Azimo

Drei Trends, die der Geldtransfermarkt verschlafen hat

Neulich habe ich Peter Demidov vom Azimo kennengelernt. Es lohnt sich, aus seinen persönlichen Erfahrungen im internationalen Payment zu lernen. Deshalb hier sein Bericht:

„Mit 2.000 Euro in der Tasche stehe ich in einer langen Schlange vor dem Schalter eines Anbieters von Geldtransfers. Das Geld sollte nach Russland zu meiner Oma. Allein die Tatsache, dass ich als Jugendlicher mit so viel Bargeld durch die Gegend lief, sorgte bei mir schon für Unbehagen. Die Atmosphäre vor Ort verstärkte dieses Gefühl nur noch.

Es war kalt, ungemütlich und alles andere als einladend. Die Fassade des Schalters war genauso veraltet wie die Umgebung, in der er sich befand. Als ich endlich an der Reihe war, musste ich meinen Pass abgeben – was genau damit gemacht wurde, das erklärte mir niemand.

Nachdem ich ein paar Formulare ausgefüllt hatte kam der Knackpunkt: die Kosten. Von meinen 2.000 Euro würden nur 1.750 Euro bei meiner Großmutter ankommen. Sollte ich die Geldsendung trotzdem durchführen? Ob ich es getan habe, verrate ich später.

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JBFOne 2015: Integration und Innovation

Die JBFOne ist die Entwickler-Konferenz der Fiducia und GAD IT – und steht damit für einen sehr großen Teil der Softwareentwicklung im genossenschaftlichen Bereich. SYNGENIO war auch dieses Jahr wieder Teil der JBFOne, die größer denn je zu sein schien.

Und die vor allem eins klar machte: Zwar stehen die Integration der Standorte und die Migration der Banken auf ein einheitliches Bankverfahren auf der Agenda, aber die Fiducia und GAD wird sich nicht darauf beschränken. Sie wird parallel Innovationen vorantreiben, wird ihre Innovations-Kultur und -Methode weiterentwickeln.

Schon in der einleitenden Keynote stellte Gerd Müller heraus, dass Exzellenz und Innovation parallel vorangetrieben werden. „Operative Exzellenz ist wie ein Marathonlauf. Innovation ist ein Sprint. Mit dieser IT der zwei Geschwindigkeiten müssen wir umgehen“, so Gerd Müller.

In meinem Vortrag habe ich noch zwei weitere Aspekte von Innovation betrachtet. Zum einen verlassen wir mit Innovationen bekannte Gewässer. Wir brechen auf zu neuen Ufern. Man spricht gern von Blue Oceans, die zu entdecken sind. Was seltener gesagt wird: Für diese Ozeane gibt es keine Karten, und sie sind elende Nebelmeere. Ja, irgendwo da draußen liegt eine Schatzinsel. Aber die will erst mal gefunden werden.

Und: Unternehmen sind per Gesetz verpflichtet, Risiken zu erkennen und zu steuern. Das Management darf das Schiff nicht einfach auf Grund setzen. Wie aber können wir planen, wenn wir wirklich unterwegs sind in neuen, unkartierten Gewässern?

Es gibt nur einen Weg: Die Kunden entscheiden. Wenn die Kunden gut finden, was wir tun, sind wir auf dem Weg zur Schatzinsel. Deshalb müssen Sie Erfahrungen mit unserem Produkt machen können. So früh wie möglich, und immer wieder. Das ist Produktentwicklung mit Minimum Viable Products.

Auch Gerd Müller sprach in seiner Keynote bereits von validiertem Lernen, mit dem man den Pfeil immer besser ins Zentrum der Zielscheibe justiert. Zum Glück hat er meinen Vortrag dann doch nicht ganz vorweggenommen.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass mit den Genossen zu rechnen ist. Gut so!

LIQID

LIQID im Interview: Das digitale Family Office

Das Berliner Startup LIQID arbeitet an der digitalen Transformation des Family Office. Neue Anlageklassen wie Private Equity sollen ab 100.000 € verwaltetem Vermögen möglich werden. Bisher ist HQ Trust, bekannt als Multi Family Office der Quandt-Familie, als Abwicklungspartner benannt worden. Hier kann es in Kürze noch Neuigkeiten geben.

