computerspiel die sieben Splitter des PayDirekt-Vertriebes wieder ein. Keine Sorge, auch zusammen wird kein übermäßig mächtiges Artefakt daraus.

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Azimo

Drei Trends, die der Geldtransfermarkt verschlafen hat

Neulich habe ich Peter Demidov vom Azimo kennengelernt. Es lohnt sich, aus seinen persönlichen Erfahrungen im internationalen Payment zu lernen. Deshalb hier sein Bericht:

„Mit 2.000 Euro in der Tasche stehe ich in einer langen Schlange vor dem Schalter eines Anbieters von Geldtransfers. Das Geld sollte nach Russland zu meiner Oma. Allein die Tatsache, dass ich als Jugendlicher mit so viel Bargeld durch die Gegend lief, sorgte bei mir schon für Unbehagen. Die Atmosphäre vor Ort verstärkte dieses Gefühl nur noch.

Es war kalt, ungemütlich und alles andere als einladend. Die Fassade des Schalters war genauso veraltet wie die Umgebung, in der er sich befand. Als ich endlich an der Reihe war, musste ich meinen Pass abgeben – was genau damit gemacht wurde, das erklärte mir niemand.

Nachdem ich ein paar Formulare ausgefüllt hatte kam der Knackpunkt: die Kosten. Von meinen 2.000 Euro würden nur 1.750 Euro bei meiner Großmutter ankommen. Sollte ich die Geldsendung trotzdem durchführen? Ob ich es getan habe, verrate ich später.

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UniCredit Appathon 2015

André Bajorat zum UniCredit Appathon 2015: „Banking im richtigen Kontext“

Innovationen im Mobile Banking sind Ihr Ding? Dann können Sie jetzt noch beim internationalen „Appathon“ (www.appathon.eu) der UniCredit dabei sein, und am Wochenende vom 6. bis 8. November die Nacht durchcoden. Richtig gehört, die reine Coding-Zeit ist von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 11 Uhr angesetzt. Als Inhalte sind gefragt: Wearables, digitales Private Banking und neue Premium Services.

Das vielleicht Spannendste an der Veranstaltung ist, dass UniCredit ihre eigene API bereitstellt, mit der Apps direkt an die Bank andocken können. UniCredit sieht die Bank-API ganz offen als Baustein ihrer zukünftigen Zusammenarbeit mit FinTechs.

Aber auch die bekannte figo-API steht wieder zur Verfügung, und André Bajorat von figo gehört zu den Juroren der Veranstaltung. Wenn Sie noch Inspiration suchen, mit welchen Inhalten Sie beim Appathon punkten können, hilft ihnen vielleicht mein Kurzinterview weiter:

Herr Bajorat, was sind für Sie die aktuellen Trends bei Banking-Apps? 

Ich sehe mindestens zwei Dinge: Das eine nenne ich immer „Banking im richtigen Kontext“. Darunter verstehe ich, dass Banking in den passenden Use-Case gebracht wird und damit das statische „Online-Banking“ verlässt. Banken müssen sich auf die neuen Kundenbedürfnisse einstellen und entsprechend handeln. Der Smartphone-Boom und das mobile Internet pushen die Entwicklung und spielen für den Verbraucher auch in diesem Segment eine immer zentralere Rolle. Das andere ist, dass Banking und Payment mehr und mehr als ein Thema verstanden werden. Auch hier sind das ganze Mobile Universum und die User Experience mit und innerhalb von Apps entscheidend für die Zukunft des Banking.

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Kreditkarten

Positive Effekte durch Deckelung der Interchange Fee?

Nachdem nun – nach jahrelangen Verhandlungen – auch die Deckelung der Verarbeitungsgebühren im Kartenzahlungsverkehr (die sog. Interchange Fee oder das Interbankenentgelt) durch EU beschlossene Sache ist haben die Banken hier eine weitere Herausforderung zu meistern. Da die Deckelung ab 09.12.2015 greift sollten die Banken schnellstmöglich, falls noch nicht geschehen, Konzepte zur Kompensation der Ertragseinbußen entwickeln.

