CIBI2016

CIBI 2016: Schlüsselfaktoren für den Bankerfolg

Der CIBI Innovationstag 2016 des ibi research brachte sie alle zusammen: Die etablierten Banken, die Angreifer und die Regulatoren. Daraus entstand ein spannendes Puzzle, mit vielfältigen, teils auch konträren Antworten.

So wurde einerseits die Kooperation von Banken und FinTechs gelobt, anderseits war mit paydirekt auch der Angriff der Banken gehen die „Mutter aller FinTechs“, paypal, vertreten. Frank Schwab bezeichnete das Thema Payment gar als Entscheidungsschlacht um die Kundenschnittstelle.

Aus den vielen  Ergebnissen der Vorträge sind mir einige Erkenntnisse als Schlüsselfaktoren im Gedächtnis geblieben:

  • Omnichannel und Regulatorik zusammen bringen: Prof. Penzel vom ibi stellte die Anforderungen von Omnichannel-Architekturen einerseits und dem modernen Ansatz der Regulierer anderseits vor. Beide erfordern, dass bisher getrennte Spartensysteme zusammengebracht werden. Dazu wird man auf Dauer nicht separate Aggregationen in Richtung Kunde und in Richtung Aufsicht bauen können, die Logik wird in die einzelnen Systeme selbst einfließen müssen.
  • Agilität und Stabiliät in der IT parallel ermöglichen: Dr. Ralph Müller von der Postbank stellte hier deren Modell vor, Frontend und Backend durch eine API zu entkoppeln. So kann das Frontend agil, das Backend kosteneffizient und skalierbar aufgebaut werden.
  • Kunden beteiligen: Tobias Ehret (ebenfalls von der Postbank) und auch mein eigener Vortrag stellten beide die zentrale Rolle des Kunden bereits bei der Konzeption von Innovationen vor. Mit dem MVP-Ansatz werden Kunden durchgängig während der Entwicklung beteiligt. Die Postbank organisiert ihre Community dazu im Ideenlabor.
  • Mit FinTechs kooperieren, dabei aber die eigene Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten: FinTechs haben derzeit ein durchweg positives Image – sofern sie überhaupt beachtet werden. So das Ergebnis einer Blitzumfrage unter den Teilnehmern. Kooperationen wurden als wesentliche Option gesehen, die alle Banken prüfen sollten. Allerdings darf niemand den Wettbewerbsfaktor unterschätzen: Fidor hat derzeit Kundengewinnungskosten von unter 25 € pro Kunde, Geschäftskunden eingerechnet. Auf diesen Wettbewerber muss man sich einstellen.
UniCredit Appathon 2015

André Bajorat zum UniCredit Appathon 2015: „Banking im richtigen Kontext“

Innovationen im Mobile Banking sind Ihr Ding? Dann können Sie jetzt noch beim internationalen „Appathon“ (www.appathon.eu) der UniCredit dabei sein, und am Wochenende vom 6. bis 8. November die Nacht durchcoden. Richtig gehört, die reine Coding-Zeit ist von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 11 Uhr angesetzt. Als Inhalte sind gefragt: Wearables, digitales Private Banking und neue Premium Services.

Das vielleicht Spannendste an der Veranstaltung ist, dass UniCredit ihre eigene API bereitstellt, mit der Apps direkt an die Bank andocken können. UniCredit sieht die Bank-API ganz offen als Baustein ihrer zukünftigen Zusammenarbeit mit FinTechs.

Aber auch die bekannte figo-API steht wieder zur Verfügung, und André Bajorat von figo gehört zu den Juroren der Veranstaltung. Wenn Sie noch Inspiration suchen, mit welchen Inhalten Sie beim Appathon punkten können, hilft ihnen vielleicht mein Kurzinterview weiter:

Herr Bajorat, was sind für Sie die aktuellen Trends bei Banking-Apps? 

