Zinstief, Altersvorsorge und Win-Win-Situationen…

Deutsche Sparer sparen sich arm angesichts von Minizinsen die nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Zugleich ist zu vernehmen, dass immer noch ein großes Grundvertrauen gegenüber der Hausbank oder –Sparkasse besteht.

Hier beginnen für mich die Chance und auch die gesellschaftliche Verantwortung der deutschen Finanzwirtschaft.

Berechnen Sie mal für einen deutschen Durchschnittsverdiener die Rentenlücke, z.B. hier:

http://www.investmentrechner.de/produkte/renten/loader.html/

Gegebenenfalls spielen Sie noch mit verschiedenen Inflationsraten. Ich persönlich gehe von einer höheren inoffiziellen Inflation aus.

Und dann berechnen Sie Ihre notwendige Sparrate, um die Rentenlücke zu schließen:

http://www.forium.de/wunschrentenrechner/input

Spielen Sie mal mit verschiedenen Zinssätzen.

Sie werden sehr schnell merken, dass es nur möglich ist die Rentenlücke zu schließen mit einer renditestarken Anlage.

Das Zinstief in Euroland ist also ein Riesenproblem für die Altersvorsorge der heutigen Arbeitnehmer.

Lösungen sind hier dringend erforderlich aber rar.

Die gängige Antwort lautet Realwerte, also Immobilien und Aktien inkl. Fonds.

Allerdings ergreifen viele deutsche Sparer zum Beispiel beim Wort „Investmentfonds“ die Flucht.

Warum ist das so? Von ca. 14000 in Deutschland zugelassenen offenen Investmentfonds sind nur ca. 300 Fonds nachhaltig renditestark!  Viele Finanzprodukte halten also nicht, was sie versprechen.

Darum haben sehr viele deutsche Sparer in den letzten Jahrzehnten schlechte Erfahrungen mit Investmentfonds oder anderen Finanzprodukten gesammelt.

Die Qualität der Produkte im Kundenfokus sollte also deutlich stärker in den Vordergrund rücken.

Im Sinne der Nachhaltigkeit der Kundenbeziehung sollte hier in Zukunft verstärkt das Augenmerk auf echte Win-Win-Situationen gelegt werden.

Auch wenn die Banken das Thema Aktie in den letzten Jahren eher einfacher gestaltet haben, um angesichts der geschärften Brüsseler Beratungsvorschriften überhaupt noch profitabel Fonds zu vermitteln, müssen sie im Interesse ihrer Kunden wieder stärker in eine komplexere Fondsauswahl gehen. Denn gute Produkte sind inzwischen entscheidend.

Nachhaltigkeit kann auch bedeuten, dem Durchschnittsverdiener zu einer echten Altersvorsorge zu verhelfen, denn die Qualitätsunterschiede der Angebote am Markt sind enorm. Und genau mit dieser Unterscheidung ist der Normalkunde meist vollkommen überfordert und handelt dann im Vertrauen auf den jeweiligen Berater, der tatsächlich oft aber nur ein Verkäufer ist.

Hier ein 10 Jahres-Vergleichschart eines Weltklassefonds mit in Deutschland oft angebotenen Fonds der Hausbank:ids-fund_FR0010148981~fund_DE0008491051~fund_DE0008476524~fund_DE0008474511 (2)

(Grafik mit freundlicher Genehmigung der FinMedia GmbH, 85540 Haar bei München)

Es sollte ein Umdenken in der deutschen Kreditwirtschaft stattfinden. Denn Sie haben eine gesellschaftliche Verantwortung! Helfen Sie mit, Ihre Kunden vor der Altersarmut zu bewahren.

Gleichzeitig wird eine Öffnung des Produktportfolios für Fremdanbieter kombiniert mit einer fundierten Beratung  (z.B. unterstützt mit Profi-Fondsdatenbanken) mittelfristig zu deutlich höherer Kundenzufriedenheit und damit besserer Kundenbindung führen.

Gerade bei Altersvorsorge-Produkten werden ordentliche Provisionserträge erzielt. Dafür kann meiner Meinung nach aber auch ein Kunde eine fundierte, individuelle Beratung erwarten.

Warum lassen Sie die anspruchsvolle und kritische aber finanzstarke Kundschaft zu unabhängigen Beratern abwandern?

Die Kunden bringen der Hausbank meist noch viel Wertschätzung entgegen. Aber eine Tendenz zu kritischeren Blickwinkeln ist deutlich erkennbar.

Die Banken sollten diese Herausforderung annehmen und echte Win-Win-Situationen bei Geldanlage- und Altersvorsorgeprodukten zum Standard machen.

Martin van Lessen

Martin van Lessen ist seit mehr als 10 Jahren im Zahlungsverkehrsumfeld aktiv. Als gefragter Experte für Zahlungsverkehr, Karten-Zahlungen, Outsourcing und regulatorischen Anforderungen wie SEPA oder auch Basel III berät er unter dem Payment-Fokus Banken, Rechenzentralen und Karten-Dienstleister. Der zertifizierte Projektmanagement Fachmann (GPM-IPMA Level D) ist seit Anfang 2012 als Senior Business Consultant für die syngenio AG tätig.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Interessanter, nachvollziehbarer Beitrag. Was den Vergleich von Fonds so schwierig macht, ist die jeweils gewillkürte Wahl des Starttermins, im Chart oben ist es 2003. Woher weiß ich, ob Carmignac bzw. seine Vertriebler den Chart bewusst in 2003 beginnen lassen, weil der Fonds dann am besten da steht? Sähe der Vergleich bei einem Beginn in – sagen wir – 2000 ganz anders aus?
    Außerdem unterscheiden sich Ausgabeaufschläge und jährliche Fondsverwaltungsgebühren erheblich. Wetten, dass der Chart die Brutto-Entwicklung vor Abzug dieser Kosten darstellt?

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    • Hallo Herr Onken,
      vielen Dank für Ihren Kommentar!
      Dieser Fonds ist ja nur ein Beispiel von vielen um mögliche Qualitätsunterschiede am Markt aufzuzeigen.
      Wir machen keinen Vertrieb für Carmignac 😉
      Zusätzlich zum 10 Jahreschart sollte man sich natürlich auch einen 5 Jahreschart anschauen vor einer Anlageentscheidung.
      Auch wenn Vergangenheitswerte kein Versprechen für die Zukunft sind, so sind Sie doch ein Indiz für die Qualität eines Fonds.
      Ich finde es immer sehr aufschlussreich, wenn ein Fondsmanager ein oder zwei Krisen erfolgreich gemanagt hat. Das können nämlich nur wenige.

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    • noch eine Ergänzung: Der Chart ist von der Website http://www.fondsweb.de und 10 Jahre ist dort die maximale Laufzeit eines Charts. Und ja, auch wenn der Chart im Jahre 2000 beginnen würde, wäre das Ergebnis gut, denn der Beispielfonds gehört seit 20 Jahren zur Elite. Das hat nichts mehr mit Zufall zu tun. Mit den erwähnten Profidatenbanken (z.B.: Morningstar Fundanalyst, Finanzen Fundanalyzer oder die Weblösung von Financial Express) lässt sich noch viel mehr auswerten und fundiert beraten als mit der genannten Website. Solche Datenbanken sollten zum Standard werden für jeden Bankberater. Damit lassen sich auch die von Ihnen erwähnten Charttricksereien mancher Bankprospekte schnell entlarven.

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