Derzeit ist das Angebot noch auf einen ausgewählten Kreis von Erstkunden beschränkt, ab 2016 soll es aber allen offen stehen. Ein guter Zeitpunkt, um Paul Becker vom Gründerteam Fragen zu Hintergründen zu stellen:

Wie sehen Sie LIQID im Verhältnis zu amerikanischen digitalen Vermögensverwaltern wie Wealthfront oder Betterment? Sind das Vorbilder?

Paul Becker: In vielen Punkten sind sicherlich Übereinstimmungen zu finden: Intuitive Nutzerführung, Kosteneffizienz, Transparenz, wissenschaftliches Fundament und Fokus auf eine klar definierte Zielgruppe. Allerdings beziehen wir keine dogmatische Position in Hinblick auf aktives oder passives Management, legen besonderen Wert auf eine persönliche Kundenbetreuung und entwickeln bereits jetzt neben unseren Kernportfolios einen neuen Zugang zu Direktanlagen in Anlageklassen wie Private Equity und Immobilien. In Summe kann man vermutlich sagen, dass wir viel von den amerikanischen und englischen Vorreitern gelernt, das Konzept hinter LIQID allerdings gezielt an die Gegebenheiten des kontinentaleuropäischen Marktes und die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst haben.

Wie positioniert sich LIQID zu „Robo Advisorn“? Weiterlesen

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Bessere Kundenbeziehungen durch Social CRM

Das Wissen über den Kunden bzw. das Erkennen von Bedarfen spielt seit jeher eine wichtige Rolle in Banken. Ich kann mich noch gut an meine Ausbildung zum Bankkaufmann 1997 erinnern. Hier wurde erstmals systematisch mittels eines „Persönlichen Beratungsbogens“ papierhaft die wichtigsten Kundenwünsche, finanziellen Ziele etc. erfasst.  Zu dieser Zeit waren die Kunden noch bereit in einem persönlichen Gespräch diese Informationen mitzuteilen. Dies hat sich m.E. in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Zum einen hat das Vertrauen gegenüber den Banken deutlich abgenommen. Zum  anderen kommen die Kunden deutlich seltener in die Filiale und zu Beratungsgesprächen – gerade im Privatkundengeschäft. Nicht selten wird als Einwand von Kunden der offensichtliche  Verkaufsfokus genannt. Daran änderte auch der Einsatz moderner Beratungssoftware wenig.

Ich bin mir aber sicher, dass viele Kunden durchaus Hinweisen, Angeboten und Tipps zu finanziellen Themen aufgeschlossen gegenüber stehen. Nur der Moment der Ansprache  muss einfach passen. Diese sog. „Magic Moments“ zu erkennen stellt eine große Herausforderung für die Banken dar. Auch hier steht für die Banken eine digitale Veränderung an.

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UniCredit Appathon 2015

André Bajorat zum UniCredit Appathon 2015: „Banking im richtigen Kontext“

Innovationen im Mobile Banking sind Ihr Ding? Dann können Sie jetzt noch beim internationalen „Appathon“ (www.appathon.eu) der UniCredit dabei sein, und am Wochenende vom 6. bis 8. November die Nacht durchcoden. Richtig gehört, die reine Coding-Zeit ist von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 11 Uhr angesetzt. Als Inhalte sind gefragt: Wearables, digitales Private Banking und neue Premium Services.

Das vielleicht Spannendste an der Veranstaltung ist, dass UniCredit ihre eigene API bereitstellt, mit der Apps direkt an die Bank andocken können. UniCredit sieht die Bank-API ganz offen als Baustein ihrer zukünftigen Zusammenarbeit mit FinTechs.

Aber auch die bekannte figo-API steht wieder zur Verfügung, und André Bajorat von figo gehört zu den Juroren der Veranstaltung. Wenn Sie noch Inspiration suchen, mit welchen Inhalten Sie beim Appathon punkten können, hilft ihnen vielleicht mein Kurzinterview weiter:

Herr Bajorat, was sind für Sie die aktuellen Trends bei Banking-Apps? 