Ich sehe mindestens zwei Dinge: Das eine nenne ich immer „Banking im richtigen Kontext“. Darunter verstehe ich, dass Banking in den passenden Use-Case gebracht wird und damit das statische „Online-Banking“ verlässt. Banken müssen sich auf die neuen Kundenbedürfnisse einstellen und entsprechend handeln. Der Smartphone-Boom und das mobile Internet pushen die Entwicklung und spielen für den Verbraucher auch in diesem Segment eine immer zentralere Rolle. Das andere ist, dass Banking und Payment mehr und mehr als ein Thema verstanden werden. Auch hier sind das ganze Mobile Universum und die User Experience mit und innerhalb von Apps entscheidend für die Zukunft des Banking.

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SocialBoost

Cashbacks: Vom Preiskampf zur Incentivierung der Kunden

Im Wettbewerb zwischen Banken und FinTechs geht es beileibe nicht nur um die besseren Kundenzugänge – die Angreifer setzen auch knallhart auf Kampfpreise. Die Senkung der Ausgabeaufschläge für Fonds auf 0% ist da noch nicht das Ende der Fahnenstange: Auch die laufenden Cashbacks werden zum Teil an die Kunden zurückgegeben.

So erstattet moneymeets seinen deutschen Kunden etwa 25% der Innenprovision. Gerade kam die Meldung, dass darüber im September 2015 erstmals ein fünfstelliger Betrag an die Kunden zurück geflossen ist.

Allerdings werden diese Rückerstattungen zunehmend nicht nur als Preiswettbewerb eingesetzt, sondern ganz klassisch als Incentive für die Vermarktung des eigenen Angebotes. Nur ist in Zeiten von Social Media der beste Vertriebsmitarbeiter eben der zufriedene Kunde. Da ist es nur logisch, diesen auch für seine Vertriebstätigkeit zu belohnen.

Fidor macht das ja von Anfang an sehr konsequent: Aktivitäten in der eigenen Fidor Community werden durch ein Bonussystem in echtem Geld belohnt, der „Like-Zins“ belohnt eine steigende Anzahl von Facebook-Likes mit besseren Konditionen.

Globe One bringt jetzt eine radikalere Variante ins Spiel. Globe One ist eine neue Plattform, die sich gerade an Menschen mit fehlendem Zugang zu Banken richtet. Sie bekommen state of the art Mobile Banking, die Banken wiederum bekommen Zugang zu Kunden rund um den Globus. Zunächst sollen USA, Mexiko und Vietnam verbunden werden. Neben internationalen Geldtransfers („Go Money“) steht dabei ein neuartiges Cashback-System mit dem Namen „Social Boost“ im Fokus.

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Kontowechsel

Das nächste digitale Puzzleteil im Antragsprozess

Im September 2014 ist die sog. Zahlungskontenrichtlinie in Kraft getreten und muss bis September 2016 in deutsches Recht umgesetzt werden. Zum einen wird hierdurch die Eröffnung eines „Jedermannkontos“ verbindlich vorgeschrieben. Bisher haben die Banken Jedermannkonten auf Basis der Empfehlung der Deutschen Kreditwirtschaft eröffnet. Zum anderen soll die Transparenz von Informationen über Gebühren der Konten verbessert werden. Sogar objektive Vergleichswebsites sind geplant.

Weitreichende Konsequenzen für Banken wird es nun aber mit der dritten Komponente der Richtlinie geben: Der Kontowechsel soll deutlich vereinfacht werden – und das EU-weit. Bei innerdeutschen Bankwechseln werden aufnehmende und abgebende Bank u.a. verpflichtet Daueraufträge umzuziehen und die Lastschriftmandate zu übertragen. Und das stress- und komplett risikofrei für die Kunden. Die Bank haftet bei einer fehlerhaften Übertragung.

Somit fällt die letzte Hürde eines reibungslosen und schnellen Kontowechsels. Zwar haben viele Bankkunden (je nach Studie bis zu 60 %) die Bereitschaft geäußert das derzeitige Girokonto für ein besseres Angebot zu wechseln. Gem. einer aktuellen Studie von Tolina (8/2015) haben jedoch gerade einmal 20 % der Deutschen ihr Hauptbankkonto gewechselt. Im Vergleich zu einer Wechselquote von 50 % bei Stromanbietern.

