Kontowechsel

Das nächste digitale Puzzleteil im Antragsprozess

Im September 2014 ist die sog. Zahlungskontenrichtlinie in Kraft getreten und muss bis September 2016 in deutsches Recht umgesetzt werden. Zum einen wird hierdurch die Eröffnung eines „Jedermannkontos“ verbindlich vorgeschrieben. Bisher haben die Banken Jedermannkonten auf Basis der Empfehlung der Deutschen Kreditwirtschaft eröffnet. Zum anderen soll die Transparenz von Informationen über Gebühren der Konten verbessert werden. Sogar objektive Vergleichswebsites sind geplant.

Weitreichende Konsequenzen für Banken wird es nun aber mit der dritten Komponente der Richtlinie geben: Der Kontowechsel soll deutlich vereinfacht werden – und das EU-weit. Bei innerdeutschen Bankwechseln werden aufnehmende und abgebende Bank u.a. verpflichtet Daueraufträge umzuziehen und die Lastschriftmandate zu übertragen. Und das stress- und komplett risikofrei für die Kunden. Die Bank haftet bei einer fehlerhaften Übertragung.

Somit fällt die letzte Hürde eines reibungslosen und schnellen Kontowechsels. Zwar haben viele Bankkunden (je nach Studie bis zu 60 %) die Bereitschaft geäußert das derzeitige Girokonto für ein besseres Angebot zu wechseln. Gem. einer aktuellen Studie von Tolina (8/2015) haben jedoch gerade einmal 20 % der Deutschen ihr Hauptbankkonto gewechselt. Im Vergleich zu einer Wechselquote von 50 % bei Stromanbietern.

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Kreditkarten

Positive Effekte durch Deckelung der Interchange Fee?

Nachdem nun – nach jahrelangen Verhandlungen – auch die Deckelung der Verarbeitungsgebühren im Kartenzahlungsverkehr (die sog. Interchange Fee oder das Interbankenentgelt) durch EU beschlossene Sache ist haben die Banken hier eine weitere Herausforderung zu meistern. Da die Deckelung ab 09.12.2015 greift sollten die Banken schnellstmöglich, falls noch nicht geschehen, Konzepte zur Kompensation der Ertragseinbußen entwickeln.

Zwar ist Deutschland auch weiterhin kein Kreditkartenland. Aber mit den neuen Mobile Payment Angeboten (wie z.B. Apple Pay) kann sich das schnell ändern.

Doch von welchen Eintragseinbußen reden wir hier eigentlich?

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Brett King FI-TS Talk

Brett King: „Banking wird sich in den nächsten 10 Jahren stärker ändern als es sich in den letzten 100 Jahren geändert hat.“

Brett King hat eine bemerkenswerte Fähigkeit: Er vermittelt, wie sich die Zukunft anfühlen wird. Er erreicht Zuhörer emotional, man spürt die Andersartigkeit der neuen Kultur, die bereits entstanden ist und die sich ausbreitet. Er zeigt das Video eines Live-Konzerts des virtuellen Popstars Hatsune Miku. Und blendet dann das Bild einer mäßig gelaunten Bankberaterin mit einem Stapel Antragsformulare ein. Jeder im Auditorium spürt den Kulturschock. „Glauben Sie wirklich, dass diese Leute, die Live-Konzerte eines Avatars besuchen, dass die also in eine Filiale gehen und Papiere unterschreiben?“

Selbst ein Vordenker wie Thorsten Hahn vom Banking Club kam da ins Nachdenken. Mit einigen anderen Bloggern zusammen waren wir heute nämlich beim 13. Management Forum der FI-TS (mehr im FI-TS Blog). Neben dem sehr guten Vortragsprogramm in der BMW Welt in München konnten wir Brett King beim „Blogger Lunch“ treffen. Mehr zum Gespräch folgt in einem späteren Beitrag. Zuerst möchte ich berichten, wie Brett King in seinem mitreißenden Vortrag den gesamten Marketing- und Vertriebs-Antritt der Finanzbranche in Frage stellte:

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Zinsfalle_als_Chance

So geht’s : Die Zinsfalle als Chance der Deutschen

Im Handelsblatt vom 03. Januar 2014 erschienen mehrere Artikel zu der Problematik, dass durch das inzwischen langjährige Zinstief das Geschäftsmodell der deutschen Regionalbanken, namentlich Volksbanken/Raiffeisenbanken und Sparkassen in den nächsten Jahren massiv in Bedrängnis geraten kann. Denn diese Häuser nehmen vor allem Spareinlagen entgegen und leihen dieses Geld in Form von Krediten wieder aus. Durch das Zinstief tappen nun diese Banken und Sparkassen in die Zinsfalle, denn die Marge zwischen Einlagenzinsen und Kreditzinsen schrumpft deutlich.

Als wichtigste Lösung wurde in den Artikeln eine Ankurbelung des Provisionsgeschäftes, insbesondere des Wertpapiergeschäftes genannt.

Und in dieser möglichweise bald anstehenden Wandlung des Geschäftsmodells sehe ich eine große Chance für die Sparer in Deutschland!

