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Finance 2.0: Zürich zeigt die Zukunft

Grüezi wohl! Als „Eilmeldung“ der Bericht von der Finance 2.0 – Konferenz, die gestern als erste schweizerische Konferenz dieser Art in Zürich stattfand. Die mehr als ausverkaufte Veranstaltung überzeugte mit einem gut gemischten Strauß an Themen und Referenten – von der UBS über Startups und Blogger Christian König bis zur Uni Zürich.  Inhaltliche Highlights waren sicher die „Sneak Previews“ der kommenden Mobile Angebote von UBS und interactive advice. Außerdem gab es zu sehen: Social Media Analytics, Private Banking 2.0, Social Trading, PFM und Depotvergleiche.

In landestypischer Bescheidenheit begann die Konferenz damit, den Nachholbedarf der Schweiz in Sachen Social Media und Finance 2.0 festzustellen. Dass es sich dabei um eidgenössisches Understatement handelt, zeigten die vorgestellten Lösungen in der Folge dann eindeutig! Ich kann der deutschen Bankbranche nur empfehlen, den Blick über die Grenze nicht zu vernachlässigen. Umgekehrt nutzen die Schweizer auch gern deutsche Medien, wie ich feststellen durfte: Unter den Teilnehmern fanden sich mehr Leser dieses Blogs, als ich erwartet hätte. Freut mich!

Andreas Kubli von der UBS machte den Auftakt mit der Vorstellung der neuen digitalen Lösungen, die innerhalb eines Jahres entstanden sind: Tablet-optimiertes Online Banking, das noch in diesem Jahr um PFM erweitert wird (von IND), sowie eine neue mobile Banking App mit mobile TAN-Gerät im Scheckkartenformat. Auch die Website wurde überarbeitet: Als Einstieg dienen die Ziele der Kunden, nicht die Produkte. Angebote im Fokus werden über dedizierte Landing Pages sichtbar gemacht. Zum Verhältnis von Internet-Lösungen zur Filialberatung meinte Herr Kubli:

„Das ist wie bei Gesundheitsfragen – Einfaches checkt man gern im Internet, aber wer richtig krank ist, geht zum Arzt.“

Michael Stemmle, CEO der additiv, präsentierte mit dem Advisor eine App fürs Private Banking. Hier stellt die Kommunikation zwischen Banker und Kunde einen Rahmen dar, in den empfohlene Transaktionen nahtlos eingebettet werden.

Einen tollen Vortrag hielt Christian König, Gründer von Finanzpro und der schweizerische Finanz-Blogger. Er zeigte anschaulich, wie moderne Webnutzung aussieht. Und hielt den Finanzinstituten den Spiegel vor: Monatelang werde dieselbe Werbung platziert, die dann zudem nur auf Standard-Inhalte weiterleite. Sein (absichtlich provokant formulierter) Rat:

„Feuern Sie Ihre Agentur! Keine Werbung ohne gescheite Landing Page.“

Ich sehe die Zustände bei den deutschen Banken ähnlich. Auch deshalb hat sich syngenio ja mit Unterschied & Macher als Full Service Agentur verstärkt. Im Team bündeln wir Bank- und Agentur-Kompetenz. Ganz im Sinne von Christian König, der den Banken zum Thema Blogging und Social Media empfiehlt:

„Lassen Sie es bloß nicht den Praktikanten machen, nur weil er Digital Native ist! Die Inhalte müssen aus Sales und Produktmanagement kommen. Wer sonst kann wirklich relevante Inhalte publizieren?“

Stockpulse und Sentifi stellten unterschiedliche Social Media Analytics Tools fürs Trading vor. Anhand plastischer Beispiele zeigten sie, wie schon einzelne Tweets ganze Märkte bewegen können. Und in den USA sind Social Media inzwischen offiziell zugelassene Medien für Unternehmensnachrichten. Ignorieren ist somit keine Option mehr.

Thoms Winkler präsentierte für ayondo Social Trading als eine Form der Demokratisierung der Finanzbranche. ayondo plant die Erweiterung des Angebots um neue Formen des Social Investing. Ich bin gespannt!

Sehr cool fand ich die Idee der NZZ (Neue Zürcher Zeitung), mit Partnern zusammen Finance 2.0 – Lösungen anzubieten. Kann die NZZ den Startups doch das bieten, was ihnen fehlt, um mit Banken auf Augenhöhe zu konkurrieren: Eine etablierte Marke, die für seriöse Wirtschaftskompetenz steht. Liebe FAZ, wertes Handelsblatt, wäre das nicht auch was für Euch? Zu den NZZ-Kooperationen gehörte:

interactive advice gab eine sehr überzeugende Preview ihres Vermittlungsangebotes, das Finanzmanagement als Integration von drei Aspekten ermöglicht: Lebensereignisse, Finanzfragen und Produkten. Der klare Beweis, dass PFM auch ganz anders aussehen kann!

Auch Qontis zeigte eine PFM-Plattform, basierend auf Crealogix-Technologie. Highlights waren die Integration von Assets wie Autos, Yachten (oder Handtaschen?) in den Finanzstatus, sowie aktive Hinweise auf Sparpotenziale: Wenn die Plattform auf eine günstigere Alternative für eine bestehende Versicherung hinweist, dann ist das schon ein sehr geschickter Cross Selling Ansatz.

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Mydepotcheck bietet Tools rund die eigene Anlagestrategie: Welches Anlegerprofil habe ich wirklich? Passt mein Portfolio zu meinem Profil? Richtig spannend wird es dann beim Anbieter- und Kostenvergleich, mit dem Kunden passende Anbieter finden können. Simulationen, Szenarios, value at risk, crowd compare – das bietet Mydepotchek, demnächst auch mit einem Freemium Modell.

Dass sich die Teilnehmer zum Ausklang der Veranstaltung nur schwer aus den Gesprächsrunden an Buffet und Theke verabschieden konnten, zeigt die inspirierende Kraft des Events. In Summe ein gelungener Auftakt, der hoffentlich zu einer regelmäßigen Veranstaltung wird.

Elmar Borgmeier

Gestaltet Online Finance seit 1997. Glaubt an die Symbiose von Finance und IT. Ist Mitgründer und Chief Innovation Officer der syngenio AG. Moderator des JAX Finance Day. Berater für Next Generation Finance. Philosophiert gern über IT und realisiert noch lieber konkrete Lösungen.

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