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Brauchen wir „Kernvertriebsbanksysteme“?

Man kann die Veränderungen im Banking fundamental in zwei Gruppen einteilen:

  • Disruption der Produktionsbank: Ersatz der branchenspezifischen Systeme und Protokolle durch offene, internet-basierte Ansätze. Beispiele sind Bitcoin (internetfähiges Geld), Ripple (internetbasierter Zahlungsverkehr in Echtzeit) und P2P-Kredite (Plattform statt Bank als Risikotransformierer).
  • Disruption/Evolution der Vertriebsbank: Weiterentwicklung der digitalen Kundenschnittstelle. Die reine Verbesserung ist zunächst einmal evolutionär, sie kann aber eine Qualität erreichen, durch die sie klassische Vertriebsstrategien in Frage stellt. Dann sind auch diese zunächst vergleichsweise harmlos aussehenden Apps und Websites disruptiv. In dem Sinne, dass sie bestehende Vorteile der Banken zunichte machen. In diesem Fall sind es eben die Vertriebsprozesse, die disrupted werden.

Die Einteilung leuchtet unmittelbar ein, scheint fast trivial. Trotzdem habe ich sie bei meinen Recherchen so nicht finden können – für sachdienliche Hinweise, ob schon mal jemand diesen Blickwinkel auf Next Generation Finance publiziert hat, bin ich dankbar.

Was folgt nun daraus? Die Banken müssen ihre IT in die Lage versetzen, die Veränderungen mit zu gehen, ohne bestehende Investitionen vorschnell zu entwerten. Auf der Finovate gab es mehrere Anbieter, die neue, zentrale Middleware-Plattformen als Lösungsansatz propagiert haben. Die Einsatzzwecke waren unterschiedlich:

  • Omnichannel: Middleware als zentrale „Kanalbündelung“ zur übergreifenden Speicherung von Interaktionen, insbesondere Anträgen.
  • Bank als Plattform: Auch wenn man die Bank öffnet für externe Innovationen, kann eine Middleware Sinn machen, die eine konsolidierte Schnittstelle („API“) zur Verfügung stellt. (Fidor macht das aktuell mit den „Pirates of Banking“, )
  • Neue Protokolle wie Ripple: Würde man radikal andere Zahlungsverkehrsverfahren in die bestehenden Systeme aufnehmen wollen? Wohl er nicht. Die „Altlasten“ befruchten das Neue nicht, behindern es aber. Dann lieber an einer neuen Middleware andocken.

Zu Ende gedacht, entsteht bei mir das Bild eines „Kernvertriebsbanksystems“. Klassische Kernbanksysteme bündeln klassische Bankfunktionen und stellen gerade durch ihre hohe Kohärenz die Konsistenz der Buchungen sicher. Denkt man über Omnichannel, APIs etc. nach, merkt man schnell: genau diese Zusammenführung von Daten in einen einheitlichen Stand, eine einheitliche Sicht, benötigt man hier auch.

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Finovate2015

Die paradoxe Botschaft der Finovate Europe Konferenz 2015

Soeben endet die Finovate Europe 2015 in London. Sie ist immer noch die wichtigste Konferenz für FinTech, sendet aber diesmal eine paradoxe Botschaft:

Einerseits boomt der FinTech-Markt. Allein in Großbritannien wurden 2014 über 340 Millionen Pfund in FinTech Firmen investiert. Der Markt für Finance Technologie insgesamt wird auf ein Volumen von 20 Milliarden geschätzt (Sunday Times von letztem Sonntag). Auch die Finovate selbst war so ausgebucht wie nie, und es waren auch wieder etliche Venture Capitalists vor Ort.

Anderseits stehen die Banken im Fokus. Die deutliche Mehrzahl der Präsentatoren zeigte Angebote für Banken, keine Revolutionen gegen den Bankensektor mehr. Selbst Bitcoin kam primär vor in Form von Portalen, die Banken eine einfache Integration ermöglichen. FinTechs sehen Banken heute als Kunden oder als Exit Strategie, nicht mehr als Gegner.

Was bedeutet das? Der Kampf um Kunden, um bessere Angebote und neue Dienste ist nicht vorbei. Er wird aber vor allem Bank gegen Bank stattfinden, weniger Bank gegen IT-Startups. (Wobei die Finovate natürlich den Blick insofern verzerrt, als die IT-Riesen wie Apple erst gar nicht vor Ort sind.)