Ich sehe mindestens zwei Dinge: Das eine nenne ich immer „Banking im richtigen Kontext“. Darunter verstehe ich, dass Banking in den passenden Use-Case gebracht wird und damit das statische „Online-Banking“ verlässt. Banken müssen sich auf die neuen Kundenbedürfnisse einstellen und entsprechend handeln. Der Smartphone-Boom und das mobile Internet pushen die Entwicklung und spielen für den Verbraucher auch in diesem Segment eine immer zentralere Rolle. Das andere ist, dass Banking und Payment mehr und mehr als ein Thema verstanden werden. Auch hier sind das ganze Mobile Universum und die User Experience mit und innerhalb von Apps entscheidend für die Zukunft des Banking.

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Banking Innovation umsetzen

Die 3 Schlüsselfaktoren für die Umsetzung von Banking-Innovationen

McKinsey’s Annual Banking Report gibt den Banken noch ein Zeitfenster von maximal drei Jahren, in denen sie entweder den Wettbewerb um den digitalen Kundenzugang gewinnen oder sich auf die reine Abwicklung spezialisieren müssen. Am Wissen, was zu tun wäre, mangelt es sicher nicht. Eher an der Umsetzung. Aus meiner Erfahrung sehe ich drei Schlüsselfaktoren für die Umsetzung von größeren Innovation in Banken:

Alle 4P und das gesamte Canvas einsetzen

Ob Sie Ihren Business Case nun mit dem Business Modell Canvas beschreiben oder klassisch mit dem Marketing-Mix der „4P: Product, Price, Place, Promotion“: Wichtig ist, dass man offen dafür ist, die Elemente neu und anders zusammen zu setzen. Wie, man kann Kunden nicht für ihre Social Media Aktivitäten bezahlen? Doch, klar. Ihre Vertriebspartner bekommen ja auch eine Provision. Und wenn man Social Media nicht mehr als Kommunikation („Promotion“) einsetzt, sondern als Distributionsweg („Place“), über den Kunden neue Kunden gewinnen, dann kann sich logischerweise auch die Provision zu den Kunden verschieben.

Was solchen Geschäftsmodellen im Wege steht, ist in der Regel die etablierte Aufgabenteilung im Unternehmen. Kann das Produktmanagement die Social Media Reichweite der Bank überhaupt nutzen? Oder „gehört“ die dem Marketing, das sie dann aber doch wieder nur zur Kommunikation nutzt? Und kann Marketing im Online Banking individuelle Kundendialoge führen, oder „gehört“ das dem Multi Channel Management?

Geklärte Zuständigkeiten sind ja gut, aber lassen Sie sich dadurch nicht in ein Denkraster pressen. Die Zuständigkeiten folgen dem Geschäft, nicht umgekehrt.

Prüfen Sie das Produkt an Kunden. Von Anfang an.

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SocialBoost

Cashbacks: Vom Preiskampf zur Incentivierung der Kunden

Im Wettbewerb zwischen Banken und FinTechs geht es beileibe nicht nur um die besseren Kundenzugänge – die Angreifer setzen auch knallhart auf Kampfpreise. Die Senkung der Ausgabeaufschläge für Fonds auf 0% ist da noch nicht das Ende der Fahnenstange: Auch die laufenden Cashbacks werden zum Teil an die Kunden zurückgegeben.

So erstattet moneymeets seinen deutschen Kunden etwa 25% der Innenprovision. Gerade kam die Meldung, dass darüber im September 2015 erstmals ein fünfstelliger Betrag an die Kunden zurück geflossen ist.

Allerdings werden diese Rückerstattungen zunehmend nicht nur als Preiswettbewerb eingesetzt, sondern ganz klassisch als Incentive für die Vermarktung des eigenen Angebotes. Nur ist in Zeiten von Social Media der beste Vertriebsmitarbeiter eben der zufriedene Kunde. Da ist es nur logisch, diesen auch für seine Vertriebstätigkeit zu belohnen.

Fidor macht das ja von Anfang an sehr konsequent: Aktivitäten in der eigenen Fidor Community werden durch ein Bonussystem in echtem Geld belohnt, der „Like-Zins“ belohnt eine steigende Anzahl von Facebook-Likes mit besseren Konditionen.