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NPS_Ertragsrelevanz

Wer Kunden begeistert, begeistert auch die Controller

500 Mio. € zusätzlicher Ertrag. Das ist die Summe, die laut einer Berechnung von Bain & Company eine deutsche Großbank verdienen könnte, wenn sie ihre Kritiker zu Fans macht. Keine schlechte Idee, das mal so platt darzustellen. Denn in den letzten Tagen musste ich wieder erleben, dass die Finanzbranche sich immer noch schwer tut mit dem betriebswirtschaftlichen Nutzen von Kundenzufriedenheit. „Ja, sicher, bessere Online-Services, Joy of Use, alles sehr schön, aber wo ist der Business Case?“ Dabei ist längst definitiv bewiesen: Kundenzufriedenheit rechnet sich. Und Kundenzufriedenheit wird zunehmend durch IT bestimmt.

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Zinstief, Altersvorsorge und Win-Win-Situationen…

Deutsche Sparer sparen sich arm angesichts von Minizinsen die nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Zugleich ist zu vernehmen, dass immer noch ein großes Grundvertrauen gegenüber der Hausbank oder –Sparkasse besteht.

Hier beginnen für mich die Chance und auch die gesellschaftliche Verantwortung der deutschen Finanzwirtschaft.

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GeldmitSinn

Nachhaltige Geldanlagen: „Bald so selbstverständlich wie das Bio-Sortiment im Supermarkt“

Wir begrüßen heute Frau Birte Pampel, Mitgründerin der von der UNESCO ausgezeichneten Finanzinitiative „Geld mit Sinn“. [Link: http://www.geldmitsinn.de]

 

Frau Pampel, worum geht es Ihrer Initiative „Geld mit Sinn“?

 

Es geht darum, Dinge, die uns allen am Herzen liegen, durch eine bewusste Geldanlage zu fördern: z.B. ein starkes Bildungssystem, familienfreundliche Unternehmen, gesunde Lebensmittel oder junge Unternehmer mit pfiffigen Ideen. In unserem Netzwerk lernen Anleger und Anlegerinnen, wie sie ihr Geld dort investieren, wo es am meisten Sinn schafft.

 

Welche Bedeutung haben nachhaltige Geldanlagen heute und in Zukunft? Weiterlesen

Tranparenz_bei_Girokonten

EU fördert Wettbewerb: Ende der Hausbank-Illusion?

Nein, ganz so wie beim Telefon wird es nicht sein: Die Kontonummer kann man auch zukünftig nicht mitnehmen, wenn man seine Bank wechselt. Aber sonst hat sich die EU einiges ausgedacht, um den Wettbewerb um günstige Girokonten zu verschärfen: Laut heutigem Bericht in der Stuttgarter Zeitung besagt der Gesetzentwurf:

  • Jeder Staat muss eine Vergleichswebsite der Konditionen für Kontoführung einrichten.
  • Banken müssen zum Jahresende ihren Kunden die abgerechneten Gebühren auflisten.
  • Jede Bank muss den reibungslosen Wechsel der Kontoverbindung zur Konkurrenz garantieren – innerhalb von 15 Tagen, inkl. Umstellung der Lastschriften.

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Handelsblatt_Tagung_Privatkundengeschaeft_2013

Privatkundengeschäft: Klare Markenbildung entscheidet.

Ich komme gerade von der Tagung „Privatkundengeschäft“, die mit vielen Bankvorständen hochkarätig besetzt war. „Viele denken, der Retail Banking Markt sei verteilt und erlaube kaum mehr Bewegung. Das stimmt nicht.“ stellte Dr. Stuska von Moonroc bei der Vorstellung des Retail Banking Kompass 2012 klar. So konnte die DKB ihre Erträge von 2005 bis 2011 vervierfachen! Veränderung findet statt, und natürlich gefällt das nicht jedem. Gelegentlich wurde es emotional: Als comdirect-Vorstandsvorsitzender Dr. Thorsten Reitmeyer eine konzertierte Aktion für mehr Wertpapiersparen vorschlug, kam es zum Zwischenruf: „Das ist schwierig. Sie sind hier der Aggressor im Markt!“

Am Veränderungsbedarf bestand kein Zweifel: Während heute 10% der einfachen Produkte Online verkauft werden, prognostiziert die GfK für 2015 bereits 70% Onlineabschlüsse. Zwischen 15% und 40% der Google-Suchen nach Banknamen kommen heute schon von Smartphones (je nach Institut). Die ING-Diba verzeichnete in 2012 ein Wachstum der Mobile Logins um 149%. Und auch bei der Sparkasse Hanau sieht der durchschnittliche Kunde seinen Berater nur noch einmal im Jahr – aber er loggt sich 8-mal im Monat ins Web-Banking ein und nutzt 16-mal die mobile App.

„Schauen Sie sich die Zinskurve an – das sieht aus wie die Todeslinie des EEG auf der Intensivstation. Der Zins ist tot.“ So brachte Arendt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, es auf den Punkt. Niedrigzinsen erlauben kaum mehr eine Differenzierung über die Konditionen – absolut gesehen sind die Unterschiede zwischen den Anbietern gering. Wie ein roter Faden zog sich die Erkenntnis durch die Veranstaltung, dass die Marke und eine klare Positionierung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Mir ist klargeworden: Bankprodukte erlebt man als Kunde nicht spontan, sondern über die Zeit. Deshalb baut sich Vertrauen in die Marke auch nur über die Zeit auf. Kontinuität ist somit essentiell für die Pflege der Bankmarke. Die Kernfrage im Retail Banking lautet damit heute: „Wie verbindet man die nötige Veränderung mit Markenkontinuität?“ Obwohl es keiner so klar sagte, kreisten viele Vorträge um dieses Thema. Die wichtigsten Vorträge und überraschenden Erkenntnisse zum Thema Marke stelle ich im Folgenden vor.

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