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Einfach Anlegen statt Minizinsen: Knackt Vaamo die Nuss?

vaamo, das ist das deutsche FinTech-StartUp mit dem süßen Eichhörnchen-Logo.  vaamo tritt an, um den Deutschen Depotsparen in neuem Gewand nahe zu bringen. Dabei verbindet es einen sachlich empfehlenswerten Ansatz zur Geldanlage mit einer sehr gelungen Aufbereitung. Der Kunde, seine Ziele und Erwartungen stehen im Mittelpunkt, die abwicklungstechnischen Aspekte bleiben weitestgehend unsichtbar. So kann Online-Brokerage für die aktienscheuen Deutschen aussehen!

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„Best of Show“ der Finovate Europe 2014

Am 11. Und 12.02. fand die Finovate Europe 2014 in London statt. Zum Glück gab es eine Plattform für Bank-basierte Bitcoin-Zahlungen zu sehen und ein BLE-Payment per Smartwatch. Also auch mal wirklich aktuelle Themen. Ansonsten war Finovate 2014 vor allem ein Update der Entwicklungen, die man schon auf der Finovate 2013 gesehen hat.

Das ist nicht unbedingt schlecht: Es kann bedeuten, dass die wesentlichen Ausrichtungen der Next Generation Finance bekannt und konsensfähig sind. Die Entwicklungen laufen derzeit daraus hinaus, die einzelnen Ansätze valider umzusetzen. Plus: Bausteine wachsen zusammen. Die bessere Umsetzung der bekannten Ideen ist jetzt wichtiger als die bessere Idee.

Die wichtigsten Themen waren:

  • Feature Rich Online / Mobile Banking: Online Banking ändert sein Wesen, seine Gestaltung und erweitert seinen Umfang. Über alle Devices hinweg. Das war Konsens, es geht nur noch darum, wer das besser macht.
  • Sicherheit und Betrugserkennung: Mehrere Lösungen befassen sich mit mobile Security und Fraud Detection im eCommerce.
  • Banking für Kleinunternehmen: Die Integration von Business Intelligence Werkzeugen für Kleinunternehmen direkt ins Banking erleichtert den Firmen ihr eigenes Management und gibt der Bank einen tiefen Einblick ins wirkliche Geschäft. Und damit eine bessere Basis für die Kreditvergabe, die vor allem kurzfristige Liquiditätsprobleme lösen muss.
  • Geld bewegen: Bezahlen und Alternativen zum klassischen Zahlungsverkehr waren auch wieder gut vertreten. Aber oft wieder so, dass sie zum Scheitern verurteilt scheinen, weil die Hürden für eine weite Verbreitung zu hoch sind. Eigentlich schauen wir hier gerade alle auf Apple…

Die wichtigsten Ansätze und Technologien waren:

  • UX! User Experience ist weiterhin das zentrale Thema. Attraktive Interfaces, Responsive, Joy of Use. Da ist ja auch wahrlich noch viel zu holen im Finanzbereich!
  • Big Data: Ob für Sicherheit oder Aktienprognosen: Mehr Daten sammeln und auswerten bietet noch jede Menge Potenzial. Zum Nutzen der Kunden, aber manchmal eben auch zum Nutzen von Banken und Händlern … die Datenschutzaspekte muss man erst mal prüfen.
  • Psychologische Analysen: Motivation und Interessen der Kunden werden betrachtet. Wiederum kann man daraus Security Features bauen, oder Ansätze zur automatischen Beratung, oder einfach nur die richtigen Rabatte im richtigen Moment platzieren.

Insgesamt 8 der 68 Beiträge wurden zur „Best of Show“ gewählt. Hier sind sie:

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Vorschau Finovate Europe 2014

Nächste Woche findet in London wieder die Finovate Europe 2014 statt, garantiert der coolste Banking Event des Jahres im guten, alten Europa. Wenn Sie auch dabei sind, freue ich mich über eine Mail oder einen Kommentar im Blog, ich würde gern die Vernetzung der deutschen Teilnehmer untereinander fördern, vielleicht gehen wir ja auch auf ein Pint oder einen Tea in die City?

Was gibt es zu sehen? Wie immer führt Finovate in den Demosessions Innovationen live vor, kurz und knackig, und gibt einem genug Zeit, die interessantesten Referenten zwischendrin am Stand zu besuchen. 68 Demos an zwei Tagen! Da lohnt es sich, vorab schon mal einige anzuschauen:

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Finovate Europe 2013 – Live Bericht

Mind the Gap“ warnt die Underground Bahn an jeder Station in die Londoner City, traditioneller Sitz der traditionellen Finanzbranche. Der für zwei Tage (12.-13-2.2013) auch Veranstaltungsort der Finovate Europe 2013 Konferenz ist, der wichtigsten europäischen Konferenz für Next Generation Finance. Mind the Gap.

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