thinkBoldSpecial

Schöne neue (bimodale) Welt. Innovations-IT trifft auf Exzellenz-IT.

„Bimodal.“ Was klingt, als sei es eine Persönlichkeitsstörung, ist in Wirklichkeit die spannendste Herausforderung für die IT in Zeiten der Digitalisierung. IT muss heute nämlich in zwei Modi gleichzeitig operieren: einem stabilen und einem agilen Modus. Aber so, dass ein Ganzes daraus entsteht, keine parallelen Welten. Sonst endet es doch mit einer Störung, mit schizophrener IT nämlich.

Wie man das konkret angeht, wird am 30.09.2016 auf der „thinkBold *special“-Konferenz in Köln von hochrelevanten Praktikern der Finanzbranche diskutiert. Das Programm finden Sie hier. Für die Leser des Blogs wurden ein paar Plätze reserviert, bei Interesse wenden Sie sich einfach an mich oder info@syngenio.de.

Warum brauchen wir überhaupt bimodale IT in der Finanzbranche? Geht das überhaupt, agil arbeiten und dabei alle Regularien einhalten? Die banale Antwort ist: Wer Produktions- und Vertriebsbank sein will, braucht beides, stabile IT und agile IT.

Die stabile IT ist effizienz- und kostenoptimiert, zuverlässig und hochverfügbar. So muss die Produktions-IT auch sein, um im Wettbewerb um bessere Cost-Income-Ratios mithalten zu können. Eine solche IT ändert man aber auch nur ganz vorsichtig, mit viel Vorlauf. Zwei Releases im Jahr.

Gleichzeitig wenden die Kunden sich immer mehr den wirklich gut gemachten digitalen Angeboten zu. Dafür brauchen wir die agile IT, die ständig Verbesserungen einbaut und sofort auf Kundenfeedback reagiert. Wer als Vertriebsbank erfolgreich sein will, muss heute agil entwickeln. Da schafft man dann auch mal zwei Releases pro Monat.

Und wenn wir beides brauchen, müssen wir es auch miteinander verheiraten. Übergänge zwischen Innovation und Exzellenz schaffen. Bank-API ist in diesem Kontext ein Stichwort, aber auch nicht die Antwort auf alle Fragen.

Die thinkBold Special bringt die konkreten Fragen mit dem Big Picture zusammen. Payment, Banking und Brokerage sind mit Anwenderberichten vertreten, auf die ich schon sehr gespannt bin. Auch zu Internet der Dinge, Blockchain und Algorithmic Banking werden wir Redner aus der wirklichen Praxis hören.

Sehr passend finde ich auch den Beitrag zur Frage, was man von einer gut geführten Cocktailbar über Methoden der Hochverfügbarkeit lernen kann. Die Konferenz geht dann nämlich in die 15-Jahr-Feier der SYNGENIO über. Da sind wir dann schon gleich in der richtigen Stimmung. Wie gesagt, ein paar Gäste kann ich noch reinschmuggeln. Geben Sie mir mal einen Wink.

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AXA_Ingress_Augmented_Reality

Augmented Reality Marketing mit Pokemon Go und Ingress. Ernsthaft.

So, jetzt heißt es schnell sein und den Hype nutzen: Pokemon Go lockt Menschen von fünf bis fünfzig Jahren dahin, wo die Pokemons sind – auch zur Bankfiliale. Und das für extrem wenig Geld, denn Sie brauchen nicht unbedingt eine teure Werbekampagne. Suchen Sie Filialen in der Nähe einer Spiele-Lokation, eines sogenannten Poke-Stops, und versprechen Sie, dort zu bestimmten Uhrzeiten sogenannte „Lockmodule“ einzusetzen, die Pokemons anlocken.

Publizieren Sie das auf ihrer Facebook-Seite und auf Pokemon-Fan-Sites und sie werden überrascht sein, welches Medienecho Sie erreichen: Im Netz und in der Realität vor ihren Filialen. Kosten: Für 100 € bekommen Sie Lockmodule für gut 85 Stunden, das reicht um an zehn Filialen eine Woche lang jeden Tag eine „Happy-Lockstoff-Hour“ einzurichten und den Spieler noch ein paar Mal Nachschlag zu gönnen.