Zwar ist Deutschland auch weiterhin kein Kreditkartenland. Aber mit den neuen Mobile Payment Angeboten (wie z.B. Apple Pay) kann sich das schnell ändern.

Doch von welchen Eintragseinbußen reden wir hier eigentlich?

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Fintura

Jetzt auch in Deutschland: FinTech für Firmenkunden

Auf der diesjährigen Finovate in London war es bereits ein klarer Trend: Nach den Privatkunden rücken jetzt Firmenkunden ins Visier der Anbieter von Next Generation Finance. Die Zielgruppe reicht vom Freiberufler bis zum Mittelstand.

Auch in Deutschland gibt es bereits entsprechende Anbieter. Drei davon stelle ich heute vor:

  • Rechnung 48 – Factoring für Freiberufler
  • Holvi – Banking und eCommerce vereint
  • Fintura – Vergleichsportal für Investitionskredite für den Mittelstand

Rechnung 48

Die Elbe Factoring GmbH bietet unter der Marke Rechnung 48 seit einem Jahr auch Freiberuflern Factoring an. Gerade große Kunden mit entsprechend aufwändigen Einkaufsprozessen brauchen gerne mal länger, bis sie Rechnungen zahlen. Wenn die Rechnung die persönliche Lebenshaltung tragen muss, kann das ein Problem sein. Rechnung 48 heißt so, weil sie versprechen, die Rechnung innerhalb von 48 Stunden vorzufinanzieren (gegen einen Abschlag, natürlich).

Ganz neu ist die passende App, mit der auch Zeitnachweise und Rechnungen erstellt werden. Und natürlich können die Rechnungen auch mit einem Klick vorfinanziert werden.

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Payment ist das nächste Internet! Und warum das eine verdammt schlechte Nachricht für die Payment-Branche ist.

Das Internet hat jenen Riesengeschäfte ermöglicht, die früh darauf gesetzt haben. Google, Facebook, Apple. Nur nicht denjenigen, die tatsächlich das Netz aufgebaut haben, den Providern, die teure Kabel verlegen und dauernd neue Mobilfunk-Standards umsetzen mussten. Die sind von Hype-Unternehmen zu Zulieferern mit langweiligen Eigenkapitalrenditen geworden.

Genau das passiert gerade mit der Payment-Branche. Payment boomt, ja. Apple, Facebook, Samsung, Google, alle integrieren Payment in ihre Plattformen. Gleichzeitig müssen sich die Payment Provider selbst mit sinkenden Margen zufrieden geben. Die EU limitiert Interchange-Gebühren drastisch, Apple hat mit Visa und Mastercard Gebühren von 15 bis 25 Basispunkten vereinbart, und Facebook bekommt offenbar Klein-Transaktionen ganz umsonst abgewickelt.

Von jedem 1€-InApp-Kauf bekommt Apple also 30 Cent und zahlt für die Abwicklung 1 bis 2 Cent. Krass. (Und alle lieben Apple und meckern über die Banken, aber das ist ein anderes Thema.)

Warum ist das so? Weil mit dem Verkauf von Produkten mehr Geld verdient wird als mit der Abrechnung des Bezahlens. Payment ist nur das kleine Anhängsel am Verkaufsprozess. Es ist wichtig, weil die Zahlung belegt, dass tatsächlich ein Verkauf stattgefunden hat. Wenn also ein Unternehmen, dass sein Geld mit Werbung verdient, den gesamten Entscheidungsprozess des Kunden von der ersten Werbeeinblendung bis zum tatsächlichen Kauf verfolgen kann, dann kann es ganz neue Erlösmodelle umsetzen. Dann wird es nicht mehr fürs Anzeigen von Werbung bezahlt, sondern bekommt eine Provision für den Verkauf. Der Unterschied ist gigantisch, von der Sache her und von den Einnahmen. Darum ist Payment so wichtig für die Werbekönige Google und Facebook.

