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Smartwatch-Banking: Faszination wichtiger als Funktion

Alle beschäftigen sich mit der Smartwatch. Die einen befragen noch ihre Kunden, die anderen sind schon live: Finanzblick stellt aktuell Banking für die Apple Watch vor. Macht das Sinn? Gute Frage.

Einerseits. BITKOM ermittelt in einer aktuellen Umfrage, dass 40% der Deutschen sich für smarte Uhren interessieren. Bei den 14 – 29 Jährigen sind es sogar 56%. Und immerhin jeder Siebte (14%) will „in jedem Fall“ eine Smartwatch haben. Das Ding hat offenbar Potenzial.

Anderseits. Apple selbst ist eher zurückhaltend, was den Erfolg der Uhr angeht. Absatzzahlen werden nicht genannt, in der Bilanz versteckt man die Uhr unter „sonstige Umsätze“. Es gibt Forscher, die der Ansicht sind, mit dem Smartphone hätten wir einen „Sweet Spot“ gefunden. Einen guten Kompromiss zwischen klein, handlich und mobil einerseits, ordentlicher Displaygröße und Akkulaufzeit anderseits. Google Glass wurde dann ja auch der nicht der Erfolg, den der erste Hype versprochen hatte.

Glauben Sie, dass die Smartwatch eine Investition wert ist? Ich selbst bin auch hin und hergerissen. Rational kann ich lang und breit erklären, warum mir die Geräte noch viel zu schlecht sind. Aber ich finde sie trotzdem extrem faszinierend.

Wahrscheinlich ist es einfach so, dass die Early Adopter die Uhr haben wollen, ob sie nun Sinn macht oder nicht. Und diese Zielgruppe will man ja gern erreichen. Also sollten wir ihnen etwas bieten. Nur was?

Sicher, die naheliegendste Funktion sind Push-Meldungen bei Zahlungseingängen. Wirklich spannend wird es beim Mobile Payment, aber Apple Pay ist ja hierzulande noch nicht angekommen. Wenn wir uns auf die Early Adopter konzentrieren, darf es meines Erachtens aber auch etwas mehr Show sein. Einfach weiter die Faszination anfüttern. Schließlich kauft man die Uhr weil sie toll ist, nicht weil sie sinnvoll ist.

  • Der Kontostand als Füllstand des Ziffernblatts.
  • Eine „Gönn Dir was“ Funktion: Pro Tausend Schritte geht 1€ ins „Spaß-Schwein“ und darf als Belohnung ausgegeben werden.
  • „I’m Rich!“ als leuchtender Bubble auf der Uhr bei Zahlungseingängen auf dem Konto

Ich bin mal gespannt, was da so auf den Markt kommt.

Elmar Borgmeier

Gestaltet Online Finance seit 1997. Glaubt an die Symbiose von Finance und IT. Ist Mitgründer und Chief Innovation Officer der syngenio AG. Moderator des JAX Finance Day. Berater für Next Generation Finance. Philosophiert gern über IT und realisiert noch lieber konkrete Lösungen.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Der Trend lautet nicht Smartwatch sondern Wearables und Apple übernimmt, genau wie beim iPhone und beim iPad mal wieder eine populäre Vorreiterrolle. Insofern heißt es dabei zu sein, um Erfahrungen zu sammeln und beim Gesamttrend mitspielen zu können.

    Es bleibt spannend …

    Beste Grüße

    Hansjörg Leichsenring

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  2. wird ein just intime Kontostand tatsächlich benötigt?
    Hinzu kommt, dass es sich in der Regel um keine stand-alone-Produkte handelt, vielmehr um bundles mit entsprechende OS-Abhängigkeit.

    Zurück zu den Anfängen von mobiler Telefonie (B-Netz/C-Netz), ging die Entwicklung von Aktenkoffer-Größe, über die „Knochen“ zu kleinen Telefonen (Motorolla) – teilweise ohne Tastatur (Siemens) – bis zu Uhren, schon damals.
    Eine SMS/Mail o.ä. hiermit zu lesen war, wie jeder weiß – insbesondere bei html-Mails – , ein graus und hierdurch wurde der Wandel zu größer eingeleitet.

    Und dies ist auch aktuell noch so.
    In meinem Bekanntenkreis wurden div. vom Hype infiziert, wobei die Ernüchterung schnell eintraf.

    Antworten

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