Die Kosten sind Peanuts im Vergleich zur möglichen Wirkung, garantiert auch Peanuts im Vergleich zur McDonalds-Werbekampagne, von der die Gerüchteküche berichtet. McDonalds möchte offenbar alle seine Filialen zu Poke-Stops machen, womöglich noch so, dass seltene Pokemons dort besonders oft auftauchen. Dafür werden sie dann richtig Geld hinlegen müssen.

Übrigens ist die Finanzbranche Pionier bei der Nutzung von Augmented Reality Games für Werbezwecke. Der Anbieter von Pokemon Go, die Firma Niantic, hat nämlich vor Jahren bereits das sehr ähnlich funktionierende Spiel Ingress herausgebracht. Allerdings fehlte hier der große Markenname und das futuristische Setting dürfte auch nicht jedermanns Sache sein.

Für Ingress konnte Niantic drei Werbepartner gewinnen: AXA, Mitsubishi Financial Group und Softbank. Letzteres ist eine japanische Software-Firma. Alle Werbekunden tauchen im Spiel mit Items auf, die nach ihnen benannt sind und besonders wertvolle Eigenschaften haben.

Von AXA kommt der „AXA-Shield“ und das ist natürlich der beste Schutzschild im Spiel. Passender geht es ja wohl nicht mehr. Mitsubishi Financial Group stellt die „MUFG-Kapsel“, in der sich Items vermehren, also sozusagen verzinsen.

Wirklich cool ist, dass alle AXA-Filialen in Deutschland Spiele-Lokationen sind, an denen man besonders leicht AXA-Schilde bekommt. Glauben Sie mir, alle Ingress-Spieler kennen die AXA-Filialen in ihrer Stadt.

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CIBI2016

CIBI 2016: Schlüsselfaktoren für den Bankerfolg

Der CIBI Innovationstag 2016 des ibi research brachte sie alle zusammen: Die etablierten Banken, die Angreifer und die Regulatoren. Daraus entstand ein spannendes Puzzle, mit vielfältigen, teils auch konträren Antworten.

So wurde einerseits die Kooperation von Banken und FinTechs gelobt, anderseits war mit paydirekt auch der Angriff der Banken gehen die „Mutter aller FinTechs“, paypal, vertreten. Frank Schwab bezeichnete das Thema Payment gar als Entscheidungsschlacht um die Kundenschnittstelle.

Aus den vielen  Ergebnissen der Vorträge sind mir einige Erkenntnisse als Schlüsselfaktoren im Gedächtnis geblieben:

  • Omnichannel und Regulatorik zusammen bringen: Prof. Penzel vom ibi stellte die Anforderungen von Omnichannel-Architekturen einerseits und dem modernen Ansatz der Regulierer anderseits vor. Beide erfordern, dass bisher getrennte Spartensysteme zusammengebracht werden. Dazu wird man auf Dauer nicht separate Aggregationen in Richtung Kunde und in Richtung Aufsicht bauen können, die Logik wird in die einzelnen Systeme selbst einfließen müssen.
  • Agilität und Stabiliät in der IT parallel ermöglichen: Dr. Ralph Müller von der Postbank stellte hier deren Modell vor, Frontend und Backend durch eine API zu entkoppeln. So kann das Frontend agil, das Backend kosteneffizient und skalierbar aufgebaut werden.
  • Kunden beteiligen: Tobias Ehret (ebenfalls von der Postbank) und auch mein eigener Vortrag stellten beide die zentrale Rolle des Kunden bereits bei der Konzeption von Innovationen vor. Mit dem MVP-Ansatz werden Kunden durchgängig während der Entwicklung beteiligt. Die Postbank organisiert ihre Community dazu im Ideenlabor.
  • Mit FinTechs kooperieren, dabei aber die eigene Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten: FinTechs haben derzeit ein durchweg positives Image – sofern sie überhaupt beachtet werden. So das Ergebnis einer Blitzumfrage unter den Teilnehmern. Kooperationen wurden als wesentliche Option gesehen, die alle Banken prüfen sollten. Allerdings darf niemand den Wettbewerbsfaktor unterschätzen: Fidor hat derzeit Kundengewinnungskosten von unter 25 € pro Kunde, Geschäftskunden eingerechnet. Auf diesen Wettbewerber muss man sich einstellen.
ThinkBold 2.0

ThinkBold 2.0: PayDirekt und Instant Payments

Auf der ThinkBold-Konferenz kamen gestern in Frankfurt wieder CIOs und CDOs mit Startups ins Gespräch. Regulatoren waren nicht eingeladen, aber doch sehr präsent, sogar in wechselnden Rollen.