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FinTech_Landscape_breit

Wie Banken den FinTechs Paroli bieten können: Fünf Eckpunkte.

Das Netz ist voller Artikel, die Banken den Untergang prophezeien, weil sie der Konkurrenz durch neue FinTech-Anbieter nicht gewachsen seien (hier ein Beispiel). Aber so einfach ist die Welt nicht. Wenn Banken ihre Karten richtig ausspielen, können sie auch unter den Bedingungen der digitalen Transformation profitabel arbeiten. Meiner Erfahrung nach wollen die meisten Banker inzwischen auch in diese Zukunft investieren. Sie sind aber unsicher, wie sie sich konkret positionieren sollen. Schließlich ist die Mehrzahl der FinTechs bisher eher eine Hoffnung auf zukünftigen Erfolg denn ein tragfähiges Geschäftsmodell. Und niemand will sich in seiner Bank für ein Innovationsprojekt stark machen, das sich letztlich als großer Flop entpuppt.

Wie finden wir zum erfolgreichen Umgang mit den FinTechs? Fünf Eckpunkte:

Erstens: Nicht verwirren lassen. Ja, es gibt viele und vielfältige neue Player. Aber auch von diesen Anbietern werden nur wenige wirklich relevant sein. Banken müssen nicht jede neue Idee sofort selber auch in Angriff nehmen. Es reicht, sich auf die wichtigen Felder zu konzentrieren. Als Beispiel aus der Vergangenheit: Paypal hat ursprünglich Peer to Peer Payments für Palm Pilots angeboten. Eine coole Idee, aber kein Erfolg. Nichts tun war die richtige Antwort darauf.

Zweitens: Die evolutionären Veränderungen mitgehen. Betrachten wir mal nur die überschaubare Gruppe der derjenigen neuen Konkurrenten, die bereits wirklich erfolgreich sind oder doch so viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, dass sie wahrscheinlich erfolgreich werden. Diese Gruppe zerfällt in 2 Typen: Die Evolutionären und die Disruptiven. Auch die Evolutionären kommen frisch und cool daher. Auch sie bringen eine wirklich neue Leistung ein. Aber dieses neue Angebot setzt auf den bestehenden Strukturen der Finanzbranche auf. Es erweitert sie nur, indem es die Möglichkeiten neuer Technologien nutzt. Die wichtigsten Beispiele dafür sind:

  • Paypal
  • Apple Pay 
  • Mint

Auf diese Anbieter müssen Banken eine Antwort geben. Das können sie auch, weil es eben „nur“ um Weiterentwicklungen des Bestehenden geht. Um Überweisungen, Kreditkartenzahlungen, Aufbereitung der Kundenfinanzen. Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder möglichst nahtlos mit diesen Anbietern zusammenarbeiten, um den eigenen Kunden eine gute Basis zur Nutzung solch neuer Dienste zu liefern. Das ist nicht verkehrt, weil diese Dienste nicht direkt eigenes Geschäft reduzieren. Aber sie besetzen die Kundenschnittstelle und schwächen die Kundenbindung zur Bank. Deshalb muss man auch die zweite Möglichkeit prüfen: Eine eigene, konkurrenzfähige Lösung lancieren. Damit kann man den FinTechs Paroli bieten und die eigene Kundenbindung stärken. Dann muss man aber auch konsequent sein und darf sich vor Anfeindungen aus dem Lager der Etablierten nicht fürchten. Ein Beispiel ist die 1822 Direkt, mit der die Frankfurter Sparkasse als Direktbank aktiv ist. Oder Sofortüberweisung als deutsche Alternative zu Paypal. Das hätte auch jede Bank realisieren können – wenn deren Juristen sich getraut hätten. Ein Beispiel für die nahtlose Zusammenarbeit mit den FinTechs ist die Paypal-Unterstützung der DKB. Beides kann richtig sein. Wichtig ist, dass man sich für eine der beiden Positionen entscheidet und entsprechend handelt. Wirklich gefährlich ist in diesem Segment nur: Abwarten und nichts tun.

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