FIS Mobile Payment

Mobile Wallet

Ein Beitrag von Margit Cabolet, Geschäftsführerin FIS Kordoba

Berater, Verbände, Finanzdienstleister und Journalisten sind sich einig – die Zeit für die virtuelle Geldbörse, das sogenannte Mobile Wallet, ist reif. Die Technologie ersetzt nicht nur alle Arten von Plastikgeld wie z.B. Kredit-, Kunden- oder Gutscheinkarten. Genauso gut können Zugangspässe zum Skilift, Monatstickets für den Nahverkehr, Ausweise der Krankenkassen, Rabattkarten und vieles mehr auf dem Smartphone digital hinterlegt werden. Optimisten prophezeien bereits Supermärkte ohne Rückstau an der Kasse: NFC und andere Formen des „Proximity Payment“ erlauben es dem Kunden, die Ware vollautomatisch zu bezahlen, während er das Geschäft mit seinen Einkäufen ohne lästiges Stehen in der Schlange verlässt.

Wachsende Kundenakzeptanz

Der IT-Dachverband Bitkom (http://www.bitkom.org/de/presse/8477_76410.aspx) kommt zu dem Ergebnis, dass jeder siebte Bürger sein Portemonnaie durch das Handy ersetzen würde. Schon jetzt nutzt fast jeder fünfte Smartphone-Besitzer das Gerät für Bankgeschäfte und ist daher mit mobilen Finanztransaktionen bestens vertraut. Sobald Konzertveranstalter, Museen oder Restaurants den Zugang und die Bezahlung ohne (Plastik-)Geld flächendeckend einführen und viel bequemer als bislang gestalten, dürfte sich die Kundenakzeptanz für das Mobile Wallet noch deutlich erhöhen. Damit sich die virtuelle Geldbörse über experimentierfreudige „Digital Natives“ und „Early Adopters“ hinaus dauerhaft durchsetzt, müssen Anbieter und Technologieprovider allerdings den hohen Anforderungen des Anwenders Rechnung tragen. Vor allem auf seine Sicherheitsfragen sollten sie überzeugende Antworten haben.

Kundenvertrauen sichern

Ein mobiles Wallet entlastet die Kunden, denn sie haben alle Zahlungsmittel und Zugangscodes zentral über ihr Smartphone parat. Aber wie steht es dann mit der Geschäftsfähigkeit bei Verlust oder Ausfall des Gerätes – sind dann alle Daten weg? Damit das nicht passiert, sollten sensible Daten gar nicht erst auf dem Endgerät, sondern z.B. in einer besonders abgesicherten Cloud hinterlegt werden. Dann kann das Wallet nach einem Systemabsturz schnell wiedergestellt oder einfach mit einem Ersatzsmartphone weiter genutzt werden. Gleichzeitig wird mit der Cloud-Speicherung ausgeschlossen, dass Handy-Diebe vertrauliche Kundeninformationen zur Autorisierung oder Authentifizierung auslesen. Ebenso wichtig ist es, dass sensible Daten bei Bezahlvorgängen nicht an PoS-Systeme oder Webshops übermittelt werden. Denn was nützt das sicherste Smartphone und die stärkste Verschlüsselung der Kommunikation, wenn Geschäftsinhaber ihre Systeme nicht ausreichend schützen und ihre Datenbanken erfolgreich von außen attackiert werden? Gerade kleinere Anbieter tun sich manchmal schwer, Kreditkartendaten effektiv zu sichern und Kunden gegen Identitätsdiebstahl zu schützen. Ein Mobile Wallet, das sensible Daten nicht mehr überträgt, bedeutet für Kunden einen Sicherheitsgewinn und für den Handel Entlastung.

Für zusätzliches Vertrauen in das virtuelle Portemonnaie sorgt ein duales Sicherheitsmanagement mit PIN und Medienbruch, das vielen bereits aus dem Mobilen Tan-Verfahren gut bekannt ist.

Kundennutzen herausstreichen

Voraussetzung für den Erfolg des Mobile Wallet ist ein hohes Vertrauen des Kunden. Aktiv nutzen wird er die Technologie allerdings erst, wenn er eine fühlbare Erleichterung damit verbindet. Daher sollte das Wallet mehr sein als ein reiner Container für Karten und dem Anwender eine umfassende Vielfalt an (Bezahl-)Funktionen bieten. Dazu zählen u.a.:

  • P2P-Payment: Geldtransfers zwischen Privatpersonen.
  • Proximity Payment: Transaktionen mithilfe sicherer Übertragungsstandards wie Near Field Communication (NFC) oder mit dem bereits populären OR-Code.
  • Cash Access: Skimming-sichere Bargeldauszahlung am GAA/ATM
  • Money Store: Prepaid-Funktionen z.B. für Jugendliche mit begrenztem Budget

Das Nutzenversprechen digitaler Geldbörsen besteht darin, den wuchernden Bestand an Geld- und Funktionskarten zu ersetzen. An seine Stelle tritt ein einheitliches, umfassendes sowie übersichtliches Finanz- und Datenmanagement. Daher möchte der Anwender natürlich nicht zahlreiche Wallets auf seinem Smartphone haben, sondern am liebsten nur ein einziges, das alles enthält.

Fazit: Kunden sind zunehmend bereit, das Mobile Wallet zu nutzen, wenngleich Sicherheitsvorbehalte bestehen. Wichtig ist es daher, die ausgefeilten Technologien und Verfahren zum Schutz der Daten gegen Verlust zu kommunizieren und so Vertrauen zu schaffen. Tatsächlich gewinnt der Kunde an Sicherheit, z.B. durch Barauszahlungen am Geldautomaten, die Skimming effektiv unterbinden. Ebenso entfällt bei Kreditkartentransaktionen die gefährliche Weitergabe von Karte und Prüfdaten. Das Diebstahlrisiko wird schon allein dadurch gesenkt, dass niemand mehr Plastikgeld mitführen muss. Gelingt es IT-Providern gleichzeitig, Handel, Banken und Unternehmen den Einstieg in die lukrative Wallet-Technologie einfach zu machen, steht dem Erfolg der virtuellen Geldbörse nichts im Wege.

Autorin:

Margit Cabolet
Margit Cabolet wurde am 1. April 2009 in die Geschäftsführung der Fidelity Information Services KORDOBA GmbH berufen. Sie ist für die Bereiche Consulting und Business Services verantwortlich.

Elmar Borgmeier

Gestaltet Online Finance seit 1997. Glaubt an die Symbiose von Finance und IT. Ist Mitgründer und Chief Innovation Officer der syngenio AG. Moderator des JAX Finance Day. Berater für Next Generation Finance. Philosophiert gern über IT und realisiert noch lieber konkrete Lösungen.

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