Wie reagiert die Payment-Branche? Wie in jedem Multisided-Platform-Geschäftsmodell liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Verbreitung. Bei den Kunden und den Acquirern (sprich: Händlern). Wohl deswegen sind Visa und MasterCard bereit, im Moment schlechte Konditionen zu akzeptieren. Um zum Standard der großen Plattformen zu werden. Und dadurch ihr Geschäftsmodell auszuweiten. Strategisch gesehen ist das nachvollziehbar. Kurzfristig wird es aber die Margen reduzieren.

Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass die deutschen Banken gerade in diese Marktsituation hinein ihre neue Paymentlösung platzieren werden. Besser spät als nie, sicher, aber verdammt nicht einfach. Wenn schon Visa Facebook-Zahlungen umsonst ausführt, was soll dann ein ganz neues Verfahren den Händlern bieten, damit sie es akzeptieren? Was drauflegen?
Ich hoffe mal, dass mir da irgendwas entgeht. Dass es einen anderen, kreativen Ansatz gibt, das neue Verfahren im Markt zu platzieren. Vorteile für deutsche Händler, die das Verfahren einsetzen gegenüber Global Playern, die ihre Plattform für einen Nischenmarkt wie Deutschland nicht anpassen wollen. Einfachere Nutzbarkeit etwa.

Der Königsweg wäre sicher, wenn es gelänge, die Lagerbildung aufzubrechen: Banken, Handel, Telkos, Internetdienste – alle stehen sich gegenseitig im Weg. Leider sehe ich keine Anzeichen, dass sich daran etwas ändert.

SEPA_CARD_CLEARING

SEPA Card Clearing: Für manche private oder öffentliche Bank wird es extrem sportlich!

Stichtag 14. April 2015: An diesem Tag startet der Rollout für SEPA Card Clearing in der Deutschen Kreditwirtschaft. Also jeder Debitkarten-Herausgeber oder Geldautomaten-Kreditkarten-Akzeptant in Deutschland muss ab diesem Tag in der Lage sein, SCC-Nachrichten zu verarbeiten.

Die großen Player wie die Sparkassen FinanzGruppe, der genossenschaftliche Sektor oder die Großbanken (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, UniCredit) arbeiten seit Anfang 2012 in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) intensiv an der Spezifikation und Umsetzung von SCC in Deutschland. Ab November 2014 werden die DK-weiten End-to-End-Tests stattfinden.

Allerdings scheinen die kleineren Institute aus dem Bereich des Bankenverbandes oder des VÖB bei diesen Aktivitäten ziemlich spät dran zu sein.

So sagte Markus Härtel (Bundesbank) beim van den Berg Informationsforum am 19.09.2014, dass ca. 70 Institute sich noch nicht zu den bereits laufenden SCC-Bundesbank-Tests angemeldet hätten.

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EuroCoin

EuroCoin- der bessere Bitcoin?

Am Donnerstag, 25. Sept. 2014 fand erneut die Bitkom Arbeitsgruppe SEPA + Kryptowährungen in Frankfurt/Main statt, diesmal in den Räumen von NTT Data.

Eines der zentralen Themen dieser AG sind Kryptowährungen.

So gibt es Überlegungen, echtes kryptografisches Zentralbankgeld, den EuroCoin, zu schaffen. Hier will sich die Bitkom als High-Tech-Verband maßgeblich engagieren.

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Apple Pay Bank website

Apple Pay: Eine entscheidende Frage ist noch offen.