Das Bundeskartellamt scheint laut Teilnehmern der Einzige zu sein, der den deutschen Banken noch eine marktbeherrschende Stellung beim Payment zutraut. Um diese Gefahr abzuwenden, hat es den ja so unglaublich mächtigen Monopolvertrieb von PayDirekt aufgespalten in sieben Konzentratoren.

Allgemein wurde die Einstellung der Behörde als schlechter Witz angesehen, da PayDirekt ja bei null Prozent Marktanteil startet. Tatsächlich liegt laut Prof. Penzel vom ibi research heute die Hälfte der eCommerce-Zahlungen bei den bankfernen Anbietern Paypal und Amazon Pay. Und dabei sind die Paymentlösungen der „neuen Oligarchen des Internet“ wie Apple Pay und Android Pay noch gar nicht Deutschland angekommen.

PayDirekt wird es mit seiner heterogenen Eigentümerstruktur ohnehin schwer genug haben wird gegen Paypal und die Internet Oligarchen. Schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen sind bei diesem Unternehmenssetup kaum zu erwarten. Es wäre wirklich nicht nötig, es den Banken und Händlern noch schwieriger zu machen, miteinander ins Geschäft zu kommen. De fakto limitiert das Kartellamt derzeit den Wettbewerb, indem es die Verbreitung von PayDirekt unnötig bremst.

Liebes Kartellamt, sprich doch mal mit der Bankenaufsicht. Frag mal, ob die es gut finden, dass ein immer größerer Teil europäischer Zahlungen über die USA laufen. Schau Dir die realen Marktanteile und deren Entwicklung noch mal an. Und dann spiel den Helden, lauf los und sammle wie in einem Computerspiel die sieben Splitter des PayDirekt-Vertriebes wieder ein. Keine Sorge, auch zusammen wird kein übermäßig mächtiges Artefakt daraus.

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FinovateEurope2016

Finovate Europe 2016: Die wichtigsten Perspektiven

Die Londoner Finovate zeigt, was sie kann: Natürlich gibt es es inzwischen auch in Deutschland genügend FinTech-Konferenzen, aber in dieser Dichte, Internationalität und mit breit gestreutem Publikum ist sie nach wie vor einzigartig in Europa. Immerhin ist London derzeit „King of FinTech“ , die Investitionen in Großbritannien überstiegen in 2015 die im gesamten Rest von Europa.

Statt bahnbrechender Neuerungen gab es vor allem Trends zu entdecken, die sich durch die Veranstaltung zogen. Stark im Fokus stand die Personalisierung und Kontextorientierung des Bankings. Außerdem wurden Gestaltungsprinzipien übertragen, die Nutzer von anderen Apps oder aus dem eCommerce kennen. SwipeStox bezeichnete sich selbst als „Tinder of Social Trading“, eWise als „fitbit of finance“.

Wichtig war immer wieder die Balance zwischen Automatisierung und eigener Kontrolle durch den Kunden. Deutschland FinTech-Szene war stark vertreten unter anderem mit Lendstar, Scalable Capital, Risk Ident und SwipeStox.

Herausheben möchte ich zwei Themen: Neues zum Robo Advisoring und zur Biometrie.
Die Roboter gehen den nächsten Schritt, bei der Biometrie kommen Sprach- und Augen-Erkennung, was insbesondere für die mit PSD II verbundene Zwei-Faktor-Authentisierung spannend ist.

