CIBI Innovationstag

CIBI Innovationstag: Digitalisierung zwingt zu differenzierten Strategien

Ein Beitrag von Sylvia Eberhard, SYNGENIO AG

Prof. Penzel eröffnete wie immer sehr charmant den CIBI Innovationstag. In seinem Vortrag  “Finanzdienstleister – durchdrungen von der Digitalisierung” berichtete er von aktuell 200 innovativen Geschäftsmodellen im Banking.  Insbesondere bei Zahlungen und Girokonten tut sich viel.

Das CIBI hat sich zum Ziel gesetzt, einen Innovationsindex  einzuführen. Die Innovationmatrix besteht aus den Achsen „Bedeutung“ und „Umsetzungsgrad“. Folgende Innovationen sind derzeit in der Matrix:

  • Mobile Payment
  • Video Beratung
  • Mobile Banking
  • P2P Trankaktionen und Kredite
  • Crowdfunding
  • PFM (Personal Finance Management)

Kai Friedrich von der Consorsbank stellte “Banking 3.0 – durch Kundenbeteiligung am Puls der Zeit“ vor. Durch den Zukauf der DAB Bank ist Consors jetzt Deutschlands größter Online Broker. Sie setzen voll auf Kundenfeedback. 2014 gab es eine große „Hallo-Bank“ Aktion, bei der  Kunden Fragen an die Bank stellen konnten, die dann in einem aufwändigen Co-Creation Workshop in Berlin bearbeitet wurden. Nun setzt die Consorsbank ausgearbeitete Vorschläge Ihrer Kunden nach und nach um. Sie will eine vollständige Retailbank werden.

Unter Banking 3.0 wurden in dem Vortrag folgende Punkte verstanden:

  • 7/24 Stunden erreichbar
  • Kunden fühlen sich immer connected und informiert
  • Einsatz mobile Technologien
  • Nutzung von Facebook, Twitter, und anderen sozialen Medien
  • die Kunden-Community ist ein wichtiger Berater der Bank.

„Wir nutzen viele A – B Testings. Das setzt uns unter Druck und lässt uns näher am Kunden sein.“ Kai Friedrich, Consorsbank.

Heute hat die Consorsbank pro Monat 300.000 Besucher auf Ihrer Web-Seite mit 6.000 Beiträgen in der Community. Kontoeröffnungen finden schon jetzt auf mobilen Geräten statt. Auch zur Apple Watch wird es eine Applikation geben. Der Vortrag war sehr kurzweilig, spannend und es gab interessante Einblicke in die Bank.

Dr. Martin stellte unter dem Titel “Innovationen in einer dezentralen Bankengruppe” ausführlich die Rolle der VR-Bankengruppe vor. Aufgrund der hohen Anzahl Beteiligter muss man Innovation hier anders aufziehen. Er spricht von verteiltem Innovationsmanagement, organisiert über einen Arbeitskreis. Die Bankgruppe hat aktuell zwei Großprojekte, die Sie umsetzen:

  1. Kundenfokus”, hier geht es um harmonisierte Prozesse vom Kundenbeziehungsmanagement bis zum Abschluss.
  2. Web-Erfolg”, hier wurden viele sichtbare Angebote für die Internetauftritte erarbeitet. U.a. Wissensvermittlung mit 50 Erklärfilmen.

Die letzte Keynote hielt Hr. Stagat (Yapital) zum Thema “Mobile Payment im Handel”. Er verdeutlichte vor allem noch einmal die ungeheure kulturelle Relevanz des Themas Mobile. Sehr anschaulich gelang das anhand eines Gesprächs zwischen ihm und seinem Sohn. Sein Sohn fragte, wie man sich sein Vater früher verabredet hatte. Für die „Born Mobiles“ ist das unvorstellbar. Interessant war auch eine Aussage, dass Handybesitzer im Durchschnitt 150 x ihr Handy pro Tag in die Hand nehmen. Yapital will eine Applikation herausgeben, die ohne Terminal auskommt.

Insgesamt wieder eine Veranstaltung, bei der ibi research die gesamte Breite der Bankenlandschaft von den Etablierten bis zu den neuen Wettbewerbern zusammengebracht hat. Das ist in dieser Form nach wie vor einzigartig in Deutschland.

Elmar Borgmeier

Gestaltet Online Finance seit 1997. Glaubt an die Symbiose von Finance und IT. Ist Mitgründer und Chief Innovation Officer der syngenio AG. Moderator des JAX Finance Day. Berater für Next Generation Finance. Philosophiert gern über IT und realisiert noch lieber konkrete Lösungen.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

    • We found a new innovation – cowdfounding :) … nein, das ist ein Tippfehler. Ich korrigiere ihn jetzt. Wer erst später den Artikel liest, muss sich also nicht wundern, wenn er den Begriff nicht mehr findet …

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  1. die großen Bankengruppen befindet sich nicht nur extern im Schwitzkasten, sondern auch intern, da jede (Mitglieds-)Bank/Abteilung usw. sein eigenes Süppchen kochen möchte.
    Gerade die Genossenschaftsbanken dürften die ersten sein, die evtl. unter die Räder kommen, wenn die Vorstände vor Ort nicht den power-Modus finden und vorhandene Produkte schnell für den rollout freigeben.
    Die bisher üblichen 6-12 Monats-Tests/Vorlaufzeiten oder noch länger, von „fertigen Produkten“, sind untragbar.

    Auf der anderen Seite stellt sich die Frage was unter Digitalisierung zu verstehen, denn die oben aufgeführten Punkte, sind teilweise normale Modernisierungsmaßnahmen, die Unternehmen in der freien Marktwirtschaft schon lange umgesetzt haben.
    Hierunter fällt auch die Zufriedenheitsrückfrage nach Kundenkontakt oder Vorverfizierung anhand der Telefonnummer, was viele Banken garnicht haben bzw. nur provisorisch.
    Wer sich die notwendige Update-Geschwindigkeit von Onlinebanking-Programmen anschaut, siehe beispielhaft https://www.starmoney.de/forum/viewforum.php?f=99 , wird entdecken, dass SEPA und EBICS bis heute noch nicht vollständig und fehlerfrei umgesetzt wurde.
    Daher darf man gespannt sein, wann girocode/EPC069-12 (Service-Centern/-Beratern) bzw. ZUGFeRD bei den Banken (Kenntnis/Umsetzung für Kunde sowie auch für die Banken selbst) eintrifft und einen Mehrwert darstellt.
    Manche innovative Stadtverwaltungen sind hier schon viel weiter: http://www.bad-hersfeld.de/index2.php?content=117&artikel=678

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