Wohl noch nie hat ein Fintech-Thema so viel Aufmerksamkeit bekommen wie Apple Pay. Hier einige der interessantesten Artikel darüber:

Zusammenfassung: Auch Apple kann trotz jahrelanger Arbeit und vielen eigenen Patenten den Payment Prozess nicht disrupten. Statt dessen kommt er jetzt in der Partnerschaft mit den traditionellen Playern zum Fliegen. Was diese natürlich erst mal beruhigt. Ja, Apple erobert damit die Kundenschnittstelle, aber die Banken sonnen sich gern im Glanz der Super-Marke Apple. Diesmal könnte es wirklich was werden mit Mobile Payment.

Viele Menschen fragen sich seit jeher, was eigentlich der Vorteil sein soll, mit dem Smartphone zu zahlen statt einer Plastikkarte oder einem Geldschein. Die Antwort lautete eigentlich immer: Kontext! Eine Karte ist dumm und hat kein Display. Sie kann mir nicht den Kontostand vor und nach dem Bezahlen anzeigen, nicht meine Ausgabenstruktur analysieren, keine Rabattsysteme automatisch berücksichtigen.

Mir scheint die Frage immer noch offen zu sein: Wie wird Apple Pay Zahlungen mit ihrem Kontext so verbinden, dass ein tatsächlicher Mehrwert entsteht? Darüber schweigen sich bisher alle Berichterstatter aus. iBeacons bieten die Möglichkeit, zu einem Produkt Informationen auf dem Smartphone anzuzeigen. Mit Pay kann jetzt auch gleich der Bezahlvorgang gestartet werden. Alles nett. Aber es trifft den Punkt nicht. Die Menschen wollen wissen, wie viel Geld sie haben, bevor sie es ausgeben. Die mit großem Abstand am häufigsten genutzte Funktion im Mobile Banking ist die Kontostandsabfrage. Die ist aber in Apple Pay gar nicht integriert! Weiterlesen

ipayment

Spät dran: Mobile Payment von Apple. Warum es doch noch der Beginn einer neuen Ära sein kann.

Apple hat sich jetzt festgelegt, wie man mit dem iPhone bezahlt: Per NFC und Kreditkarte. Neu ist daran eigentlich überhaupt nichts. Schon vor der Vorstellung des iPhone 4 (!) brodelte die Gerüchteküche um Mobile Payment, weil Apple  damals frisch NFC Know How eingekauft hatte. Aber damals wurde nichts daraus.

Tatsächlich ist Apple der letzte wichtige Smartphone Anbieter, der bisher kein NFC und Secure Element bietet. Alle anderen machten ihre Technik fit fürs mobile Bezahlen, kamen dann aber über irrelevanten Pilotprojekte nicht hinaus. Auch Google Pay kommt mit seit Jahren nicht voran. NFC wurde hier sogar als Teil des Problems ausgemacht: Die Telkos wollten selbst am mobilen Bezahlen mitverdienen und erzwangen die Deaktivierung der NFC-Chips in Smartphones, solange sie nicht davon profitieren.

Alle Augen richteten sich auf Apple. Denn anders als Google oder Samsung traute man Apple zu, sich gegen die Telkos durchzusetzen. Schon beim ersten iPhone zwangen die Kalifornier ja den Telkos die Spielregeln. Aber Apple blieb den großen Schritt schuldig. Stattdessen kamen iBeacons, und sie erschienen mir (wie vielen anderen) als Königsweg aus der NFC-Falle: denn Bluetooth ist ein Standard-Feature der Smartphones, niemand kann seine Abschaltung durchsetzen.

Und jetzt also doch? Mobile Payment, ganz klassisch, so wie es seit langem konzipiert ist? Der Grund könnte in Asien zu suchen sein. China ist für Apple mindestens genauso wichtig wie Europa, und hier konnte Apple wichtige Partner gewinnen: China Mobile und Union Pay. Beide sind involviert in den Aufbau der staatlichen geförderten Mobile Payment Plattform – und die beruht ganz klassisch auf NFC-Zahlungen. Apple bietet sich die Chance, ein wesentlicher Player in diesem Ökosystem zu werden. Dafür kann man schon mal von iBeacons zurück zu NFC gehen. Weiterlesen

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