Meetinvest

Meetinvest bietet einen Roboter, der nicht auf Basis von Fonds arbeitet, sondern täglich über 90.000 einzelne Aktien analysiert. Auf Basis der Analysen werden dann Strategien berühmter Anleger umgesetzt (wie Warren Buffet, den das Beitragsbild zeigt). Die Algorithmen der Strategien sind veröffentlicht, hier herrscht Transparenz. Anhand einer Rückwärtsbetrachtung sieht der Kunde, wie die Strategie in der Vergangenheit gewirkt hätte.

Aus meiner Sicht eine spannende Verbindung zwischen voller Automatisierung einerseits und menschlichem Faktor anderseits in Form der der großen Investoren, deren Anlagestrategien den Kern der Plattform bilden.

Scalable Capital

Scalable Capital bietet eine automatisierte Vermögensverwaltung nach dem „Value at Risk“ Prinzip. Roboter arbeiten gerne mit einem schlichten Mix von Aktien und Anleihen entsprechend der Risikoneigung des Kunden. Große Investmentgesellschaften bewerten das tatsächliche Risiko eines Portfolios aber fortlaufend neu und steuern nach, um die Value at Risk im angestrebten Rahmen zu halten. Genau das verspricht Scalable Capital jetzt auch Kunden im mittleren Vermögensbereich. In Deutschland können die die Plattform bereits nutzen, Großbritannien folgt jetzt.

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Prognose FinTech 2016

Finance 2016: Drei ungewöhnliche Prognosen

Der Jahresbeginn ist die hohe Zeit der Prognosen: Was erwartet uns? Inzwischen sind die meisten Blicke un die Glaskugel publiziert, und es findet sich wenig Überraschendes. Blockchain, Mobile Payment, mehr Biometrie (allein schon wegen der zweiten Payment Service Direktive). Auch der Kontowechselservice wird wegen gesetzlicher Vorgabe ein großes Thema sein.

Überraschend war für mich, dass immer noch sehr die Einzelfeatures oder Einzelservices im Vordergrund stehen. Inzwischen sind wir doch an dem Punkt, an dem gerade die intelligente Verknüpfung in ein stimmiges Ganzes die zentrale Herausforderung ist.

Drei neue Begriffe sind bei mir hängengeblieben, die ich Ihnen kurz vorstellen möchte:

  • Unicorpses
  • Internet of Me
  • Life Finance

Unicorpses

In Deutschland war 2015 erst der Durchbruch für Investments in FinTech, international lief der Markt schon heiß. Private Companies wurden höher bewertet als Public Companies – in gutes Indiz, dass da auch viel heiße Luft gehandelt wird, die sich in den Bilanzen der Venture Capitalists gut macht, die aber letztlich nicht realisiert werden kann.

Es gibt ein erhebliches Risiko, dass in 2016 mehr FinTechs den Weg von Yapital gehen werden – ins Aus. Darunter könnte auch mindestens ein Unicorn sein, also ein Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Marktkapitalisierung. Und ein totes Unicorn ist ein eben ein Unicorpse. Das Wortspiel ist so gut, dass es definitiv in den Schlagzeilen auftauchen wird, sobald über dem ersten Einhorn dunkle Wolken auftauchen.

(aus den Prognosen von bank Innovation übernommen: http://bankinnovation.net/2015/12/top-10-fintech-predictions-for-2016/ )

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JBFOne 2015 bild

JBFOne 2015: Integration und Innovation

Die JBFOne ist die Entwickler-Konferenz der Fiducia und GAD IT – und steht damit für einen sehr großen Teil der Softwareentwicklung im genossenschaftlichen Bereich. SYNGENIO war auch dieses Jahr wieder Teil der JBFOne, die größer denn je zu sein schien.

Und die vor allem eins klar machte: Zwar stehen die Integration der Standorte und die Migration der Banken auf ein einheitliches Bankverfahren auf der Agenda, aber die Fiducia und GAD wird sich nicht darauf beschränken. Sie wird parallel Innovationen vorantreiben, wird ihre Innovations-Kultur und -Methode weiterentwickeln.

Schon in der einleitenden Keynote stellte Gerd Müller heraus, dass Exzellenz und Innovation parallel vorangetrieben werden. „Operative Exzellenz ist wie ein Marathonlauf. Innovation ist ein Sprint. Mit dieser IT der zwei Geschwindigkeiten müssen wir umgehen“, so Gerd Müller.