Globe One bringt jetzt eine radikalere Variante ins Spiel. Globe One ist eine neue Plattform, die sich gerade an Menschen mit fehlendem Zugang zu Banken richtet. Sie bekommen state of the art Mobile Banking, die Banken wiederum bekommen Zugang zu Kunden rund um den Globus. Zunächst sollen USA, Mexiko und Vietnam verbunden werden. Neben internationalen Geldtransfers („Go Money“) steht dabei ein neuartiges Cashback-System mit dem Namen „Social Boost“ im Fokus.

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Kontowechsel

Das nächste digitale Puzzleteil im Antragsprozess

Im September 2014 ist die sog. Zahlungskontenrichtlinie in Kraft getreten und muss bis September 2016 in deutsches Recht umgesetzt werden. Zum einen wird hierdurch die Eröffnung eines „Jedermannkontos“ verbindlich vorgeschrieben. Bisher haben die Banken Jedermannkonten auf Basis der Empfehlung der Deutschen Kreditwirtschaft eröffnet. Zum anderen soll die Transparenz von Informationen über Gebühren der Konten verbessert werden. Sogar objektive Vergleichswebsites sind geplant.

Weitreichende Konsequenzen für Banken wird es nun aber mit der dritten Komponente der Richtlinie geben: Der Kontowechsel soll deutlich vereinfacht werden – und das EU-weit. Bei innerdeutschen Bankwechseln werden aufnehmende und abgebende Bank u.a. verpflichtet Daueraufträge umzuziehen und die Lastschriftmandate zu übertragen. Und das stress- und komplett risikofrei für die Kunden. Die Bank haftet bei einer fehlerhaften Übertragung.

Somit fällt die letzte Hürde eines reibungslosen und schnellen Kontowechsels. Zwar haben viele Bankkunden (je nach Studie bis zu 60 %) die Bereitschaft geäußert das derzeitige Girokonto für ein besseres Angebot zu wechseln. Gem. einer aktuellen Studie von Tolina (8/2015) haben jedoch gerade einmal 20 % der Deutschen ihr Hauptbankkonto gewechselt. Im Vergleich zu einer Wechselquote von 50 % bei Stromanbietern.

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ThinkBold_2015

ThinkBold: Warum CIOs manchmal einen Cowboyhut brauchen.

IT-Leiter sind heute nicht nur CIOs, die ihre IT Schritt für Schritt immer etwas besser machen. Sie sind auch CDOs, Chief Disruption Officer, die ihre eigene Organisation herausfordern, die Dinge ganz anders anzugehen. Beide Aufgaben sind gleich wichtig, und der Hut, unter den man sie bringen muss, darf ruhig mal ein Cowboyhut sein. Soll heißen: In Deutschland organisieren wir uns gern mit der Gründlichkeit einer vom Ingenieurwesen geprägten Kultur. Für die disruptiven Herausforderungen wäre amerikanischer Pioniergeist oft hilfreicher. Mehr Mut, den Aufbruch ins Unbekannte zu wagen – dafür steht der Cowboyhut.

Das war eine der Erkenntnisse der ThinkBold-Konferenz, auf der gestern CIOs und Startup-Gründer angeregt diskutierten, wie IT und ihre Chiefs heute erfolgreich sein können. Zur Veranstaltung mit dem Thema „Mobile Enterprise“ hatten VOICE, Münchner Kreis und SYNGENIO AG in die „Klassikstadt Frankfurt“ eingeladen.

„Ein ganz normales Bankkonto könnte Facebook heute 98% günstiger anbieten als eine Direktbank.“ (Chris Boos, arago)

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Kreditkarten

Positive Effekte durch Deckelung der Interchange Fee?

Nachdem nun – nach jahrelangen Verhandlungen – auch die Deckelung der Verarbeitungsgebühren im Kartenzahlungsverkehr (die sog. Interchange Fee oder das Interbankenentgelt) durch EU beschlossene Sache ist haben die Banken hier eine weitere Herausforderung zu meistern. Da die Deckelung ab 09.12.2015 greift sollten die Banken schnellstmöglich, falls noch nicht geschehen, Konzepte zur Kompensation der Ertragseinbußen entwickeln.

Zwar ist Deutschland auch weiterhin kein Kreditkartenland. Aber mit den neuen Mobile Payment Angeboten (wie z.B. Apple Pay) kann sich das schnell ändern.

Doch von welchen Eintragseinbußen reden wir hier eigentlich?

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