In meinem Vortrag habe ich noch zwei weitere Aspekte von Innovation betrachtet. Zum einen verlassen wir mit Innovationen bekannte Gewässer. Wir brechen auf zu neuen Ufern. Man spricht gern von Blue Oceans, die zu entdecken sind. Was seltener gesagt wird: Für diese Ozeane gibt es keine Karten, und sie sind elende Nebelmeere. Ja, irgendwo da draußen liegt eine Schatzinsel. Aber die will erst mal gefunden werden.

Und: Unternehmen sind per Gesetz verpflichtet, Risiken zu erkennen und zu steuern. Das Management darf das Schiff nicht einfach auf Grund setzen. Wie aber können wir planen, wenn wir wirklich unterwegs sind in neuen, unkartierten Gewässern?

Es gibt nur einen Weg: Die Kunden entscheiden. Wenn die Kunden gut finden, was wir tun, sind wir auf dem Weg zur Schatzinsel. Deshalb müssen Sie Erfahrungen mit unserem Produkt machen können. So früh wie möglich, und immer wieder. Das ist Produktentwicklung mit Minimum Viable Products.

Auch Gerd Müller sprach in seiner Keynote bereits von validiertem Lernen, mit dem man den Pfeil immer besser ins Zentrum der Zielscheibe justiert. Zum Glück hat er meinen Vortrag dann doch nicht ganz vorweggenommen.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass mit den Genossen zu rechnen ist. Gut so!

CIBI Innovationstag

CIBI Innovationstag: Digitalisierung zwingt zu differenzierten Strategien

Ein Beitrag von Sylvia Eberhard, SYNGENIO AG

Prof. Penzel eröffnete wie immer sehr charmant den CIBI Innovationstag. In seinem Vortrag  “Finanzdienstleister – durchdrungen von der Digitalisierung” berichtete er von aktuell 200 innovativen Geschäftsmodellen im Banking.  Insbesondere bei Zahlungen und Girokonten tut sich viel.

Das CIBI hat sich zum Ziel gesetzt, einen Innovationsindex  einzuführen. Die Innovationmatrix besteht aus den Achsen „Bedeutung“ und „Umsetzungsgrad“. Folgende Innovationen sind derzeit in der Matrix:

  • Mobile Payment
  • Video Beratung
  • Mobile Banking
  • P2P Trankaktionen und Kredite
  • Crowdfunding
  • PFM (Personal Finance Management)

Kai Friedrich von der Consorsbank stellte “Banking 3.0 – durch Kundenbeteiligung am Puls der Zeit“ vor. Durch den Zukauf der DAB Bank ist Consors jetzt Deutschlands größter Online Broker. Sie setzen voll auf Kundenfeedback. 2014 gab es eine große „Hallo-Bank“ Aktion, bei der  Kunden Fragen an die Bank stellen konnten, die dann in einem aufwändigen Co-Creation Workshop in Berlin bearbeitet wurden. Nun setzt die Consorsbank ausgearbeitete Vorschläge Ihrer Kunden nach und nach um. Sie will eine vollständige Retailbank werden.

Unter Banking 3.0 wurden in dem Vortrag folgende Punkte verstanden:

  • 7/24 Stunden erreichbar
  • Kunden fühlen sich immer connected und informiert
  • Einsatz mobile Technologien
  • Nutzung von Facebook, Twitter, und anderen sozialen Medien
  • die Kunden-Community ist ein wichtiger Berater der Bank.

„Wir nutzen viele A – B Testings. Das setzt uns unter Druck und lässt uns näher am Kunden sein.“ Kai Friedrich, Consorsbank.

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Finance2.0-Konferenz

Next Gen Finance: Die Events im kommenden Halbjahr

Die folgenden Veranstaltungen kann ich Ihnen ans Herz legen, wenn Sie sich über den Stand der Dinge in der Next Generation Finance austauschen wollen – ich selber plane ebenfalls, dabei zu sein:

  1. CIBI Innovationstag am 19. März in München
  2. JAX Finance am 28.-29. April in London
  3. Finance 2.0 Konferenz am 05. Mai in Zürich
  4. Innovation for Banks am 20./21. Mai in Köln

Kurzeinstieg zu den Veranstaltungen:

CIBI Innovationstag

„Digitalisierung zwingt zu differenzierten Strategien“ titelt das ibi research über einen der Tracks – und diese Sichtweise ist typisch für die Veranstaltung. Die Stärke des CIBI Innovationstages liegt immer darin, dass er Banken und FinTechs aller Couleur zusammenbringt – vom BVR über Consors bis Yapital. Und natürlich bekommt man Einblick in die Forschungssicht des ibi –  das Preis- Leistungsverhältnis der Veranstaltung ist kaum zu schlagen. Diesen einen Tag sollten Sie sich unbedingt Zeit nehmen.

JAX Finance London

Der „Jax Finance Day“ war jahrelang ein Finance-Track auf den Jax- und W-Jax-Konferenzen in Deutschland. Ich habe das Konzept damals mit dem S&S-Verlag zusammen entwickelt und die JAX Finance Days moderiert. Jetzt ist daraus ein eigenständiger Event entstanden, der in London als zweitägige Konferenz stattfindet. Ich bin daran nicht mehr beteiligt und auch ein wenig traurig, dass es offenbar nur in London genug Potenzial für eine echte Finanzkonferenz für Teckies gibt. Aber gut – die Flüge sind günstiger, als man denkt. Fahren wir eben wieder mal ins Vereinigte Königreich.

Finance 2.0 Zürich

Schon zum dritten Mal findet die Finance 2.0 Konferenz in Zürich statt. Über das Programm lässt sich bisher noch wenig sagen. Ich kann nur aus der Vergangenheit berichten, dass es spannende Neuvorstellungen und gute Referenten gab. Auch für deutsche Teilnehmer lohnt sich der Blick über die Grenze – auch wenn die stets bescheidenen Schweizer das natürlich nicht so laut sagen, aber man kann sich dort einiges abgucken.

Innovation for Banks

Ich war jetzt zweimal auf der Innovation for Banks und fand die Dynamik unter den Teilnehmern stets sehr positiv. Mein Eindruck: Hier sind diejenigen, die wirklich was umsetzen. Nicht die Chief Strategy Officer, eher die Abteilungsleiter und Produktmanager, die das Banking modernisieren. Entsprechend locker kann man sich unterhalten. Ich freue mich schon darauf, Sie dort zu treffen!

Zum Schluss noch der Disclaimer: Ich bekomme für diese Empfehlungen keine Provision der Veranstalter, auch keinen freien Eintritt oder sowas. Bloginhalte sind nicht käuflich, ich empfehle nur, was ich wirklich für empfehlenswert halte.

Finovate2015

Die paradoxe Botschaft der Finovate Europe Konferenz 2015

Soeben endet die Finovate Europe 2015 in London. Sie ist immer noch die wichtigste Konferenz für FinTech, sendet aber diesmal eine paradoxe Botschaft:

Einerseits boomt der FinTech-Markt. Allein in Großbritannien wurden 2014 über 340 Millionen Pfund in FinTech Firmen investiert. Der Markt für Finance Technologie insgesamt wird auf ein Volumen von 20 Milliarden geschätzt (Sunday Times von letztem Sonntag). Auch die Finovate selbst war so ausgebucht wie nie, und es waren auch wieder etliche Venture Capitalists vor Ort.

Anderseits stehen die Banken im Fokus. Die deutliche Mehrzahl der Präsentatoren zeigte Angebote für Banken, keine Revolutionen gegen den Bankensektor mehr. Selbst Bitcoin kam primär vor in Form von Portalen, die Banken eine einfache Integration ermöglichen. FinTechs sehen Banken heute als Kunden oder als Exit Strategie, nicht mehr als Gegner.

Was bedeutet das? Der Kampf um Kunden, um bessere Angebote und neue Dienste ist nicht vorbei. Er wird aber vor allem Bank gegen Bank stattfinden, weniger Bank gegen IT-Startups. (Wobei die Finovate natürlich den Blick insofern verzerrt, als die IT-Riesen wie Apple erst gar nicht vor Ort sind.)

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